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DBU sagt ja zum Stadthaus

Kreuzlingen – Der Stadtrat hat heute Nachmittag eine ausserordentliche Pressekonferenz einberufen. Er informierte über den positiven Entscheid des Departements für Bau und Umwelt (DBU), betreffend der fünf Sonderbewilligungen des Stadthausprojektes.

Stadtpräsident Thomas Niederberger (l.) und der Stadtrat freuen sich über das Ergebnis. (Bild: Sandro Zoller)

Stadtpräsident Thomas Niederberger teilte überaus erfreut mit: «Vier der fünf Ausnahmebewilligungen sind anstandslos genehmigt worden». Die Überschreitung der maximalen Geschosshöhe hat das DBU nicht beurteilt, da die Gesamthöhe des Gebäudekomplexes der Norm entspricht.

«Wir rechneten mit diesem Ergebnis», sagte Niederberger über den Ausgang des Entscheids. In der bereits laufenden Frist von 20 Tagen können Beschwerden eingereicht werden. Niederberger würde sich freuen, wenn keine kommen und der Stadtrat danach nahtlos am Projekt weiterarbeiten könnte.

Die Bewilligungen nehmen erstmals der Initiative «Freunde der Festwiese» ein wenig Wind aus den Segeln, ist doch deren Argumentation jetzt in Teilen hinfällig. Eines ihrer erklärten Ziele ist die Deblockierung der verfahrenen Situation. Mit dem DBU Entscheid kommt somit das Projekt wieder ins Rollen.

Das Stadthausprojekt ist umstritten, was Einsprachen und die lancierte Initiative zeigen. Bis jetzt waren aber die fünf hängigen Ausnahmebewilligungen beim DBU matchentscheidend. Dabei geht es um die Überschreitung der maximal zulässigen Gebäudelänge von 111,3 Metern, Überschreitung der maximalen Geschosshöhe von drei Metern, Unterschreitung des minimalen Gebäudeabstandes, Unterschreitung des Strassenabstandes und Überschreitung der Baulinie durch die Tiefgarage sowie eine erhebliche Terrainveränderung.

Mehr zum Thema am Freitag in der Kreuzlinger Zeitung. 

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3 thoughts on “DBU sagt ja zum Stadthaus

  1. Bruno Neidhart

    Na ja! Man kann sich darüber seine Gedanken machen. Aus Erfahrung: Wer hätte erwarten können, dass Fraunfeld gegen Kreuzlingen interveniert? Es erinnert mich wiedermal an die „Seeburg-Geschichte“: 1962/63 stand zur Debatte, ob im Bereich des historischen südlichen Parkgbiets (Arboretum), nahe beim Schloss, sowie auf dem Hörnlibergareal drei Hochhäuser von 52 Metern Höhe (!) plus einige klassische Wohnblocks mit Supermarkt (eingezeichnet war „coop“) entstehen sollen. Der Stadtrat wollte unbedingt bauen, hatte alle Pläne konkret vorliegen. Als ich mit allen möglichen Unterlagen (Berechnungen, Texte, Zeichnungen) gegen diesen „breiten Unsinn“ (nach meiner Definition) zum damaligen (sozialdemokratischen) Stadtammann loszog, wimmelte er mich (als „Jüngling“) vehement ab. Die nächste Stufe war für mich dann Frauenfeld. Dort – entfernt vom Ganzen (!) -, wurde das Projekt trotz meiner Beanstandungen „anstandslos“ (wie im aktuellen Fall) zugunsten des Stadtrates durchgewinkt.

    Kurz das Ende der Geschichte: Unter dem Begriff „Rettet den Seeburgpark“ organisierte schliesslich eine parteiunabhängige Gruppe eine Unterschriftenaktion. Die damals notwendige Anzahl Unterschriften war rasch erreicht. Also musste die Stadt abstimmen lassen. Resultat: Vernichtend für die Intentionen des Stadtrates, obwohl dieser im Abstimmungskampf mit massiven Kampagnen (ein volles Heft) für sein Projekt kämpfte (was selbstverständlich sein Recht war). Auch viele Parteiparolen wurden radikal entzaubert.

    Nun ist es bei der Festwiese politisch ergebenermassen so, dass bereits eine (demokratische!) Volksabstimmung vorliegt, die jedoch quasi ein Patt ergab (mit den bekannten „5 plus!“ – obwohl meines Wissens sämtliche Parteien dem Projekt im Vorfeld zugestimmt hatten!).

    Es ist jedoch immer gut, dass es einige (demokratische!) Möglichkeiten geben kann – geben könnte (Initiativen, Einsprachen), um, wie jetzt wieder, in einem in vielen Aspekten ähnlich gleichbedeutenden Fall (wie Seeburg) eine Neubewertung vornehmen zu können, handelt es sich heute doch u.a. ebenso um eine „erhebliche Veränderung des historischen Stadtraum-Bestandes“. Dieses Mal im Innern der Stadt. An diesen tatsächlichen Fakten hat sich auch nach der „Berichterstattung“ aus Frauenfeld nichts geändert.

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  2. Anthamatten Felicitas

    Ich gratuliere dem Stadtrat! Für das Ausharren, das sich Einsetzen für das schöne Projekt, das Einbeziehen des Praktischen, des zukunftsorientierten Denkens und des Raumkonzeptes für Draussen und Drinnen und für das liebevolle und persönliche Erläuterungsgespräch.
    Nur weil jemand (ein Mann) vor über 100 Jahren eine Zahl in eine Gesetzgebung eingesetzt hat, heisst das noch lange nicht, dass sich noch heute öffentliche Gebäude dran halten müssen.

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    1. Bruno Neidhart

      Es macht wenig Sinn, Frau Felicitas Anthamatten, aus dieser Angelegenheit noch eine geschlechtsspezifische („ein Mann“) machen zu wollen. „Zukunftsorientiertes Denken“ fordert hier Frau und Mann gleichermassen heraus. Wobei es nicht um „eine Zahl“ geht, sondern im Kern darum, aus der Tiefe der ortsbildenden Geschichte heraus zu denken und zu entscheiden.

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