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Rote Zahlen erwartet

Kreuzlingen – Primar- und Sekundarschulgemeinde rechnen fürs nächste Jahr mit einem saftigen Minus. Auf dem Schulpräsidium sorgt das aber nicht für Panik. Es war abzusehen: Unter anderem wirkt sich die Steuergesetzrevision negativ auf den Finanzhaushalt der Kreuzlinger Schulen aus. Auch die steigenden Abgaben an den Kanton müssen noch einmal verdaut werden.

Finanzchefin Susanne Burgmer und Schulpräsidentin Seraina Perini müssen dem Stimmvolk am 24. November Minus-Budgets vorlegen. (Bild: sb)

Am 24. November wird über das Budget 2020 von Primar- und Sekundarschule abgestimmt. Im Vorfeld informierten Schulpräsidentin Seraina Perini und Finanzchefin Susanne Burgmer über die grössten Abweichungen gegenüber dem Budget des Vorjahres. Der erwartete Verlust beläuft sich auf rund 1,1 Millionen (PS) bzw. etwa 1,5 Millionen Franken (SS). 2019 wurden 366’000 Franken Plus (PS) bzw. 315’000 Franken Minus (SS) budgetiert.

«Ich habe keine Freude daran, rote Zahlen zu präsentieren», kommentierte Schulpräsidentin Perini die Vorlage. «Aber das hat sich abgezeichnet und wurde so auch im Finanzplan angekündigt.»

Zunächst konnte sie aber eine gute Nachricht überbringen: Beide Körperschaften sind finanziell auf Kurs und schliessen in diesem Jahr wahrscheinlich leicht besser als budgetiert ab. Perini: «Weil wir sorgsam mit den vorhandenen Mitteln umgehen.»

Besonders die Steuergesetzrevision trifft das Portemonnaie der Schulen hart. Im Gegensatz zur Stadt Kreuzlingen ist hier ein entsprechender Betrag bereits im Budget ausgewiesen, auch wenn die exakten Zahlen noch nicht feststehen. Finanzchefin Burgmer rechnet mit rund 1,4 Millionen Franken weniger Steuereinnahmen als im laufenden Jahr. Hinzu kommen insgesamt 800’000 Franken Mehrabgaben in den kantonalen Finanzausgleich.

Grossbaustelle Schule
«Wir geben das Geld am richtigen Ort aus», zeigte sich Schulpräsidentin Perini überzeugt von den im kommenden Jahr geplanten Investitionen. Unter anderem sind für die behindertengerechte Sanierung der Villa Louisa, Sitz des Schulpräsidiums, 850’000 Franken vorgesehen. Steigende Schülerzahlen bedingen den Ausbau des Schulraums, etwa im Schulhaus Bernegg. Dafür sind 780’000 Franke geplant. Über beide Projekte kann das Stimmvolk noch im kommenden Jahr befinden.

Auch der bereits bewilligte Ausbau der Horte kostet, so der Neubau Tannegg 3,1 Millionen Franken und der Baubeginn  bei Hort Bernegg 750’000 Franken (Fertigstellung 2012).

Vielfach saniert die Schule indes aus energetischen Gründen, beispielsweise im Pestalozzi-Schulhaus für 900’000 Franken, so Perini. Gesamthaft gesehen lässt sich beobachten, dass die Schule Kreuzlingen in den kommenden sechs Jahren mehr in ihre Liegenschaften investiert als im gesamten Zeitraum 2000 bis 2012.

Auch die Personalkosten steigen, was unter anderem an den wachsenden Schülerzahlen liegt. Bis 2024 werden 131 Schüler mehr als heute die Primarschule besuchen; 91 sind es bei der Sekundarschule, allerdings bis 2028 gerechnet. «Diese Entwicklung behalten wir genau im Auge», versicherte Perini.

Aber auch strukturelle Anpassungen benötigen mehr Personal: Aktuell sucht die Schule einen Leiter Liegenschaften, um diesen Bereich zu professionalisieren.

Primarschule: Steuererhöhung für 2021 angekündigt
Eine Änderung im Finanzausgleich erwartet Burgmer für das Jahr 2021. Die Primarschule wird mehr, die Sekundarschule weniger abgeben müssen. «Um weiterhin ausgeglichen haushalten zu können, muss die Primarschule eine Steuererhöhung von zwei bis drei Prozent prüfen», sagte sie. Die Sekundarschule werde ihren Steuerfuss dafür um bis zu fünf Prozent senken können. Derzeit liegt der Steuerfuss bei der Primarschule auf 44 Prozent, bei der Sekundarschule auf 30 Prozent. Im kantonalen Vergleich wird Kreuzlingen 2020 betreffend der Schulsteuern den zweitniedrigsten Steuerfuss haben.

Die erwarteten Verluste im kommenden Jahr soll das Eigenkapital ausgleichen. Dieses sinkt auf unter 14 Millionen Franken bei der Primar- und auf unter zwölf Millionen Franken bei der Sekundarschule. «Damit bleiben wir im grünen Bereich», kommentierte Finanzchefin Burgmer.

Der Finanzplan sieht für die Jahre 2012 bis 2025 mehr oder weniger ausgeglichene Budgets vor, mit einem Spitzenwert bei der Primarschule im Jahr 2025 von 396’000 Franken Plus und einem Minusrekord von 61’000 Franken bei der Sekundarschule im Jahr 2024.

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