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Alles auf eine «Kugel»

Snooker – Bereits mit zwei Jahren entdeckte der Güttinger Luis Vetter die Leidenschaft zum Billard. Mit gerade 17 Jahren holte er sich den Schweizermeistertitel im Snooker. Sein nächstes grosses Ziel: Die Teilnahme an der Main Tour und somit zu den 128 besten Spielern der Welt gehören.

Luis Vetter in seinem Element. (Bild: zvg)

Während eines Urlaubs entdeckte der damalige zweijährige Luis Vetter eines Abends einen Billardtisch im Hotel. «Als mich mein Vater wieder vom Tisch nehmen wollte, fing ich an zu weinen», erzählt Vetter. Ab da liess ihn das Spiel nicht mehr los. Bis heute fasziniert ihn das Geräusch, das eine Kugel erzeugt, wenn sie in eines der Löcher fällt.

Mit Queue, Kugel und Stil
Um Erfahrungen zu sammeln und über sich hinauszuwachsen streift sich Vetter regelmässig Hemd, Gilet und Fliege über und versucht das Siegerpodest diverser nationaler und internationaler Turniere zu erreichen. Er nahm bereits an fünf Europameisterschaften und am Profiturnier Welt Cup in China teil. An der U16 Weltmeisterschaft 2018 erreichte er das Viertelfinal. Vetters bisherige grösste Erfolge sind 2017 der Sieg an den Italien Open und vergangenen November der Schweizermeistertitel. «Die Schweizermeisterschaft war sehr wichtig für mich, denn sie bringt einem in der Karriere immer einen Schritt weiter», sagt der Snookerspieler aus Güttingen hoch erfreut. Auf seinen Schultern lastete viel, denn er war der jüngste Teilnehmer, der Snooker spielt und trainiert wie ein echter Profi. «Es war eine echte Erleichterung als ich nach teilweise knappen Matches die Trophäe hochhalten konnte.»

Snooker ist eine von bis zu 35 Billard-Varianten und vor allem in Grossbritannien sowie in ehemaligen britischen Kolonien populär. Das Spiel beinhaltet eine weisse Kugel, 15 rote und sechs weitere verschiedenfarbige. Der Durchmesser eines Snookertisches ist einiges über der Standardgrösse. «Es ist zudem viel schwieriger eine Kugel zu versenken, weil die Löcher viel kleiner sind als beim klassischen Billard», erklärt Vetter. Es müssen abwechslungsweise ein roter und ein beliebig farbiger Spielball versenkt werden. Zum Abschluss befördert der Spieler die farbigen Kugeln in einer bestimmten Reihenfolge in die Löcher am Rand des Tisches. Eines der taktischen Ziele ist es, die weisse Kugel so zum Stillstand zu bringen, dass der Kontrahent den nächsten Ball nicht anspielen kann. Dieses behindern des Gegners nennt sich Snookern.

Mit Fleiss und Geschick an die Main Tour
Vetter liebt das Klima und die Anspannung an Turnieren sowie die Zeit, die er da mit Kollegen aus der Szene verbringt. Deshalb und weil es nur wichtige Etappen auf dem Weg zu einer Profikarriere sind, will und kann er sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. «Von morgens bis abends stehe ich im Snookerclub und trainiere hart», sagt Vetter. Für Schule ist da kein Platz. Zurzeit lebt er in Belgien, woher sein Coach Gery De Mol stammt. Mit 18 Jahren plant er nach England überzusiedeln, um mit den Profis zu üben.

Die Main Tour ist so etwas wie der heilige Gral des Snookers. Das Spiel mit den Kugeln ist auf nationaler Ebene nur ein Amateursport. Wer also davon leben will, setzt die Teilnahme in der Profi Saison zuoberst auf die Prioritätenliste. Das Problem ist, dass es gerade einmal 128 Tickets gibt. Davon sind die 64 bestplatzierten der Weltrangliste automatisch für eine weitere Teilnahme gesetzt. Einer von 14 Plätzen ist über die Turnierveranstaltung «Q School» zu ergattern. An der Challange Tour und regionalen Amateurmeisterschaften können Spieler ebenfalls zu einem heiss begehrten Ticket gelangen.

Vetter hat noch keinen Sponsor und ist deshalb auf die grosse Unterstützung seiner Eltern angewiesen. «Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.»

Blut hat der Snooker Spieler definitiv an den verschiedenen Turnieren geleckt und setzt alles daran, in absehbarer Zeit bei den ganz grossen mitzumischen. Jungen Talenten gibt er auf den Weg: «Zweifle niemals an dir selbst nach harten Verlusten, setzt den Kopf nicht in den Sand, sondern trainiere weiter».

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