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«Einfordern was normal ist»

Kreuzlingen – Die Konzernverantwortungsinitiative war Thema beim Treffen der Gruppe «Leben und Gestalten». Die engagierte Diskussion stand unter der Leitung von Ria Gebhard.

Die Diskussionsrunde stand unter der Leitung von Ria Gebhard. (Bild: Kurt Peter)

«Leben und Gestalten» ist eine zwanglose Gruppe, die sich jeweils am ersten Montag des Monats im Trösch trifft, um sich zu informieren, zu diskutieren oder Meinungen auszutauschen. Am vergangenen Montag fand unter der Leitung von Ria Gebhard eine Diskussion über die Konzernverantwortungsinitiative statt. «Diese verlangt von Schweizer Firmen, die auch im Ausland tätig sind, die Einhaltung der Menschenrechte und des Umweltschutzstandards», erklärte Ria Gebhard zu Beginn.

Schutz darf nicht freiwillig sein

Es sei ihr nicht klar, warum sich viele Firmen gegen die Initiative wehrten, meinte sie weiter. Der Grossteil der Unternehmen hielten sich an die Standards der Menschenrechte und des Umweltschutzes.

«Die Initiative verlangt eine Selbstverständlichkeit». Betroffen seien Unternehmen, die sich in den jeweiligen Ländern eben nicht an Schweizer Normen hielten. «Zum Schutz von Mensch und Umwelt», wie es in der Initiative heisse, solle bei einer Zustimmung Klage gegen Verstösse in der Schweiz möglich sein.

Im Oktober 2016 sei die Initiative eingereicht worden, die Abstimmung folge im kommenden Frühling, ergänzte Gebhard. «Sie verpflichtet alle Konzerne in der Schweiz dazu, Menschenrechte und Umweltstandards bei ihren Geschäftstätigkeiten weltweit zu achten. Der Schutz von Mensch und Umwelt darf nicht mehr länger freiwillig sein und vom Wohlwollen der jeweiligen Manager abhängen», sagte sie weiter.

Regionalkomitees gegründet

Die Konzernverantwortungsinitiative werde von einem breit abgestützten Verein getragen. Dazu gehörten mehr als 100 Hilfswerke, Frauen- und Menschenrechts- sowie Umweltorganisationen, aber auch Firmen. Gebhard selbst ist dem Initiativkomitee beigetreten und «ich gehöre zum Regionalkomitee Kreuzlingen mit bisher 79 Personen». Insgesamt gebe es in der Schweiz bisher 230 Regionalkomitees. «Sichtbar machen», heisse das Motto der Unterstützer und sie hoffe auf noch mehr aktive und passive Mitglieder.

Die anschliessende Diskussion wurde engagiert geführt. Stossend waren für die Anwesenden die Argumente der Gegner, die «mit dem Säbel rasseln und mit Arbeitsplatzverlust drohen». Die Initiative sei wichtig, um den Schwachen vor Ort wenigstens ein bisschen zu helfen, hiess es weiter.

Bei den Verstössen gegen Menschenrechte und Umweltschutzstandards gehe es doch, man könne es drehen und wenden wie mal wolle, um die Profitmaximierung, zog die Gruppe die Bilanz.

Kurt Peter

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