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Alle Jahre wieder

Kolumne – Ein paar Gedanken zu den vergangenen Festtagen und möglichen Vorsätzen.

(Bild: Free-Photos/Pixabay)

Die Luft roch nach Gebäck und guter Laune. Überall wurde musiziert und inbrünstig Weihnachtslieder zum Besten gegeben. In den sozialen Medien sah man Menschen aus allen Herren Ländern mit unterschiedlichen Konfessionen vor festlich dekorierten Bäumen mit Nikolausmützen und Zuckerstangen. Es fühlte sich an, als rücke die Welt erneut ein wenig näher zusammen. Auch im Privaten wurden alle Differenzen beiseite gelegt und zum Festschmaus oder Silvester-Apéro eingeladen. Der Weltfrieden schien zum Greifen nah.

Leider war es nur eine Träumerei in meinem Kopf, die den Erdballen noch nicht abschreiben will. Bomben detonierten und Menschen wurden weiterhin ohne mit der Wimper zu zucken per Knopfdruck ermordet. Das Spiel um die Macht ging nicht in die lang ersehnten Weihnachtsferien. Aber wie soll es auch bei den Strippenziehern dieser Welt anders aussehen, wenn sich schon im Kleinen nichts ändert? Jedes Jahr um Heiligabend schenken wir unseren Verwandten und Bekannten ein wenig unserer Zeit und machen teilweise eine gute Miene zum bösen Spiel – im Wissen, dass man sich wieder aus den Augen verliert. Dabei wäre die Magie des Monat Dezembers wie geschaffen, um alte Wunden zu schliessen und Streitigkeiten beizulegen. Das richtige Leben findet nicht nur um Weihnachten, sondern an 365 Tagen im Jahr statt. Und da werden immer wieder eine helfende Hand und eine Schulter zum Ausweinen benötigt. Vielleicht sollte also der diesjährige Vorsatz nicht mehr Sport, weniger Süsses oder fleissiger ein Instrument üben beinhalten, sondern ein offeneres Ohr und mitfühlenderes Herz.

Mit diesen Worten wünsche ich ihnen nur das Beste für die kommenden elf Monate.

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