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100 Tage neuer Schulleiter im Schulzentrum Seetal

Kreuzlingen – Seit 100 Tagen wird das Schulzentrum Seetal von einem neuen Schulleiter geführt. Sebastian Schaad, ein ehemaliger Mittelstufenlehrer, wurde aus dem Kollegium in die neue Funktion gewählt. In einem Interview befragt Edyta Zehnle, Mitglied der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit, wie er diese anspruchsvolle Aufgabe meistert?

Sebastian Schaad, Schulleiter Schulzentrum Seetal, mit Schülern. (Bild: Edyta Zehnle)

• Wie stehen sie zu dem Spruch «Neue Besen kehren gut? Muss man im Seetal viel verändern?
Es ist die Frage in welcher Ecke sie etwas kehren müssen oder wollen. Als neue Führungsperson sieht man sicher Strukturveränderungsmöglichkeiten. Bei den Veränderungen ist es aber notwendig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie stehen. In den letzten zwei Jahren haben der bisherige Schulleiter M. Zogg und ich gemeinsam gekehrt und die notwendigen Veränderungen wurden schon in dieser Zeit angeleitet. Das hat mir den Einstieg extrem vereinfacht.

• Wie kommt man nach 23 Jahren als Primarlehrer auf die Idee die Aufgabe eines Schulleiters anzunehmen?
Ich suchte einerseits eine neue Herausforderung und anderseits organisiere ich gerne, plane gerne Projekte und bin immer auf der Suche nach der Optimierung. Für die Entscheidung habe ich mir drei Jahre Zeit genommen.

• Welche sind die erfreulichen Aufgaben in ihrem Arbeitsalltag?
Was Spass macht sind die Kontakte mit Menschen vom Kindergartenkind bis zum Grossvater und verschiedenartigste Menschen (im Team, Elternschaft et cetera) zu begleiten und Schritte der Weiterentwicklung gemeinsam zu suchen.

• Die Leitung von knapp 50 Personen ist sicherlich keine einfache Aufgabe. Wer oder was hilft ihnen dabei?
Ich habe mir nie die Frage gestellt woher meine Kraft kommt. Ich weiss aber, dass ich viel Kraft habe. Meine Frau ist sicherlich eine grosse Stütze und auch die Zufriedenheit in dem was ich tue. Das gibt mir einen enormen Auftrieb. Ich möchte meine Begeisterung auf andere Menschen übertragen. Die Unterstützung der anderen Schulleiter und des Präsidiums ist ebenfalls vorhanden.

• In der heutigen Schule laufen sehr viele Veränderungen, zum Beispiel Lehrplan 21, neue Medien, Zyklusorientierung etc. Welche dieser Projekte sind in ihren Augen sinnvoll?
Bei den neuen Medien ist mir wichtig, dass man diese überlegt einbaut. Was voraussetzt, dass die LP mit den IT Geräten leben und am Ball bleiben um das Potential der IT Geräte zu nutzen. Der Lehrplan 21 ist vorgegeben und muss bis zum Schuljahr 20/21 umgesetzt werden. Die Zyklusorientierung ergibt sich aus der Struktur des neuen Lehrplans. Der neue Lehrplan versucht auf die Veränderungen in der Gesellschaft zu reagieren. Es geht darum dem Kind besser gerecht zu werden und individuell auf die Kompetenzen einzugehen.

• Vermissen Sie das Unterrichten?
Ich vermisse manche Teilbereiche des Unterrichtens zum Beispiel die Projektarbeit «Schuhputzaktion von terre des hommes», die Waldtage oder andere Exkursionen. Ebenfalls die eins zu eins Situation, in der die Lehrpersonen individuell auf das Kind eingehen kann.

• Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Gibt es das überhaupt?
Er hat 10 bis 12 Stunden, beginnt um 7 Uhr, besteht zur Hälfte aus geplanten Sitzungen, Unterrichtsbesuchen und Mitarbeitergesprächen. Der Rest ergibt sich aus den täglichen «Überraschungen».

• Wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Ich bin offen, ehrlich und hilfsbereit.

• Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
Die Freizeit verbringe ich am liebsten mit der Familie, im Garten oder beim Jogging. Wenn möglich, laufe ich täglich zur Arbeit.

• Haben Sie eine persönliche Vision für die Schulentwicklung in den nächsten Jahren?
Mein Steckenpferd ist der Massnahmenplan 2017-22 für das Schulzentrum Seetal. Es handelt sich dabei um 23 Punkte/Massnahmen, die ich mir auf Grund der Analyse der kantonalen Evaluation zusammengesetzt habe. Ein Beispiel daraus ist die Optimierung der Pausenaufsicht, das heisst wie muss die Pause von Lehrpersonen beaufsichtigt werden, damit sich alle Kinder wohl fühlen. Oder die Umsetzung meiner Zertifikatsarbeit zum Thema Teamkultur.

Doch meine Vision für die Schule im Ganzen lautet: Ich wünsche mir aufgestellte und fröhliche Schülerinnen und Schüler in einem gepflegten und gut eingerichteten Schulhaus, wo begeisterte und motivierte Lehrpersonen aus Überzeugung unsere 340 Kinder aus verschiedensten Nationen «step by step» weiterentwickeln, coachen und begleiten.

Wir wünschen Sebastian Schaad viel Elan und Ausdauer bei der schönen und anspruchsvollen Tätigkeit als Schulleiter.

Edyta Zehnle

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