/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Was hast du heute als Znüni dabei?

Kreuzlingen – Die Pausenapfel-Aktion vom Schweizer Obstverband kam wieder dem Schul-Znüni zugute. Präsentieren die Schüler das Innere ihrer Znüni-Box sieht es doch bei vereinzelten nicht frisch und gesund aus.

Die Viertklässler vom Schulhaus Schreiber freuen sich auf die Pausenäpfel, aber ein paar hätten schon lieber ein Kuchenstück.  (Bild: Andrea Vieira)

Wie jedes Jahr ist der Apfel im Kanton Thurgau ein beliebtes Thema, dazu gehört auch die alljährliche Pausenapfel-Aktion vom Schweizer Obstverband. Eine der vielen teilnehmenden Schulen ist das Schulhaus Schreiber in Kreuzlingen. Die Kinder der vierten Klasse von Lilian Codoni nehmen die kostenlosen Äpfel gerne als Znüni mit in die Pause. «Soll ich dir den Apfel halbieren», fragt Codoni einen ihrer Schüler. «Ja bitte», erwidert er. Trotz der Begeisterung über die runden Früchte sieht es in gut der Hälfte der Znüni-Boxen anders aus. Einer hat gekaufte Waffeln dabei und ein anderer eine gekaufte mit Vanille-Créme gefüllte Biskuitrolle. «Viele der Kinder essen vor der Schule kein Frühstück, deshalb bin ich froh, haben sie überhaupt ein Znüni dabei», sagt Codoni. Sie würde sich aber wünschen, dass alle Schüler Nüsse, Früchte und Knäckebrot dabei hätten. Vor einer Schulreise spreche sie nochmals mit der Klasse, was ein gesunder Snack ist und warum er besser sein soll als Kekse oder ein Süssgetränk.

Lilian Codoni spricht mit ihren Schülern oft über gesunde Ernährung. (Bild: Andrea Vieira)

Vom Landwirt bis zum Detailhandel

In ihren 27 Jahren als Lehrerin ist ihr jedoch aufgefallen, dass immer mehr Kinder etwas Gesundes dabei haben. Das Thema Ernährung gehört ab dem Kindergarten seit einigen Jahren zum Lehrplan dazu. Welche Schritte braucht es, bis die Milch im Laden steht, behandeln dann beispielsweise die Lehrer mit den Schülern. «Wenn es sein muss, spreche ich die Ernährung auch mal an einem Elternabend an», sagt Codoni.

Nicht jeder ist ein Vorbild

Wie in der Klasse sieht es auch im Lehrerzimmer aus. Gut die Hälfte der Lehrer hat ein gesundes Znüni dabei. Codoni löffelte in einem Birchermüsli und einige bedienten sich an den kostenlosen Äpfeln. Davon könnte sich Schulleiter Michele Miani einen Apfelschnitts abschneiden – er nehme kein Frühstück zu sich und er sei mit einem guten Kaffee als Znüni zufrieden. Im Lehrerzimmer gibt es an Fortbildungen einen gesunden Znüni von der Schule bereitgestellt, aber während des Jahres nicht. «Es sind nicht jeden Tag immer gleich viele Lehrpersonen in der Schule, da würden die Früchte verderben», sagt Miani. Es wäre auch eine zu grosse logistische Herausforderung, durchs Jahr hindurch Früchte für die Schüler anzubieten.

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