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Schülerzahlen steigen, Steuerbelastung sinkt

Thurgau – Die Publikation «Schulfinanzen 2018» erscheint im neuen Kleid. Die wichtigsten Aussagen werden in der Broschüre neu konsequent grafisch dargestellt, was den Überblick erleichtert. Die Leserinnen und Leser erfahren unter anderem, dass der Wachstumstrend bei der Schülerzahl weiter anhält, die Steuerbelastung aber trotzdem rückläufig ist.

Mehr Schüler als im Vorjahr besuchten öffentliche Schulen. (Bild: 200 Degrees/Pixabay)

Rund 29’800 Kinder und Jugendliche besuchten 2018 die öffentliche Schule im Kanton Thurgau, knapp 300 mehr als im Vorjahr. Gemäss aktuellen Prognosen wird die Schülerzahl bis ins Jahr 2022 weiter ansteigen – auf 32’700 Kinder und Jugendliche. Der Bericht der kleinräumigen Bevölkerungsszenarien rechnet gegenüber 2018 bis 2028 gar mit einem Anstieg von 16 Prozent oder 4 800 Schülerinnen und Schüler auf 34’600.

Neben Angaben zu den Schülerzahlen finden sich in der Publikation «Schulfinanzen 2018» auch Informationen zu den Ausgaben. In den Regelschulen erhöhten sich die Bildungsausgaben um 1,8 Prozent auf 544 Millionen Franken. Die Ausgaben pro Schülerin oder Schüler liegen damit bei 18’600 Franken. Über die gesamten elf Schuljahre gerechnet, belaufen sich die Beschulungskosten einer Regelschülerin oder eines Regelschülers auf 210’000 Franken.

850 Schülerinnen und Schüler oder 2,8 Prozent wurden 2018 sonderbeschult. Dies sind 37 mehr als im Vorjahr. Die Steigerung entfiel mehrheitlich auf die integrative Sonderschulung. Der Anteil integrativ beschulter Kinder in einer Regelschule lag 2018 bei 20 Prozent. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei sechs Prozent. Die verbleibenden 80 Prozent besuchten eine Thurgauer oder ausserkantonale Sonderschule. Die Ausgaben für die Sonderschulung lagen bei 69 Millionen Franken. Darunter fallen auch Kosten für Betreuungsaufgaben und Wohnen. Insgesamt betrugen 2018 die Bildungsausgaben der öffentlichen Volksschule inklusive der Ausgaben für die Sonderschulung und weiterer Finanzierungsausgaben des Kantons 625 Millionen Franken.

Die durchschnittliche Steuerbelastung in den Thurgauer Schulgemeinden ist trotz steigender Schülerzahlen rückläufig, da die Steuerkraft anhaltend steigt. Die Bruttoschulden erhöhten sich nur um 17 Millionen Franken obwohl die Bruttoinvestitionen 2018 bei hohen 102 Millionen Franken lagen.

Weiter wird in der Broschüre erläutert, wie sich die Lasten zwischen Kanton und Schulgemeinden verteilen. Eine Änderung des Beitragsgesetzes, die per Rechnungsjahr 2020 in Kraft treten wird, wird dafür sorgen, dass die Lastenteilung zwischen Kanton und den beitragszahlenden Schulgemeinden künftig zu gleichen Teilen erfolgt. Das zu finanzierende Volumen an Beitragsleistungen reduzierte sich 2018 auf 35 Millionen Franken. Dank ansteigender Steuerkraft benötigten weniger Gemeinden Beitragsleistungen zur Finanzierung ihres Globalbudgets und wurden zu Beitragszahlern.

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