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Glückliche Tage

Konstanz – Wolfram Mehring inszeniert «Glückliche Tage», ein Schauspiel von Samuel Beckett. Premiere ist am Samstag, 8. Februar 2020, in der Spiegelhalle in Konstanz.

Das Stück geht der Frage nach was den Menschen zum Menschen macht. (Bild: bigter choi/Pixabay)

Ein Paar in aussichtsloser Lage. Sie, Winnie, sitzt in einem Hügel aus Trümmern fest. Nur ihr Oberkörper schaut heraus. Bewegen kann sie sich nicht. Höchstens einmal die Arme hochreißen oder den Kopf drehen. Hin zu Willie, der irgendwo am Boden liegt. Er schläft. Auf Winnies Zurufe antwortet er in Abständen einsilbig, wenn er überhaupt noch reagiert.

Sie sind ein Paar, das sich immer noch liebt, trotz aller Widrigkeiten. Winnie, die nicht aufhört zu reden: von ihrem Alltag, vom Glück. Um sie herum verstreut liegen Requisiten unserer Zivilisation, mit denen sie sich die Zeit vertreibt – darunter ein Revolver. Mit der Zeit sinkt Winnie immer tiefer in den Erdhügel ein, bis am Ende nur noch ihr Kopf zu sehen ist. Dennoch lässt sie sich ihren Humor und ihren Lebensmut nicht nehmen. Was kann man tun, wenn man in so einem Loch festsitzt? Auf keinen Fall den Kontakt zum Gegenüber, zu Willie, verlieren. Mit allen Mitteln ringt Winnie um die Bestätigung ihrer Existenz. Komme, was wolle.

Was den Menschen zum Menschen macht, ist die Grundfrage in Theaterstücken des irischen Schriftstellers Samuel Beckett. Mit Glückliche Tage schrieb er Anfang der 1960er Jahre eine Tragikomödie vom Überleben des Menschen durch Anpassung. Außerdem erzählt er die Liebesgeschichte zweier alternder Menschen, die von heiterer Gelassenheit angesichts der Endlichkeit des Menschen geprägt ist.

Wolfram Mehring
ist Regisseur und Schriftsteller. Zum Studium der Philosophie, Literatur, später der Schauspielkunst, zog es ihn nach Paris, wo er 1958 Mitbegründer des «Téatre Franco-Allemand» wurde. Seit der Spielzeit 2009/2010 verbindet ihn eine fruchtbare Arbeitsbeziehung mit dem Theater Konstanz. Er inszenierte hier unter anderem »Das Missverständnis« von Albert Camus, »Dantons Tod« von Georg Büchner, die Uraufführung von «El Cimarrón» nach Miguel Ángel Barnet Lanza, «Die Geschichte vom Onkelchen» nach dem Kinderbuch von Barbro Lindgren und zuletzt sein Märchen «Ein Kranich im Schnee».

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