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HSC-Männer stossen auf Platz 2 vor

Handball – Nur mit viel Mühe und noch mehr Arbeit bezwingt der HSC Kreuzlingen den noch sieglosen HS Biel zu Hause mit 28:27 (14:11) und ist neu NLB-Tabellenzweiter.

Renato Mettler setzt sich gegen die Bieler Abwehr in Szene, beobachtet von Teamkollege Attila Kun. (Bild: Foto Gaccioli)

Zufriedene Gesichter sehen anders aus. Weder Cheftrainer Marcel Keller noch Sportchef Alex Mierzwa zeigten sich in einer ersten Analyse mit dem Auftritt ihrer Mannschaft am fünften NLB-Spieltag vor heimischem Publikum vollauf zufrieden. «So kann man in eigener Halle eigentlich nicht auftreten. Da fehlte in der Abwehr der nötige Biss und im Angriff die Entschlossenheit,» meinten sie nach dem Schlusspfiff unisono. Auch wenn ihm einiges nicht gefallen hat, schob Keller anerkennend nach, dass «Biel kein einfacher Gegner ist und einiges dazu beigetragen hat, dass es für uns kein Spaziergang wurde.» Auch wenn es kein Galaauftritt war, so darf dem HSC Kreuzlingen doch attestiert werden, dass er am Ende die beiden wichtigen Punkte auf sein Konto verbuchte. Allerdings hätten die Thurgauer in der Schlussphase ihre Nerven schonen können, wenn sie zuvor nicht ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen, darunter erneut zwei Penalties, teilweise leichtsinnig vertan hätten. «Immer, wenn wir drauf und dran waren, den Gegner zu distanzieren, unterliefen uns unerzwungene Fehler», ärgerte sich Keller. Beim HSCK fielen bereits in der ersten Halbzeit gleich beide nominellen Kreisläufer sowie Topscorer Fabian Schneider mit Verletzungen aus. Wie lange sie nicht zur Verfügung stehen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Nur der Start überzeugend
Die Kreuzlinger schienen gewillt, die erste Saisonniederlage sechs Tage zuvor in Winterthur mit einer überzeugenden Leistung gegen Biel wettzumachen. Der Start war überzeugend: 2:0, 3:1 und 4:2 lauteten die Zwischenstände in den ersten vier Minuten. Das war es dann allerdings auch schon mit der Gala. Immer mehr Fehler schlichen sich bei den Thurgauern ein und die Berner, angeführt von einem wachen Keeper Christoph Baillif, kehrten die Partie innerhalb von nur fünf Minuten und drei Treffern in Serie. Erst die Einwechslung von Thierry Gasser nach einer Viertelstunde brachte wieder etwas mehr Stabilität ins Kreuzlinger Angriffsspiel. Mit fünf Treffern war der U21-Nationalspieler zusammen mit Noah Meisinger (vier Tore) hauptverantwortlich dafür, dass der HSCK vom 8:8 (18.) bis auf 13:9 (27.) wegziehen und mit einem 14:11-Vorsprung in die Halbzeitpause durfte.

Bieler stecken nicht auf
Entscheidend wegziehen konnten die Thurgauer aber auch nach dem Seitenwechsel nicht. Die kämpferischen Bieler liessen sich nicht abschütteln und waren immer dann zur Stelle, wenn der HSCK fehlerhaft agierte. Zwischen der 37. und 49. Minute lagen die Gastgeber immer mit einem oder zwei Treffer vorne. Als aber Biels polnischem Linksaussen Jonasz Ratajczak zehn Minuten vor dem Ende der 23:23-Ausgleich gelang, war der Ausgang wieder völlig offen. Die Schlussphase glich einem Krimi. Kreuzlingen legte immer wieder vor, doch Biel schaffte meist postwendend den Ausgleich. Zum Thurgauer Matchwinner avancierte schliesslich Drenit Tahirukaj. Der junge Linkshänder erzielte vier der letzten sechs HSCK-Tore, darunter 118 Sekunden vor dem Abpfiff auch das siegbringende 28:27. In der Schlusssekunde vergaben die Bieler am Kreis den durchaus möglichen Punktgewinn am Bodensee.

Drei Auswärtsspiele und Cup-Highlight
Weil der bisherige Leader TV Möhlin beim zuvor punktelosen SG Wädenswil/Horgen eine überraschende 19:32-Klatsche kassierte, ist kein NLB-Team mehr ohne Punktverlust. Neu wird die Tabelle vom BSV Stans (9:1 Punkte) angeführt, einen Zähler vor dem HSC Kreuzlingen. Auf die Thurgauer warten nun drei Auswärtsspiele in Serie. Am nächsten Samstag gastieren sie beim TV Steffisburg, danach in Birsfelden (12.10.) und in Horgen (3.11.). Das nächste NLB-Heimspiel bestreitet der HSCK am Samstag, 9. November, 18.00 Uhr, gegen die SG TV Solothurn. Vorher folgt allerdings noch der vorläufige Saisonhöhepunkt. In den Achtelfinals des Schweizer Cup 2019/2020 empfangen die Kreuzlinger am Mittwoch, 16. Oktober, 20.00 Uhr, den NLA-Spitzenclub TSV St. Otmar St. Gallen in der Sporthalle Egelsee.

HSC Kreuzlingen – HS Biel 28:27 (14:11)
Egelsee. – 250 Zuschauer. – Sr. Haldemann/Neumann.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 2-mal 2 Minuten gegen Biel.
Kreuzlingen: Perez (1.-19./39.-56./8 Paraden), Perazic (19.-39./56.-60./4 Paraden); Tahirukaj (5), Dedaj (4), Wipf, Tsamesidis, Bär (4), Heim, Mettler, Kun (1), Gasser (7/2), Schneider (1), Meisinger (6), Zeller.
Biel: Baillif (1.-21./44.-60./6 Paraden, davon 1 Penalty), Spuler (21.-44./2 Paraden); Stiffeler (6), Mächler (2), Bamert (3), Linder (1), von der Weid (1), Trummer (4), Ottiger, Schläfli (7), Etter, Piatek (1), Ratajczak (2/1).
Penaltystatistik: Kreuzlingen 2 von 4 (11./5:6 Schneider scheitert an Baillif; 48./23:22 Gasser verschiesst), Biel 1 von 2 (11./5:6 Trummer an die Latte).
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Singler und Gyuris (beide rekonvaleszent).

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