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Merkwürdiges Rechts-und Demokratieverständnis

Leserbrief – Ernst Bucher aus Kreuzlingen hofft, dass dank der Initiative Müller-Dahinden-Leutenegger und der beachtlichen Zahl von Unterschriften über das Projekt Stadthaus erneut abgestimmt werden muss.

(Bild: pixelio)

Wie in der Presse letzte Woche zu erfahren war, hat sich das DBU angesichts des drohenden Erfolges der Initiative gegen den geplanten Bau des neuen Stadthauses nach dreijährigem Zögern nun plötzlich zur Genehmigung entschlossen. Das ist in mehrfacher Hinsicht bedenklich.

An der Entscheidung dieses Projektes sollen auch Vertreter des DBU beteiligt gewesen sein, womit das DBU eigentlich in dieser Sache befangen wäre, und sich zum Richter in eigener Sache macht. Zudem verletzt es seine Aufgabe, mit unseren sehr knappen Kulturlandreserven haushälterisch umzugehen, die durch dieses Projekt unnötig verschleudert werden. Es geht offenbar mit diesem Projekt so faul weiter, wie es begonnen hat! Stadtrat Zülle hatte im Projekt Guido Leutenegger am Boulevard die Dreistigkeit, ihn zu ermahnen, dass Gesetze für alle gelten, während er selbst sie gleich in mehrfacher Hinsicht, teils um über 100 Prozent verletzt (Baulänge von 111 Meter) und sich nicht einmal geniert, sein bedrückendes Demokratieverständnis öffentlich zu dokumentieren! Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass dank der Initiative Müller-Dahinden-Leutenegger und der beachtlichen Zahl von Unterschriften über dieses unerfreuliche Projekt erneut abgestimmt werden muss, und solchen undemokratischen Machenschaften die nötige Quittung erteilt wird.

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One thought on “Merkwürdiges Rechts-und Demokratieverständnis

  1. Bruno Neidhart

    Bin ganz bei Ihnen, Herr Ernst Bucher! Doch mir geht es im Kern nicht nur um die über 100 Prozent einer Bau-Überlänge „olympischen Ausmasses“, was ja letztlich u.a. einem Sperr-Riegel gleichkäme, der sich zwischen dem offenen Siedlungsmittelpunkt und dem Bildungscampus legen würde! PHTG-Architekt Consoni musste in diesem Zusammenhang gewusst haben, warum er seine ersten Baukörper hier nicht quer zum Moränenhang setzen konnte und nun den dritten, doch querliegenden Bau, unter der ehemaligen Rasensportfläche des Schreiberschulhauses (ziemlich) verschwinden lässt, wie ich lese. Das Offenlassen des Freiraums ums Klostergeviert war/ist Konzept.

    Nein, es geht mir einfach um die generelle Frage, warum ein schon seit Jahrhunderten attraktiv erlebbarer Freiraum in der Kreuzlinger Siedlungsmitte überhaupt überbaut werden sollte. Dazu bestand (und besteht) nun mal keinerlei Anlass. Schon der Gedanke daran (des vorhergehenden Stadtrates) war und bleibt für mich falsch und widersprüchlich und wurde zudem, warum auch immer, in seinen Auswirkungen nur spekulativ, ob es Frauenfeld überhaupt so genehmigen würde, den Stimmbürgern aufgetischt (was dann – nicht überraschend – in der Hauptstadt nach einigem Zögern „abgenickt“ wurde).

    Nun: Diesen Freiraum braucht die gewachsene, weiter wachsende Stadt heute mehr denn je! Er ist ein geerbtes, unschätzbares Kreuzlinger Siedlungs-Kapital, das für seinen vielfältigen Aufgabenbereich zum Wohl der Stadt längst in der ganzen Breite und Auswirkung beschrieben wurde. Selbst eine auswärtige Denkmalbehörde sollte dies endlich voll – nicht nur halb – einsehen!

    Standort für ein neues (modernes) Stadthaus? Kein Problem! Ein Bau ist dort zu realisieren, wo er zur aktiv-bürgerlichen, kommerziellen und kulturellen Stadtmitte belebend beitragen kann. Ein solches Haus könnte durch seine Ausgestaltung als Service-, Administrations-, Bildungs-, Aufenthalts-, Begegnung-, Tourismus-, Geschichtsort, usw. „der zentrale Kreuzlinger Zielpunkt“ darstellen, um die Stadt tagtäglich für Bewohner und Besucher von jung bis alt lebendig und attraktiv repräsentieren zu können.

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