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Zirkus als pädagogisches Lehrmittel

Kreuzlingen – Während der zirkuspädagogischen Erlebniswoche der Rudolf Steiner Schule haben 17 Kinder etwas Zirkusluft geschnuppert. Zwei Experten aus dieser Branche verwandelten die Turnhalle des Wehrli-Schulhauses in eine Welt voller Zauberer, Clowns, Jongleure und Turner. Heute um 15 Uhr findet dann eine Zirkusvorstellung statt.

Jakob Surbeck (l.), Clotilde Pichonnaz-Surbeck (r.) und Kinder während der zirkuspädagogischen Erlebniswoche. (Bild: Sandro Zoller)

Die Kinder verspeisten zur Stärkung die letzten Kuchenstücke und konnten das Ende der Pause kaum mehr erwarten. Denn drinnen in der Turnhalle spielte die Musik. Überall standen Turngeräte, Seile hingen von der Decke hinunter und in der Mitte sah es ein wenig wie in einer Zirkusmanege aus. Die Kinder rannten zu ihren Posten und fingen an zu üben. «Das Thema Zirkus ist ideal, da es mit seinen verschiedenen Ressorts sehr abwechslungsreich ist und die Kinder auf verschiedenste Art zum Bewegen animiert», erklärte Jakob Surbeck während er die Kuchenbox verstaute. Seine Ausbildung hat er an der Theaterschule Dimitri gemacht, wo er seine heutige Frau kennengelernt hat. Clotilde Pichonnaz-Surbeck und ihr Mann reisen in der Schweiz umher und bringen Kindern das Zirkusleben auf eine pädagogisch sanfte Art näher. Kinder, die sich ohne Druck an Dinge heranwagen dürfen, loten lieber Grenzen aus und erhalten ein gestärktes Selbstbewusstsein», sagte Surbeck und fuhr fort: «Diese erlernten Fähigkeiten kommen dem Kind später auch bei geistigen Aufgaben zugute.» Fünf Tage seien aber zu wenig, um bereits positive Veränderungen zu sehen.

Der Weg ist das Ziel
Jakob Surbeck erkennt eine höhere Effizienz, wenn Kinder sich ungezwungen entfalten können und das Ziel nur zweitrangig ist. «Ohne Druck etwas zu erarbeiten, räumt den Kids mehr Zeit für das Erlernen von Sozialkompetenzen ein.» Die Surbecks sehen sich als Begleiter und Berater, auch wenn sie zwischendurch einmal einschreiten müssen, weil manche zu wild werden. In der Gruppe erkennen die Kleinen sehr schnell, dass es nur durch Struktur und Einigung weiter geht, so Surbeck. Und am Schluss lernen die Kinder, ohne es ihnen immer gesagt zu haben, wie ein Ziel erreicht wird.

Schade findet er, dass die Teilnehmenden nie älter als zwölf Jahre alt sind. Verschieden altrige brächten noch mehr Kreativität hinein. Grund dafür ist nicht etwa, dass zum Beispiel 14-Jährige zu wenig angesprochen werden, sondern weil in dem Alter die Lust am Zirkusspiel vergeht. Freuen würde es Surbeck, wenn beim nächsten Mal auch mehr Kinder aus anderen Schulen dabei wären.

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