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«2020: Ein Jahr der Zentrumsgestaltung»

Kreuzlingen – Im Gespräch mit der KreuzlingerZeitung blickt Stadtpräsident Thomas Niederberger auf das Jahr 2019 mit seinen Höhen und Tiefen zurück und er äussert sich zu den wichtigen Themen des kommenden Jahres.

Wichtige Projekte hat Thomas Niederberg abgehackt, aber weitere stehen für 2020 noch an. (Bild: Kurt Peter)

Herr Niederberger, wenn Sie das Jahr 2019 Revue passieren lassen, was waren die wichtigsten Themen?
Niederberger: Für mich gibt es bei einem Rückblick vier Kategorien: Die für die Stadt wichtigen Entscheidungen, umgesetzte Projekte, die das städtische Leben bereichern, interne Projekte und Sachen, die mich persönlich freuen oder ärgern.

Was waren die für die Stadt wichtigen Entscheidungen?
Sicher der Beschluss, das Begegnungszentrum «Trösch» für weitere zehn Jahre weiterzuführen. Gefreut hat mich auch die positive Volksabstimmung über den Ausbau der Schulen mit Tagesstrukturen mit den baulichen und finanziellen Folgen als Gemeinschaftsprojekt Stadt-Schulen. Für die Belebung des Zentrums war auch die Eröffnung des Co-Workings «Bodan» wichtig.

Und welche umgesetzten Massnahmen bereichern das städtische Leben?
Die Einweihung der Grillstelle am See, bei den Beachvolleyballfeldern, gehört sicher dazu. Aber ich finde auch wichtig, dass Kulturbericht und Kulturkonzept verabschiedet wurden. Das sind sicher Meilensteine bei der Umsetzung des künftigen Kulturzentrums. Verwaltungsintern war die Realisierung des neuen Internetauftritts der Stadt zwar eine Knochenarbeit, aber es hat sich gelohnt.

Weniger erfreulich war wohl die Entwicklung rund um das neue Stadthaus?
Das beschäftigt Stadtrat und Verwaltung intensiv. Wir wären bereit, die Realisierung an die Hand zu nehmen, werden aber durch das laufende Verfahren vor dem Verwaltungsgericht einerseits und die Initiative für die Freihaltung der Festwiese andererseits daran gehindert. Diese Initiative ist zustandegekommen, nun muss der Stadtrat innerhalb eines Jahres eine Botschaft an den Gemeinderat erarbeiten. Dazu gehört auch die juristische Prüfung, zu der wir einen Fachmann beiziehen. Am Ende werden die Stimmberechtigten entscheiden.

Was würde ein Ja zur Initiative bedeuten?
Dass wir von vorne beginnen müssen. Neustart auf Feld 0. Auch wenn wir dann alternative Standorte prüfen müssten, mit allen Planungen, mit Wettbewerb und Abstimmungen müssten wir ganz von vorne anfangen. Wieder mit einem ungewissen Ausgang, denn alle möglichen Standorte hätten Vor- und Nachteile und wir müssten mit Widerstand aus der Nachbarschaft rechnen.

Wenn Sie auf das Jahr 2020 vorausblicken, welches sind die wichtigen Projekte?
Die Richtschnur dazu sind die Legislaturziele des Stadtrates. Bereits im Januar wir der Gemeinderat die Vorlage zum Parkhaus am Hafenbahnhof diskutieren. Dann kommen Mitte Jahr zwei Baurechtsverträge in den Gemeinderat. Einmal geht es dabei um die Wohnbaugenossenschaft «Rieslingstrasse», zum anderen auch um den Bahnhof Bernrain. Aus der Sicht der Verwaltung sind die Verträge bereit, bei den Baurechtsnehmern gibt es aber noch Abklärungen zu tätigen.

Zukunftsweisend ist doch auch die Ortsplanungsrevision.
Richtig, die eingegangen Einsprachen werden derzeit in der Bauverwaltung und der Kommission bearbeitet. Im Optimalfall können wir die Revision Ende Jahr dem Gemeinderat vorlegen. Wichtig für den Stadtrat ist auch die Erarbeitung der Smart-City-Strategie, ein weiterer Schwerpunkt für das kommende Jahr.

Immer wieder ein Thema ist die Zentrumsgestaltung.
Wir haben zwei wichtige Gestaltungspläne, die von der Stadtbildkommission begutachtet wurden. Einmal geht es dabei um die Überbauung bei der Post, zudem um den Gestaltungsplan «Löwen». Ich hoffe, dass beide Gestaltunspläne im kommenden Jahr aufgelegt werden können. Gerade beim «Löwen» liegt ein Areal mit grossem Potenzial für die Zentrumsentwicklung brach, ausserdem wartet das erarbeitete Gestaltungs- und Betriebskonzept für die Löwenstrasse auf die Umsetzung. Nicht zu vergessen: Wir wollen auch die Hauptstrasse Nord zwischen Helvetiaplatz und Hauptzoll sowie den Bushof neu gestalten. Aber alle Projekte müssen aufeinander abgestimmt werden.

Wie sieht die Zukunft der Bodensee-Arena aus?
Es gelingt den Betreibern gut, die gewollte Mischung aus Sport und Events in die Arena zu bekommen. Das ist auf dem richtigen Weg und verspricht, nach städtischem Beitrag und Defizitgarantie, eine Selbstfinanzierung. Gleichzeitig wird eine Zustandsanalyse erarbeitet, eine Auslegeordnung, die schwarz auf weiss aufzeigt, welche Investitionen in welcher Höhe in den kommenden zehn Jahren in der Bodensee-Arena notwendig wären. Das kann dann natürlich politische Diskussionen auslösen.

In einer Stadt dürfen aber auch die Feste nicht fehlen. Was kommt da auf Kreuzlingen zu?
Neben den bereits bekannten und bewährten Events feiern wir 2020 das Jubiläum 20 Jahre Städtepartnerschaft. Im März reist eine Kreuzlinger Delegation nach Cisternino, um mit den italienischen Partner zu feiern, am 6. Juni findet das Kreuzlinger Fest auf dem Boulevard statt. Cisternino ist Gaststadt und wird mit verschiedenen Organisationen und Vereinen vertreten sein und das Fest sicher beleben. 

Kurt Peter

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One thought on “«2020: Ein Jahr der Zentrumsgestaltung»

  1. Bruno Neidhart

    Das Jahr der „Zentrumsgestaltung“ kommt im Ansatz mindestens 30 Jahre zu spät. Wenn der Begriff „Löwenareal“ noch immer herumgeistert, das Stichwort „Alter Bahnhof Bernrain“ wiedermal aktuell ist, die Grillstelle am Schifffahrthafen als „das städtische Leben bereichernd“ dargestellt wird, der FCK weitere 10-15 Jahre nicht weiss, wo er letzlich sein gesichertes Sportdomizil erhalten soll, usw., können sich schon einige Fragen stellen. Und der durchaus mögliche „Neustart auf Feld 0“ würde sogar als „Fehlstart Nr. 1“ in die Stadtgeschichte eingehen. Diese vermurkste Angelegenheit, die schon grundätzlich falsch angdacht wurde, darüber hinaus noch eine zweifelhafte Aufgleisung erfuhr, daher berechtigt die „Initiative FdF“ ermöglichte, um zu retten, was zu retten ist, ist hoffentlich kein permanentes Spiegelbild der Stadt. Zur Anmerkung auch Positives: Der von Herrn Zweifel inspirierte Rettungsversuch „Egelsee“, den man auch dann gutheissen kann, wenn auch die erste entsprechende Vorlage zum Thema der grössere „Wurf“ gewesen wäre. Ein grosser „Wurf“ wäre auch – bei dieser Gelegenheit wiedermal erwähnt – die Anbindung des Zentrums an den See, zum belebten Klein Venedig, den Sport- und Veranstaltungsplätzen, zum Hafengebiet, zu den Parks, zum Bodensee-Radweg, usw., Diese attraktive Passerelle ab Helvetiaplatz sollte nicht in den Archiven verschwinden. Sie ist als zukünftiges „Stadtkapital“ lebendig zu halten.

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