/// Rubrik: Kultur

Viel Drama

Kreuzlingen – Das Kreuzlinger Theater an der Grenze bietet bis April neben Kabarett auch ernste Dramen.

(V.l.) Kommunikationsvorstand Lukas Huggenberg und Fritz Brechbühl, Präsdident des Trägervereins. (Bild: Inka Grabowsky)

«Grosse Kunst auf kleiner Bühne» lautet der Wahlspruch des Theaters, und im Laufe seiner fünfzigjährigen Geschichte haben sich die Veranstalter einen guten Ruf für Kleinkunstaufführungen aller Art erarbeitet. In der kommenden Saison legen die beiden Programmleiter Simon Hungerbühler und Birgit Auwärter einen besonderen Akzent auf dramatische Werke. «Dazu kam es, weil wir insbesondere lokalen Künstlern eine Plattform bieten wollen», erklärt Birgit Auwärter. Der Kreuzlinger Hans Gysi holt so am 29. Februar die ausgefallene Vorstellung von «Milchruusch» nach, die Frauenfelderin Susanne Odermatt spielt mit Julius Griessenberg am 24. April ihr neues Stück «Das kleine Pony».

Zwei der fünf geplanten Stücke haben durchaus Schnittmengen mit der Sparte Comedy. Sowohl Christof Wolfisbergs «Abschweifer» am 10. Januar als auch der humorvolle Monolog von Heinz Margot als «Souffleur» am 27. März werden viel Anlass zum Lachen bieten. Die beiden sind normalerweise mit Partnern im Duo unterwegs. Wolfisberg ist Teil von «Ohne Rolf» und hat sich nun für seinen Soloauftritt eine innovative Form gesucht, in der er vorausahnt, was das Publikum gerade über seinen Auftritt denkt. «Das ist sehr intelligentes Theater», schwärmt Simon Hungerbühler. Heinz Margot, der zuletzt mit Michael Schacht Philip-Maloney-Fälle in den Kleintheatern der Schweiz löste, nimmt in seinem Ein-Mann-Stück den Theaterbetrieb aufs Korn.

Schweizer Premiere von Jan Rutishauser
Da das KiK-Festival wieder mit drei Vorstellungen im Theater an der Grenze vertreten ist, werden die Freunde des gepflegten Humors bestimmt nicht zu kurz kommen, zumal auch die Programmleiter für vier eigene Kabarett-Aufführungen gesorgt haben. «Ich bin immer stolz, wenn bei uns eine Premiere stattfindet», sagt Simon Hungerbühler. Deshalb freut er sich besonders auf den Güttinger Jan Rutishauser, der am 18. Januar nach 2015 und 2017 erneut als erstes das Publikum in Kreuzlingen mit seinem neuen Programm beglückt. Der Titel «Absolute Perfektion» weist eher auf ein Ziel als auf einen Zustand hin: Rutishauser spricht vergnügt von seinen Missgeschicken. Erneut ist auch das Damen-Trio von «siJamais» zu Gast. Die Musikkabarettistinnen hatten 2018 ihr Stück «Kriminell» gezeigt. Nun gibt es am 7. Februar die Fortsetzung «Inkognito». Die einzigartige Show mit Trash-Elementen von «Pasta del Amore» ist dem Kreuzlinger Publikum durch den Auftritt bei der langen Nacht der Kleinkünste in der vergangenen Saison bekannt. «Ich fand’s grossartig», so Hungerbühler, «aber das wird kontrovers diskutiert.» Wer mitreden will, hat am 16. März Gelegenheit.

Kooperationen ermöglichen Auftritte
Gemeinsam unter anderem mit dem Kellertheater St. Gallen hat das Theater an der Grenze die Goldfarb-Zwillinge mit ihrem Programm «Kleine Koalition» engagiert. So lohnt sich die Anreise aus Berlin für die kleinen Kabarettisten-Schwestern gleich mehrfach. Die Kreuzlinger Vorstellung findet am 7. März statt. Durch die Zusammenarbeit mit den «Theaterblitzen», dem Jugendtheaterfestival des Theaters Bilitz, kommt eine Aufführung des Schaffhauser Theaters Sgaramusch nach Kreuzlingen. Gegeben wird am 11. März «Tätärätätäää» für Kinder ab 5. Drei Clowns ermutigen die Zuschauer, mal einen grossen Auftritt zu wagen.

Warten auf das Kult-X
Nur 450 Meter vom angestammten Standort des Theaters hinter dem Kreuzlinger Boulevard entsteht im früheren Schiesser Areal das neue Kulturzentrum Kult-X. Noch läuft der Betrieb provisorisch. «Aber wir beziehen das Kult-X in dieser Saison wieder in unseren Spielplan ein und freuen uns über die Möglichkeiten, die der neue Spielort uns bietet», sagt der Präsident des Trägervereins Fritz Brechtbühl. «Es wäre schön, wenn 2023 die Bühne dort professionell eingerichtet wäre. Wir wären jedenfalls bereit.» Im Kult-X ist die Bühne entscheidende zwei Meter breiter. Diesen Raum braucht die DAKAR-Produktion, die am 21. Februar dort das Stück «Matto regiert» nach Friedrich Glauser aufführt. Drei Schauspieler nehmen sich seines dritten Wachtmeister-Studer-Romans an und erzählen ihn mit Hilfe von lebensgrossen Puppen.

Der Vorverkauf über Kreuzlingen-Tourismus und starticket.ch hat begonnen. Nähere Infos zum Programm auf theaterandergrenze.ch.

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