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Wieder Zoff im Schwimmbad Hörnli

Kreuzlingen – Ein Know-how von sieben Jahren geht auf einen Schlag verloren. Dem Bademeisterteam des Schwimmbades Hörnli wurde gekündigt. Umstrukturierung der Arbeitsabläufe und Vorfälle mit den Badegästen seien die Gründe zu diesem Schritt.

Die Bademeister Dominique Assire (rechts), Mathieu Assire (2.v.o.) und Georg Vesper (fehlt) gehören nicht mehr zum Hörnli-Team. (Bild: Archiv)

«Eine Frechheit», sagt Ex-Chefbadmeister, Dominique Assire. Die Genossenschaft Schwimmbad Hörnli hat dem 64-Jährigen, seinen Arbeitskollegen Mathieu Assire und Georg Vesper gekündigt. Sie waren rund sieben Jahre das Bademeisterteam des Hörnli.

Hinsichtlich dem möglichen Zusammenschluss in drei Jahren mit dem Familien- und Freizeitbad Egelsee, sei ein höheres Niveau gefordert worden, was gemäss Genossenschafts-Präsident Jürg Schlatter das Bademeisterteam nicht erfüllt hat. «Den drei Bademeistern zu kündigen, war eine Entscheidung im Rahmen der künftigen strategischen Entwicklung des Hörnli», sagt Schlatter. Das Risiko, dass auf einen Schlag ein Knowhow von sieben Jahren verloren geht, nimmt er in Kauf. «Das Bademeister-Team funktionierte in sich gut, aber die Übernahme Einzelner in ein neues Team sehen wir nicht als zielführend.» Assire sieht es anders: «Unverschämt zu sagen, dass unser Niveau nicht hoch genug sei. Nur weil wir unsere Arbeit nicht so verrichtet haben, wie es der Einsatzplan verlangt.» Einer der Streitpunkte war zum Beispiel das Rasenmähen. Das sei immer an einem bestimmten Tag geplant gewesen, aber wenn es geregnet oder das Schwimmbad um die 1000 Badebesucher hatte, mähte Assire nicht. Er legte an solchen Tagen seine Prioritäten anders. Diese Vorgehensweise sei für die Genossenschaft zu unstrukturiert gewesen und manche Einsatzpläne seien nicht vorhanden gewesen. Das Bademeisterteam hat aber seine Arbeit immer so rasch wie möglich und korrekt erledigt, trotz fehlenden Einsatzplänen.

Gäste bemängeln Personal
«Wir hatten die letzten drei Jahre keinen einzigen Krankheitsausfall», lobt der 48-jährige Vesper. Auch sonst hatten die Bademeister unter der Leitung von Assire ein sehr familiäres Verhältnis. Nicht nur, weil der 31-jährige Mathieu Assire sein Sohn ist, sondern sie haben auch des Öfteren während der Mittagspause gemeinsam gekocht. Aber manch Badegast war mit ihnen unzufrieden und machte dies in Google-Rezensionen des Freibades kund oder direkt bei jemanden aus der Genossenschaft. «Im Ordnungsbereich war das Team sehr gut, aber es gab auch da Beanstandungen wie beispielsweise schroffe Antworten auf Fragen der Badegäste», erläutert Schlatter. Einer der bekanntesten Fälle geschah diesen Sommer. Mehrere Medien haben darüber berichtet, dass das Badepersonal einen Schüler geschlagen haben soll. «Alles müssen wir uns nicht gefallen lassen, besonders persönliche und beleidigende verbale Angriffe nicht. Manchmal mussten wir Gäste gegen ihren Willen aus dem Freibad werfen. Aber handgreiflich sind wir nie geworden. Ausser in drei Fällen, in denen wir mit einem Messer bedroht wurden. Da warten wir bestimmt nicht auf die Polizei.» Der Ruf des Schwimmbades ist Schlatter sehr wichtig, aber laut Assire haben die Genossenschafler selbst einen schlechten Ruf in der Bademeister-Branche.

Es wird Nachfolger geben
Die drei Stellen werden wieder mit einem Stellenprozent von 250 besetzt, so Schlatter. Die Genossenschaft hat bereits die ersten Vorstellungsgespräche geführt.

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One thought on “Wieder Zoff im Schwimmbad Hörnli

  1. X

    Als Besucher des Hörnli bin ich froh, dass das Team ausgewechselt wird. Diese Bademeister waren nicht fähig, ein Bad zu führen. Die Sauberkeit liess sehr zu wünschen übrig.

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