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Ein neuer Götterfunken in Lengwil

Lengwil – Nach über zwei Jahren Bauzeit kommt der Ekkharthof dem Ziel der «Öffnung und Inklusion» ein grosses Stück näher. Am vergangenen Freitag wurden die Neu- und Umbauten den geladenen Gästen im Rahmen einer Einweihungsfeier präsentiert. Am Wochenende war die Bevölkerung anlässlich des traditionellen Herbstfestes zur Besichtigung eingeladen.

(V.l.) Architekt Lukas Imhof, Institutsleiter Jürg Bregenzer und Ekkharthof-Vereinspräsident Walter Hugentobler vor der neuen «Cantina». (Bild: sb)

Ein wichtiges Ziel, welches die soziale Einrichtung in Lengwil verfolgt, ist die Öffnung der Institution. Mit dem Bauprojekt «Schule & Infrastruktur» wurde ein wichtiger Grundstein dafür gelegt. Über zwei Jahre wurde am Ekkharthof saniert und neu gebaut. Die Gebäude mussten nach über 45 Betriebsjahren erneuert und ausgebaut werden. Während der Bauphase lief der ganze Betrieb weiter, was an den Kräften der Mitarbeitenden und den über 200 Menschen mit Unterstützungsbedarf, die am Ekkharthof Leben und Arbeiten, gezehrt hat. Umso glücklicher waren nun alle Beteiligten, als sie am vergangenen Freitag den Gästen aus
Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die neuen Gebäude präsentieren durften.

Der Bodensee in Szene gesetzt
Auf einem Baurundgang besichtigten die Gäste das neue Gastronomiegebäude mit Grossküche und Speisesaal sowie das umgebaute Schulhaus mit neuer Mehrzweckhalle. Dem Team von Lukas Imhof Architektur aus Zürich ist es gelungen, mit dem neuen Gastronomiegebäude und dem davor liegenden Ankunfts- und Begegnungsplatz einen einladenden Akzent auf dem bisher abweisend wirkenden Areal zu platzieren. Was ursprünglich als introvertiert gewollt war, sollte nun offen werden und Gäste zum Verweilen einladen. Aber auch mit dem Umbau des Schulhauses ist es Imhof gelungen, die gewünschte Öffnung herbeizuführen. Besonders geglückt ist ihm, die Landschaft – allem voran den Bodensee -, durch die grosse Fensterfront
im Gastrogebäude und die spezielle Anordnung der Fenster im Schulhaus, in Szene zu setzen.

Emotionale Reden
Am anschliessenden Festakt mit über 300 Gästen lobte Regierungsrat Jakob Stark: «Das Projekt ist unter verschiedenen Blickwinkeln etwas ganz Besonderes, etwas ganz Schönes.». Der Vorstandspräsident des Ekkharthof-Vereins Walter Hugentobler sprach in seiner Festrede von«Götterfunken» und einer neuen Akropolis in Lengwil. Damit meinte er das neue Gastronomiegebäude, das mit seiner Holzkonstruktion und Fensterfront sehr auffällt und mit welchem der Architekt Lukas Imhof kurz nach Fertigstellung bereits die Auszeichnung «Gutes BauenOstschweiz» erhielt. Imhofs Rede war entsprechend emotional. Institutionsleiter Jürg Bregenzer würdigte ihn als Architekten, der das Vermögen hatte, den Auftrag der Institution nach «Öffnung» zu spüren. «Lukas Imhof hat es fertiggebracht, soweit das mit den heutigen Mitteln überhaupt möglich ist, einen Bau so zu gestalten, dass er eine grosse Einladung darstellt.»

Der Ekkharthof öffnete sich
Am Samstag und Sonntag hatte dann auch die Bevölkerung die Möglichkeit, anlässlich des traditionellen Herbstfestes am Baurundgang teilzunehmen und einen Einblick in die neuen Gebäude zu erhalten. Nebst den «offenen Türen» kamen die Besucher in Genuss von verschiedenen Kulturveranstaltungen vom Theater bis zum Konzert mit «Steff la Cheffe» und einem Markt mit Produkten aus den hauseigenen Werkstätten. Für die kleinen Gäste wurden Spielstände und ein Kinderflohmarkt geboten. Das Fest stand unter dem Motto «Chum verbii, lueg drii» und war entsprechend gut besucht.

Ekkharthof
Über 200 seelenpflegebedürftige Menschen wohnen und arbeiten am Ekkharthof. Sie finden in der anthroposophisch ausgerichteten Institution die Möglichkeiten, eine heilpädagogische Schule und berufliche Ausbildungen zu absolvieren oder einer Arbeit in den geschützten Werkstätten und Förderateliers nachzugehen. Der Ekkharthof umfasst eine heilpädagogische Schule, ein Kinder- und Jugendwohnheim, ein Erwachsenenwohnheim sowie verschiedene Werkstätten und Förderateliers. Zur Institution gehören auch die Aussenstellen Sonnenlinde in Berg, der Rosengarten in Birwinken sowie die kleine Freiheit und das Heilpädagogische Zentrum in Kreuzlingen.

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