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Stadtrat bereitet Botschaft zur «Initiative Festwiese» vor

Kreuzlingen – Im Zusammenhang mit der Volksinitiative zur «Freihaltung der Festwiese beim Bärenplatz» teilt der Stadtrat mit, dass er dem Gemeinderat eine entsprechende Botschaft zur Abstimmung vorlegen wird.

Die Initiative Festwiese ist am 19. November 2019 zustande gekommen. (Bildmontage: IDK)

Am 19. August 2019 hat das Initiativkomitee zur Freihaltung der Festwiese beim Bärenplatz mit der Unterschriftensammlung für die gleichnamige Initiative begonnen. Darin heisst es im Wortlaut: «Stadtrat und Gemeinderat der Stadt Kreuzlingen werden aufgefordert, ein Projekt für einen andern Standort als die Festwiese beim Bärenplatz zum Schaffen von neuen, zweckdienlichen Räumen für die Stadtverwaltung oder zur Erweiterung des bestehenden Stadthauses auszuarbeiten und zur Abstimmung zu bringen.»

Mit den 1135 eingereichten gültigen Unterschriften ist die Initiative am 19. November 2019 zustande gekommen, wie der Stadtrat mit Beschluss vom 10. Dezember 2019 festhält. Gemäss Gemeindeordnung wird der Gemeinderat innert eines Jahres, somit bis zum 19. November 2020 über die Initiative Beschluss fassen. Soweit der Gemeinderat der Initiative keinen Gegenvorschlag gegenüber stellt, ist anschliessend innert sechs Monaten die Volksabstimmung zur eingereichten Initiative durchzuführen.

Stadtrat hält am Planungsstopp fest
Der Stadtrat hat im sogenannten Vorentscheidverfahren die Erteilung der für den Bau des Stadthauses erforderlichen Ausnahmebewilligungen beantragt. Da dagegen Einsprachen erhoben wurden, verhängte er im Herbst 2018 einen Planungsstopp, um vorläufig keine weiteren finanziellen und personellen Mittel in das Projekt zu investieren.

Das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau (DBU) wies die erhobenen Einsprachen ab und erteilte im Oktober 2019 die für den Bau des Stadthauses mit Tiefgarage und Neugestaltung Festwiese benötigen Ausnahmebewilligungen. Da dieser Entscheid beim Verwaltungsgericht angefochten wurde, hält der Stadtrat am Planungsstopp fest.

Der Stadtrat betont, dass er gemeinsam mit dem Verwaltungspersonal vom Neubau des Stadthauses am Standort auf der Festwiese überzeugt ist und er sich weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen wird.

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7 thoughts on “Stadtrat bereitet Botschaft zur «Initiative Festwiese» vor

  1. Bruno Neidhart

    Bild: Gut erkennbar, dass die Hälfte der Freifläche zwischen Dreispitz-Sport-und Kulturzentrum und der Hauptstrasse wegfallen würde. Es darf nicht sein. Von Anfang an fehlgeplant. Aus einer ganzen Reihe von Gründen zwischen Stadt-Historie, Gegenwart und Zukunft.

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    1. Ernst Zülle

      Lieber Herr Neidhart gerne zeige ich Ihnen vor Ort, dass sich nach dem Bau des Stadthauses die Grünfläche von 8‘000 m2 auf 12‘000 m2 sogar vergrössert und die Blechwüste endlich unter den Boden kommt. Das Zentrum wird massiv aufgewertet und der Blick zur Kirche mit der neuen Festwiese attraktiver.
      Es grüsst Sie Ernst Zülle, Stadtrat

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      1. Bruno Neidhart

        Sie wissen als Stadtrat, lieber Herr Zülle, dass die „Festwiese“ einst so gross war, dass die – neben einem etwas befestigten Platz der Hauptstrasse entlang – eine ganz andere Grösse aufwies. Um das geht es. Für ein breites Outdoor-Programm im Jahresverlauf braucht eine wachsende Stadt freies Gelände. Parkplätze werden oberirdisch hier nicht mehr gebraucht. Das ist schon lange bekannt und sogar vorprojektiert und nützt u.a. dem Dreispitz, dem Campus und den Outdoor-Veranstaltungen – wie auch der Hauptstrasse.

        Dass der Blick auf die Klosterkirche (als Kreuzlinger Wahrzeichen) „noch attraktiver werden soll“, erschliesst sich mir nicht. Das Büro Consoni (Architekten der neuen PHTG-Bauten) achtete stringent darauf, die bestehenden Sichtachsen (von der Seeseite her zur Klosterkirche) offen zu halten . Ebenso gelang dies damals mit dem Dreispitz-Sport- und Kulturzentrum. Das Gebäude bildet heute die Grenze zur „Festwiese“. Das es so bleiben soll, war bis anhin Consens in der Stadt.

        „Aufgewertet“ müsste das Zentrum zukünftig durch eine vorzeigbare Hauptstrasse – neben attraktiven Einkaufsmöglichkeiten und lebendigen Verweilorten (Café, Restaurant, Kulturräume, usw., – zum Teil schon bestehend) besonders auch mit vielen Bezügen zu öffentlich zugänglichen Gebäuden. Ein Stadthaus als Anker passt exakt. Auch andere Institutionen die in die Neuzeit weisen (z.B. modernste, architektonisch auffallende, digitalisierte Stadtbücherei mit attraktiven Aufenthalts- und Studier-, Lese-, Sehmöglichkeiten – besonders auch für jugendlikche Besucher!).

        Mit mutigem Brainstorming kommt auch eine kleine Stadt weiter! Der Konkurrenzdruck aus der Nachbarstadt ist bekannt. „Trösch“ ist schon mal ein kleiner Zipfel in positiver Richtung.
        In diesem Sinn grüsse ich Sie – Herr Zülle.

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  2. Peter Fässler

    Mir gefällt das Projekt sehr gut, sowohl das Gebäude als auch die grüne Zone davor. Eine deutliche Aufwertung des Zentrums. Der jetzige Parkplatz ist ein kleiner Schandfleck und für noch mehr grün gehe ich sowieso in den Seeburgpark (wie die allermeisten anderen auch).

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    1. Bruno Neidhart

      Ist ja o.k., Herr Peter Fässler, wenn ihnen dieses Stadthausprojekt „gefällt“. Das fanden allerdings ziemlich genau 50 Prozent der damals Abstimmenden anders. Obwohl – es sei gesagt – die Argumentation zu dieser Skepsis gegenüber dem rund 50 Millionen-Bau unterschiedlich gewesen sein mag, sich nicht nur auf eine Freihaltung dieser historischen Fläche bezogen haben muss.

      Eine der „Urfragen“ lautet jedoch nach wie vor: Warum soll einen Stadt ausgerechnet ihre letzte Freifläche im Zentrum überbauen, wenn es u.a. gleichzeitig Möglichkeiten gibt, den vielen Bemühungen, ein attraktives lebendiges Zentrum, das mit tüchtigem Gewerbe aller Art, mit öffentlichen Institutionen, mit Kultur, usw. zu bevölkern ist, gerecht werden zu können. Im Klartext: Ein modern gestaltetes, offenes Stadthaus (Gegenteil: urban beziehungsloses Behördensilo) wertet die Hauptstrasse als lebendiges Beispiel von Urbanität deutlich auf.

      Damit bleibt die grosse historisch Freifläche inmitten der Stadt „das urgane Zentrum“ für verschiedene lokale und regionale, öffentliche Veranstaltungen im Lauf eines Jahres – attraktiv und zentrumsbelebend. Ganz abgesehen von der historisch-stadtbildenden Qualität bezüglich eines Stücks Ur-Kreuzlingen mit dem Klosterkomplex im Hintergrund.
      Ich grüsse Sie.

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      1. Segenreich Patrick

        Schade, dass man damals die Klosterkirche nach dem dreissg jährigen Krieg, im Oktober 1633, wieder aufgebauthat:-)

        Dannkönnten wir morgen anfangen das neue Stadthaus zu bauen, was ja etwas mehr 50 Prozent der damals Abstimmenden so befanden….

        Und der Vorschlag am jetzigen alten Standort an der Hauptstrasse ein neues Projekt zu staren, wiederspricht dem Wunsch vieler Unterzeichenden für einen verkehrsfreien Boulevard, oder?

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        1. Bruno Neidhart

          Der jetzige Klosterkomplex (Grundsteinlegung 1650), lieber Patrick Segenreich, wurde noch nie abgebrochen. Hingegen, im Dreissigjährigen Krieg – er endete übrigens erst 1648, der 2. Klosterbau nahe der Grenze. Dies zur örtlichen/zeitlichen Klarstellung. Der augustinische Bau, wie er sich heute stolz präsentiert (3. Klosterbau), wurde aus der Geschichte heraus letztlich zum Kreuzlinger „Wahrzeichen“.

          Sie haben vielleicht ein anderes Verständnis/Verhältnis zur Kreuzlinger Stadtgeschichte. Diese ist seit der „cella cruzelin“ aus dem 12. Jahrhundert, der späteren Abtei nahe der Grenze zu Konstanz (1. Klosterbau, im Schwabenkrieg zerstört), untrennbar mit dem späteren allgemeinen Siedlungsbegriff „Kreuzlingen“ verbunden. Ich möchte Ihnen jedoch Ihre eigene Meinung über „Geschichte und Stadtentwicklung“ („Schade, dass man….“) nicht nehmen.

          Mit freundlichen Grüssen!

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