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Thurgauer Know-how ist gefragt

Thurgau/Bern – Im bernischen Wangen an der Aare findet auf dem bekannten Waffenplatz eine grossangelegte Rettungsübung statt. Mit dabei auch Spezialisten aus dem Thurgau.

Vertreter des THWs aus Bad Säckingen wollten wissen, wie die Thurgauer arbeiten. (Bild: zvg)

Mittwochmorgen, 6 Uhr in Frauenfeld. Es ist noch dunkel als eine 6-köpfige Delegation des Kantonalen Katastrophen Einsatz Elementes (KKE) vom Kanton Thurgau in einen weissen Zivilschutz-Van mit Anhänger einsteigen. Zielort ist das Übungsdorf auf dem Waffenplatz in Wangen an der Aare im Kanton Bern. Am besagten Ort läuft seit dem Montag eine grossangelegte Übung mit Beteiligungen verschiedenster Rettungsorganisationen aus dem In- und Ausland. Das Szenario der Übung, die den Namen «Terramotto19» trägt, basiert auf einem heftigen Erdbeben, welches sich am Sonntag gegen 22 Uhr im Raum Solothurn ereignete. Gebäude stürzten ein, mehrere Personen gelten als vermisst, Bahntrasses haben sich abgesenkt, Personalzüge entgleisten. Ein fiktives Grossereignis, welches für die Ortungs- und Rettungsspezialisten aus dem Thurgau als spannende Trainingsgrundlage dienen wird.

Kurz nach 8 Uhr trafen die Thurgauer Schutzdienstleistenden im Warteraum des Waffenplatzes Wangen an der Aare sodann auch ein. Nach einer kurzen Absprache mit dem verantwortlichen Einsatzleiter rückte das Team unter der Leitung des Kommandanten Yvo Rindlisbacher vor und bezog im Krisengebiet Stellung. Dann ging es Schlag auf Schlag: Das eingespielte Team installierte ihre High-Tech-Mittel und begann an einem Übungsobjekt mit Ortungsarbeiten. Man merkt, die Thurgauer sind auf ihren Geräten hervorragend ausgebildet, jeder Handgriff sitzt. «Wir haben im Kanton Thurgau ein rund 30-köpfiges Team, welches das ganze Jahr hindurch in ihren Wiederholungskursen (WK) nichts anderes macht, als sich auf diesen modernen Geräten weiter- und auszubilden», begründet Yvo Rindlisbacher das Können seiner Männer.

Innovativer Thurgauer Zivilschutz
Das Know-how des KKE’s stösst auf grosses Interesse bei den anderen Rettungsorganisationen. Die Einsatzmittel und deren Anwendungen sowie die Ausbildungsgrundlagen sind vergleichbar mit denjenigen der Gastgeber aus dem Kanton Aargau. Auch Vertreter des Technischen Hilfswerks (THW) aus Bad Säckingen schauten interessiert den Thurgauern über die Schultern. «An solchen Übungen findet ein wertvoller Erfahrungsaustausch statt der uns in allen Belangen weiterbringt» erklärt Rindlisbacher nicht ohne Stolz. Kommandant Rindlisbacher war es auch, welcher die Bedürfnisse eines modernen Zivilschutzes schon früh erkannte und mit innovativen Ideen ein technisch hochversiertes Einsatzelement im Thurgau heranschuf.

Wichtige Erfahrungswerte werden im Einsatz gesammelt
Das Übungsdorf auf dem Waffenplatz ist riesig. Es umfasst eingestürzte Objekte, verkeilte Bahnwaggons und Brandhäuser verteilt auf gefühlte zehn Fussballfelder. Überall wo man hinschaut sind eifrige Hände in Bewegung. Es wird gebohrt, gefräst oder eben geortet. Für Letzteres sind die Thurgauer mittler weilen in weiten Teilen der Schweizer Zivilschutzbranche bestens bekannt. Der Kanton Thurgau investierte in den letzten Jahren viel Geld in neue und hochmoderne Gerätschaften welche das Finden von verschütteten Personen erleichtern soll. Schweizweit betrachtet nimmt der Zivilschutz Thurgau dadurch eine Vorreiterrolle ein. Diese Tatsache wiederum erklärt das grosse Interesse an den Spezialisten aus der Ostschweiz.

Beat Kälin

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