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Gewässer sollen dank «AquaSan» gesünder werden

Salenstein/Güttingen – In den kommenden acht Jahren soll dank des Projekts «AquaSan» ein besserer Umgang mit Pflanzenschutzmitteln erreicht werden. Dank des Projekts werden die Eintragswege solcher Mittel in Gewässer eruiert. Die Federführung liegt beim Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, die Messungen in den Bächen haben in diesem Sommer begonnen.

Margie Koster vom Amt für Umwelt präsentiert eines der Messgeräte. (Bild: ID)

Am 3. Juli 2019 hat der Grosse Rat des Kantons Thurgau einstimmig den Nachtragskredit in der Höhe von 1,7 Millionen Franken für das Projekt «AquaSan» beschlossen. Damit war der Weg frei für einen weiteren wichtigen Beitrag des Kantons zum Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Denn «AquaSan» hat zum Ziel, die Eintragswege von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer zu eruieren, das Risiko sowie die Belastung durch solche Mittel in Gewässern zu reduzieren und deren Einsatz zu optimieren.

Im Sommer haben nun die Messungen der Pestizidkonzentrationen an verschiedenen Eintragswegen begonnen. «Weil Massnahmen zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln auf den Betrieben mit Messungen in den Gewässern kombiniert werden, erlaubt dieses Projekt klare Aussagen über das Potenzial der Alternativen», sagte Projektleiter Florian Sandrini an einer Medieninformation im Schul- und Versuchsbetrieb des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg in Güttingen.

Breit abgestütztes Projekt
Das Projekt dauert acht Jahre, im Fokus stehen der Acker- und Tafelobstbau sowie der Beeren- und Gemüseanbau. Der Projektperimeter umfasst die beiden Fliessgewässer Eschelisbach und Salmsacher Aach mit einem Einzugsgebiet von rund 2550 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche. Die erste Phase wurde im Sommer mit wenigen Betrieben gestartet, ab dem Jahr 2021 folgt die zweite Projektphase mit einem grossflächigen Einbezug aller Betriebe im Projektperimeter.

Auch wenn es noch zu früh ist, Resultate zu vermelden, bezeichnete Florian Sandrini den Start des Projekts als geglückt. Zumal er ein grosses Interesse der Landwirte spürt: «Entscheidend für den Erfolg in diesem Projekt ist die breite Teilnahme durch die Landwirte.» Denn letztlich ist es auch in ihrem Interesse, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmittel optimiert werden kann. «Pflanzenschutzmittel in Gewässern können aber nur reduziert werden, wenn man weiss wie sie ins Gewässer gelangen», unterstrich Florian Sandrini die Bedeutung des Projekts.

Jährliche Kosten variieren
Über die gesamte Projektdauer belaufen sich die Kosten auf rund 7,75 Millionen Franken. Der Bund trägt rund 78 Prozent der Kosten, der Kostenanteil des Kantons beträgt demnach rund 1,7 Millionen Franken. Die jährlichen Kosten für den Kanton Thurgau variieren zwischen 50 000 und 350 000 Franken. Am Projekt beteiligen sich nebst dem Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, das Amt für Umwelt, das Landwirtschaftsamt, der Verband Thurgauer Landwirtschaft, der Thurgauer Obstproduzentenverband, die Gemüseproduzentenvereinigung der Kantone Thurgau und Schaffhausen, die Vereinigung Thurgauer Beerenpflanzer, Agroscope und Agridea.

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