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Erstmals seit Jahren beziehen weniger Personen im Thurgau Sozialhilfe

Kanton - Im Kanton Thurgau wurden 2018 deutlich weniger Personen von der Sozialhilfe unterstützt als im Vorjahr. Die Sozialhilfequote ging auf 1,6 Prozent zurück. Die Entwicklung spiegelt sich auch in den Sozialhilfeausgaben der Thurgauer Gemeinden: Diese haben erstmals seit zehn Jahren deutlich abgenommen.

Nur in Gottlieben waren die Pro-Kopf-Ausgaben mit 505 Franken höher. In so kleinen Gemeinden können aber bereits einige wenige bedürftige Personen oder Familien die Sozialhilfekosten pro Kopf stark beeinflussen. (Datenquellen: Sozialamt des Kantons Thurgau, Dienststelle für Statistik Kanton Thurgau)

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt führte im Jahr 2018 zu einer Entspannung bei der Sozialhilfe. Erstmals seit 2008 hat die Zahl der Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger im Kanton Thurgau wieder deutlich abgenommen. Insgesamt 4 353 Personen bezogen mindestens einmal im Laufe des Jahres 2018 Leistungen aus der Sozialhilfe. Das sind fast 400 Personen weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Sozialhilfefälle nahm ebenfalls ab – vor allem deshalb, weil weniger neue Fälle dazu kamen.

Der Rückgang bei der Zahl der Sozialhilfebezüger wirkte sich auch auf die ausbezahlten Leistungen aus. Die Brutto-Sozialhilfeausgaben der Thurgauer Gemeinden sanken 2018 um 4,8 Millionen Franken auf 91,4 Millionen Franken, was die grösste Abnahme innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist. Da gleichzeitig etwas mehr Rückerstattungen eingingen, nahmen die Nettoausgaben noch deutlicher ab als die Bruttoausgaben (-5,6 Millionen Franken oder -14 Prozent). Netto wendeten die Thurgauer Gemeinden 33,9 Millionen Franken für die Sozialhilfe auf.

Sozialhilfequote sinkt auf 1,6 Prozent

Die Sozialhilfequote – das heisst der Anteil der unterstützten Personen an der Wohnbevölkerung – sank 2018 auf 1,6 Prozent (2017: 1,8 Prozent). Im Vergleich zu anderen Kantonen ist sie im Thurgau tief. Die kantonsweit höchste Sozialhilfequote hatte mit 4,6 Prozent Arbon. Mit Ausnahme von Weinfelden lag die Sozialhilfequote aber auch in den anderen Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern über dem Thurgauer
Durchschnitt.

Im Jahr 2018 waren weniger Sozialhilfebeziehende auf Stellensuche

Zum Rückgang bei den Sozialhilfeempfängern im Kanton Thurgau hat unter anderem
eine Abnahme der unterstützten Personen auf Stellensuche beigetragen. Gegenüber
dem Vorjahr ging ihre Zahl um fast 300 Personen zurück (-18 Prozent). Mit einem Anteil von
40 Prozent machten sie jedoch auch 2018 die grösste Gruppe der 15- bis 64-jährigen
Sozialhilfebeziehenden aus. Die Zahl der Sozialhilfebeziehenden, die nicht im
Erwerbsleben stehen, hat gegenüber dem Vorjahr ebenfalls abgenommen. Dafür gab
es wieder mehr Personen, die trotz einer Arbeitsstelle auf Sozialhilfe angewiesen
waren.

www.statistik.tg.ch

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