/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Die Würfel sind gefallen

Kreuzlingen – Das Gericht hat nach vertagter Sitzung nun endgültig entschieden. Der Treuhänder und Kinderkrippenbetrüger muss hinter Gitter. Die Strafe ist aber milder ausgefallen, als es die Staatsanwaltschaft forderte.

Nach langem Abwägen ist das Urteil verkündet worden. (Bild: HHS/pixelio.de)

Donnerstagabend verkündete das Bezirksgericht das Urteil zum medial aufsehenerregenden Fall. Es bestätigte die in der Anklageschrift aufgelisteten Vorwürfe als gegeben und verurteilte den Treuhänder zu 36 Monaten Freiheitsstrafe. Davon muss er 12 Monate im Gefängnis absitzen. Die restlichen zwei Jahre erhielt er auf Bewährung. Zudem wurden dem Schuldigen die Verfahrenskosten von rund 32’000 Franken auferlegt.

Der Treuhänder kann innert zehn Tagen Berufung beim Kantonsgericht einlegen.

Zu hohe Forderung seitens der Staatsanwaltschaft
Der Staatsanwalt erklärte in seinem Plädoyer, von vorletztem Donnerstag, wie seine Forderung von 51 Monaten Freiheitsstrafe zustande kommt. Nach seiner Ansicht sollte jedes deliktische Handeln einzeln beurteilt werden. Die Akkumulierung spränge eine monetäre Bestrafung von 180 Tagessätzen bei weitem und gerechtfertige den höheren Freiheitsentzug.

Das Gericht war nicht der selben Meinung. Einerseits ist bei mehreren Delikten die Verfolgungsverjährung eingetroffen und anderseits gehören einige Straftaten zusammengefasst.

Einer reinen Geldstrafe, so wie es die Verteidigung gefordert hatte, konnte das Gericht auch nicht nachkommen. Gerade die Urkundenfälschung bekunde besondere Machenschaften und Kniffe seitens des Treuhänders. «Der Verurteilte beging die Taten im Wissen, dass die Stadt Kreuzlingen ihn nie kontrollieren würde», sagte der vorsitzende Richter.

Kriminelle Energie
Als schwerste Tat sah er den gewerbsmässigen Betrug aus rein egoistischen Motiven, wie der Selbstbereicherung, an. Gesamthaft erachtet das Gericht das Verschulden als schwer, da der Treuhänder als sehr kompetent herüber kam und er dies systematisch und bedacht für seine Zwecke missbrauchte. «Um diese Taten über mehrere Jahre zu vollziehen, musste eine nicht unbeachtliche kriminelle Energie vorhanden gewesen sein», verkündete der Vorsitzende ruhig aber bestimmt den Anwesenden.

Dem Verurteilten kann gemäss Gericht nichts gutgeschrieben werden, denn sogar die Selbstanzeige war nur ein Versuch weiter zurückliegende Taten nicht auffliegen zu lassen.

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