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Kreuzlinger NLB-Männer reif für die Pause

Die vierte Niederlage in Folge. (Bild: Mario Gaccioli)

Der Auftritt in der zweiten Halbzeit gegen den Tabellendritten lässt keinen anderen Schluss zu: Der Aufsteiger vom Bodensee, der so stark in die Meisterschaft gestartet war, ist definitiv reif für eine Pause. Der Meisterschaftsunterbruch dauert wegen der EM-Endrunde in Österreich, Schweden und Norwegen mit Schweizer Beteiligung bis am Samstag, 1. Februar. Zum ersten Spiel des neuen Jahres empfangen die Kreuzlingen den TSV Fortitudo Gossau zum Derby.

Positive erste Halbzeit
In den ersten 30 Minuten, als ihm anzumerken war, dass es gewillt ist, seine Negativserie beim in eigener Halle noch verlustpunktlosen Stäfa zu beenden, zeigte das Team von Cheftrainer Marcel Keller eine durchaus positive Leistung. Bis zum 7:7 in der 16. Minute bewegte sich der Aufsteiger auf Augenhöhe mit dem heimstarken Spitzenclub um den NLA-erfahrenen Topscorer Armin Sarac. Zwar lag der HSCK danach meist zurück, liess sich aber nie abschütteln. Das 16:13 für Stäfa zur Pause liess noch alle Optionen offen.

Offensives Desaster
Unerklärlicherweise fielen die Thurgauer nach dem Seitenwechsel aber komplett auseinander. Die dritte Zeitstrafe gegen Spielmacher und Topscorer Valon Dedaj in der 36. Minute warf den HSCK schliesslich vollends aus der Bahn. Zu diesem Zeitpunkt führten die favorisierten Gastgeber bereits mit 19:13, weil sie entschlossener und konzentrierter aufs Spielfeld zurückgekehrt waren. Das galt insbesondere für Nicola Brunner, dem drei Treffer in Serie gelangen. Auf der anderen Seite mussten die Kreuzlinger Anhänger über acht Minuten lang warten, ehe sie den ersten Treffer ihres Teams in der 2. Halbzeit bejubeln durften. Lukas Maag schraubte den Zürcher Vorsprung in der 47. Minute erstmals auf zehn Treffer in die Höhe. Faktisch war die Partie damit früh entschieden. Am Ende glückte dem in der zweiten Halbzeit überzeugenden Stäfa mit dem 30:18-Heimsieg die Revanche für die 29:31-Startniederlage am Bodensee auf souveräne Art und Weise. Als einziger Kreuzlinger verdiente sich Torhüter Joao Perez mit 17 Paraden eine gute Gesamtnote.

«Batterien leer»
Kreuzlingens Cheftrainer Marcel Keller will seiner Mannschaft für den Auftritt in Stäfa keine Vorwürfe machen: «Die Batterien sind nach der langen letzten Saison mit den Aufstiegsspielen, der deshalb nur kurzen Sommerpause und der intensiven ersten Meisterschaftshälfte in der Nationalliga B, wo wir immer unser Maximum abrufen mussten, schlicht und einfach leer. Vor allem im mentalen Bereich.» Die rund sechswöchige Meisterschaftspause kommt der jungen Kreuzlinger Mannschaft gelegen, um die Akkus wieder aufladen zu können und neuen Schwung für die verbleibenden zwölf Spieltage zu tanken.

Acht Punkte und zwei Rückkehrer
Die Kreuzlinger gehen mit einer Reserve von acht Punkten auf die beiden Abstiegsplätze in die lange Meisterschaftspause. Die letzten Spiele haben aufgezeigt, dass sich der Aufsteiger nach hinten absichern muss. Aktuell belegen Mitaufsteiger Genf und Biel die beiden Relegationsränge. Gegen beide muss der HSCK noch auswärts antreten. Wieder dabei im nächsten Punktspiel ist U21-Nationalspieler Thierry Gasser, der nach seinem mehrwöchigen Sprachaufenthalt in den USA aber zu Beginn sicher noch nicht in Topform sein wird. Ein erfolgreiches Comeback erhoffen sich die Kreuzlinger auch von Igor Milovic im rechten Rückraum. Der 1,95 Meter grosse Linkshänder kehrt von einer langen Verletzungspause zurück. Im letzten April hatte sich der 29-jährige Serbe bei einem NLA-Einsatz mit seinem bisherigen Club TSV St. Otmar St. Gallen einen Riss der Achillessehne zugezogen. Er wird allerdings erst wieder Spielpraxis sammeln und sich langsam an sein gewohntes Niveau herantasten müssen.

Handball Stäfa – HSC Kreuzlingen 30:18 (16:13)
Frohberg. – 380 Zuschauer. – Sr. Fallegger/Leu
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Stäfa, 8-mal 2 Minuten inkl. Disqualifikation Dedaj (35./19:13) und Rote Karte Schneider (60./30:17) gegen Kreuzlingen
Stäfa: Murbach (13 Paraden), Frei (1 Parade); Bleuler, Bächtiger (2), Ardielli (4), Maag (3), Vernier (3), Brunner (5), Schwander (1), Sarac (8/2), Zimmermann, Barth (3), Fukuda (1), Gretler
Kreuzlingen: Perez (17 Paraden), Perazic (nicht eingesetzt); Tahirukaj, Dedaj (2), Wipf, Tsamesidis, Bär (1), Heim (3), Mettler (1), Kun (4), Singler (2), Schneider (2), Meisinger (2), Zeller (1)
Penaltystatistik: Stäfa 2 von 3, Kreuzlingen 0
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Gasser (Auslandaufenthalt) und Gyuris (verletzt)

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