/// Rubrik: Kultur

Kunst zum Erleben

Tägerwilen – Die Reihe art mood startete mit vielfältigen Künstlern in eine neue Runde. An der Vernissage im Hotel Jucker’s in Tägerwilen fand ein Tête-à-Tête von Kunst und Genuss statt. Die Köpfe hinter den Schöpfungen standen der Presse zur Verfügung.

Steffen Kraiss. (Bild: Sandro Zoller)

Dies ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem Künstler aus allen Bereichen über längere Zeit ihre Kreationen in den Räumlichkeiten des Hotel Jucker’s ausstellen können. «Der Raum ist nicht immer mit Seminaren ausgebucht. Die Kunst ist eine schöne Ergänzung, die nicht nur Hotelgäste anlockt», schilderte Gastgeberin Karin Jucker die Idee dahinter. Nachdem die letzten Ausstellungen den Hoteleigentümern zu fest einem Basar glichen, soll das neue Konzept ruhiger daherkommen. Noch bis im Januar 2020 sind Bilder von Cat Bakker und Skulpturen von Steffen Kraiss zu bestaunen.

Energiegeladene Steine
In den 50er-Jahren entwickelte sich im heutigen Zimbabwe eine Bildhauerströmung. Der Shona Stamm, welcher im alten Rhodesien etwa ein Viertel der Bevölkerung ausmachte, erschuf die ersten in Stein gemeisselten Statuen. «In den hauptsächlich aus Serpentin und Verdit kreierten Kunstwerken wohnt eine wahnsinnige Energie inne. Sie hilft die innere Ruhe zu finden und gleichzeitig neue Kraft zu tanken», erklärte der Aussteller Steffen Kraiss sichtlich fasziniert. Während von der ersten Generation keine Statuen mehr auf dem Markt zu finden sind, erhofft sich Kraiss mit neueren Objekten mehr Menschen für diese afrikanische Kultur zu begeistern. Sein Wissen hat er bei Michael Adler, ehemaliger Galerist in Gottlieben und Pionier auf seinem Gebiet, erworben.

Alexandra Lulay. (Bild: Sandro Zoller)

Perlen aus Fidschi
Die Kreuzlinger Goldschmiedin Alexandra Lulay faszinieren die farblich einzigartigen Perlen der Fidschi Inseln. «Die Frau von heute sucht eine Alternative zu weissen Perlen und diese bekommt sie bei mir mit warmen Farbtönen. Zudem sind die Fidschi-Perlen sehr selten», sagt Lulay zur Marktsituation. Daneben stellte sie auch selbstgemachte Ringe mit Edelsteinen aus, die auf Wünschen von Kunden basierten oder in ihrem Kopf entstanden sind. Die Goldschmiedin schätzt an ihrem Handwerk, dass trotz moderner Gerätschaften weiterhin alte Techniken zur Anwendung kommen. Ihre Ausstellungsobjekte waren aus versicherungstechnischen Gründen nur an der Vernissage zu bestaunen.

Cat Bakker. (Bild: Sandro Zoller)

Natur als Inspirationsquelle
Die Malerin Cat Bakker aus Mammern erhält ihre Ideen aus der Natur. Dafür fährt sie mit ihrem VW-Bus in der Weltgeschichte umher, zuletzt in Norwegen. Dennoch hat sie vom ersten bis zum letzten Pinselstrich kein effektives Landschaftsbild vor sich. Die Bilder, bei denen sie auch selbst den Rahmen spannt, sind sehr abstrakt. Trotzdem sieht man bei genauerem Betrachten die Konturen von Bergketten. «Daneben male ich sehr gerne Gefässe und Aktbilder», sagte Bakker über ihr Repertoire während eines Rundgangs.

Mittlerweile ist ihre Leidenschaft zum Beruf geworden. Nebenbei bietet sie weiterhin mit der Kunstwerkstatt Kurse an, worin sie all ihre Tipps und Kniffs weitergibt. «Jetzt freue ich mich darauf, Ende April 2020 in Steckborn Räumlichkeiten für eine fixe Ausstellung beziehen zu können», erzählte Bakker begeistert.

Gianni Misani. (Bild: Sandro Zoller)

Wein und die Kunst
Gianni Misani führt das Familienunternehmen in dritter Generation. Sein Herz gehört voll und ganz dem Wein und weiteren aus Trauben hergestellten Perlen wie Sekt und Grappa. Sein Hauptgeschäft befindet sich in St. Moritz. Eine weitere Filiale steht in Goldach. «Ich möchte mich weiterentwickeln und in Zukunft an den Bodensee expandieren», sagte Misani über seine Pläne. Eine Auswahl an erlesenen Tropfen zum Degustieren hielt er in Tägerwilen bereit. Er bietet nicht nur Kunst in der Flasche, sondern auch darauf. Ein Bündner Künstler ist für die Etiketten verantwortlich, worauf zum Beispiel eine Sonne oder der Schellenursli zu begutachten sind. Diese Spezialversionen finden bei Gastronomen Anklang, so der Weinexperte.

Auch wenn art mood relativ jung ist, haben die Jucker’s bereits weitere Ideen auf Lager, die die Region bereichern können. Eine soll unter dem Namen street mood über die Bühne gehen. Tatoos und Bikes werden darin eine wichtige Rolle spielen.

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