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Kreuzlinger Defensive ungenügend

Handball – Durch das 34:37 in Stans hat der HSC Kreuzlingen den Anschluss an das NLB-Spitzenduo verloren. Am Samstag, 18 Uhr, empfängt er den punktgleichen TV Möhlin.

HSCK hat 34 Treffer erzielt, ging aber trotzdem als Verlierer vom Platz. (Bild: Foto Gaccioli)

Der Aufsteiger vom Bodensee befindet sich in einem Wellental der Gefühle. Seit Mitte Oktober resultierten zuerst zwei Siege, dann zwei Niederlagen, gefolgt von zwei weiteren Erfolgen und jetzt erneut zwei Niederlagen hintereinander. Beim heimstarken Stans, das nach einem hervorragenden Saisonstart (11:1 Punkte) und der Tabellenführung zuletzt fünf Niederlagen in Serie kassierte, konnte der HSCK nicht auf die 28:32-Heimniederlage eine Woche zuvor im Spitzenkampf gegen neuen Leader Baden reagieren. Der Hauptgrund für die fünfte Saisonniederlage der Thurgauer ist schnell gefunden: Die Abwehr war in Stans nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe. Es fehlt sowohl an der Abstimmung wie auch an der nötigen physischen Robustheit, an der Entschlossenheit. Auch die beiden Torhüter konnten den Spielverlauf für einmal nicht positiv beeinflussen. Noch nie hat der HSCK in jüngerer Vergangenheit gegen einen gleichklassigen Gegner so viele Gegentreffer kassiert wie in Stans. Da wird Cheftrainer Marcel Keller mit seiner jungen Mannschaft einiges zu analysieren haben. Wer 34 Treffer erzielt, sollte eigentlich nicht als Verlierer vom Platz gehen müssen.

Noch zwei Spiele vor der langen Pause

In der Tabelle liegt der HSC Kreuzlingen immer noch auf dem guten vierten Rang und führt damit ein extrem breites Mittelfeld an. Das elftplatzierte Solothurn liegt lediglich vier Punkte hinter dem HSCK zurück. Im letzten Heimspiel des Jahres am nächsten Samstag, 18.00 Uhr, gegen den punktgleichen TV Möhlin wäre es für die Keller-Truppe deshalb ungemein wichtig, die kleine Negativserie zu stoppen. Im letzten Punktspiel 2019 gastiert der HSCK dann zum Rückrundenstart am 14. Dezember beim Aufstiegsanwärter Stäfa. Danach ruht der NLB-Meisterschaftsbetrieb wegen der EHF EURO 2020, an der die Schweiz in der Gruppenphase auf Schweden (10.1.), Polen (12.1.) und Slowenien (14.1.) trifft, bis am 1. Februar 2020.

Entscheidung innert vier Minuten

Die Kreuzlinger starteten in Stans durchaus vielversprechend und lagen nach gut sieben Minuten mit 4:2 vorne. Danach fanden allerdings auch die zuletzt nicht gerade erfolgsverwöhnten der Gastgeber den Tritt und machten aus einem zwischenzeitlichen 8:8 (16. Minute) ein 12:10 (22.). Über die gesamten 30 Minuten gesehen bewegten sich die beiden Teams aber auf Augenhöhe, was auch der Pausenstand (18:17 für Stans) widerspiegelt. Dieses Kräfteverhältnis galt auch für die Startphase in die zweite Halbzeit. In der Folge unterliefen dem HSCK aber immer wieder Fehler in der Offensive, wogegen Stans dank seines wurfgewaltigen Rückraums zu zahlreichen einfachen Treffern kam. Vom 24:23 zogen die Gastgeber so innerhalb von vier Minuten auf 28:23 (43.) und danach sogar auf 30:24 (45.) davon.
Kreuzlingens Trainer Marcel Keller sah sich deshalb zu zwei Time-outs innerhalb von nur zweieinhalb Minuten gezwungen. Zwar wurde das Spiel seiner Mannschaft danach wieder etwas besser, aber den Turboknopf konnte sie nicht drücken. Immer wenn sie den Gegner nochmals unter Druck hätte setzen können, unterliefen ihr unerzwungene Fehler. Eine dumme Zeitstrafe in der 56. Minute beim Stand von 34:31 besiegelte schliesslich die Kreuzlinger Niederlage. Stans nützte diese Überzahl zu zwei weiteren Treffern und brachte die Punkte danach problemlos ins Trockene. Erfolgreichster Schütze beim HSCK war mit acht Treffern wiederum Routinier Valon Dedaj, wobei er dafür allerdings auch 15 Würfe benötigte. Ebenfalls gut war die offensive Performance von Konstantinos Tsamesidis, Fabian Schneider (je 6 Tore) sowie Kreisläufer Manuel Zeller (5).

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