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Zur Teilnahme überreden lassen

Kreuzlingen – Arian Ismaili ist einer von 56 Musiker, die es in die Qualifikationsrunde von «bandXost» geschafft haben. Der Rapper fühlt sich für seinen ersten grossen Auftritt gut vorbereitet, ist aber trotzdem sehr aufgeregt.

Mit Cap und Bauchtasche über der Schulter ist Arian Ismaili in seinen Musik-Videos und auf der Strasse wieder zu erkennen.  (Bild: Andrea Vieira)

Jedes Jahr können sich junge Musiker am «bandXost»-Contest messen. Dieses Jahr hat‘s ein junger Rapper aus Kreuzlingen in die Qualifikationsrunde geschafft. Arian Ismaili alias Aris steht am 26. Oktober im Orient in Schaffhausen auf der Bühne und hat 15 Minuten Zeit die Jury und das Publikum von sich zu überzeugen. «Ich werde 100 Prozent geben und versuchen das Publikum mitzureissen», sagt Arian zu seinem bevorstehenden Auftritt. In seinem Repertoire werden auch zwei drei ruhige Songs sein und nicht nur der Gangster-Rap, den jeder kennt.

Der erste grosse Auftritt

«Ich nehme nicht gerne an Contests teil. Meine Kollegen haben mich überredet», sagt Arian zur Teilnahme. Für den 19-Jährigen ist es sein erster offizieller Auftritt. Ansonsten trat er schon im Kreuzlinger Jugendtreff auf und durfte mit einem Hip-Hop-Kollegen nach Österreich an einen grösseren Auftritt reisen. «Ich bin aufgeregt. Am schlimmsten wäre es, wenn die Leute meine Songs nicht mögen.» Trotz Nervosität fühlt er sich vorbereitet. Er übte öfters im Ton-Studio vom Trösch am Boulevard oder in seinem eigenen Raum.

Von der Strasse in die Song-Texte

Die Ideen für seine Rapps landen vor seinen Füssen. «Das was ich in meinen Song verarbeite, ist wirklich passiert», sagt Arian. Musik sei für ihn eine Zuflucht, wenn‘s ihm nicht gut geht. Durch seine ausländischen Wurzeln sei er oft gemobbt und ausgegrenzt worden. Er ist aber in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Auch Dinge, die ihn tief beschäftigen, wie schlechte Nachrichten in den Medien oder die Situation in Syrien verarbeitet er mit seinen Songs.

Dissen gehört dazu

Frauen werden im Gangster-Rap meist beleidigt und als ein Stück Fleisch angesehen, mit dem die Männer machen können was sie wollen. Meist fallen in den Texten auch Drohungen, die mit Fäusten und Waffen verdeutlicht werden. «Es sollen nicht die Frauen beleidigt werden, sondern eine gewisse Person, die man dissen will», erklärt Arian. Die Leute, die ihn kennen wüssten was er mit seinen Aussagen in den Texten ausdrücken wolle. Das Angeben, Drohen oder eben das Dissen hat sich in der Hip-Hop-Szene zur eigenen Stilrichtung entwickelt. «Ich finde es nicht in Ordnung, dass die grossen Rapper durchs Dissen bekannt wurden», sagt Arian etwas enttäuscht.

Deutsch-Rap als Vorbild

Als Vorbild sieht er den Deutschen-Hip-Hop und die Rapper Nimo und Kurdo. Er möchte auch in Deutschland gross raus kommen, weil in der Schweiz der Musik-Markt nicht so ausgeprägt ist wie im Nachbarland. Durch den Musikgeschmack seiner Schwester und seines Cousin kam er auf den Hip-Hop. Der erste Hip-Hop-Song, denn er gehört hat, war von Farid Bang. Bushido darf für ihn auch nicht fehlen. «Meiner Meinung nach ist er eine Legende. Seine Art zu Rappen und sein Image gefallen mir», sagt Arian. Einer von Arians bekanntesten Songs ist Million. Auf Youtube hat er bereits rund 19‘200 aufrufe. Sein erstes Album «Dunkle Geschichte» erscheint am Freitag der 13. Dezember.

Zum Musik-Video

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