/// Rubrik: Sport

Wichtiger NLB-Derbysieg beim Start ins Jubiläumsjahr

Handball – Mit einem 24:19 (12:10)-Heimerfolg gegen den Tabellendritten Gossau haben die Kreuzlinger NLB-Männer früh einen grossen Schritt in Richtung Ligaerhalt getan.

Die Kreuzlinger Aufsteiger brachten den wichtigen Heimsieg in der Schlussphase ohne zittern über die Distanz.(Bild: Mario Gaccioli)

Die Vorzeichen hätten unterschiedlicher nicht sein können: Hier der gastgebende Aufsteiger, der nach tollem Saisonstart vor der siebenwöchigen Festtags- und EM-Meisterschaftspause vier Mal in Serie verlor und damit auch Platz acht abgerutscht ist. Dort der erstarkte NLA-Absteiger Gossau, der sich nach verhaltenem Saisonstart mit fünf Siegen in Folge bis auf Platz drei vorgekämpft hat. Man darf es vorwegnehmen: Die Thurgauer unter Cheftrainer Marcel Keller sind nach der langen Pause besser aus den Startpflöcken gekommen. Am zweiten Saisonerfolg über Gossau hatte Joao Perez einen Riesenanteil: Der Brasil-Keeper stopfte mit seiner herausragenden Leistung (je neun Paraden in beiden Halbzeiten) immer wieder die vorhandenen Löcher in der HSCK-Defensive. Ein weiterer Aktivposten war der junge Linkshänder Drenit Tahirukaj, der fünf Feldtreffer realisierte und alle seine fünf Penalties sicher verwertete. Erwartungsgemäss noch nicht in Bestform präsentierte sich dagegen der U21-Internationale Thierry Gasser, der nach einem dreimonatigen Sprachaufenthalt und nur vier Trainingseinheiten sein Comeback gab. Die Gossauer, welche mit durchschnittlich 31,4 Treffern pro Spiel bis dahin die beste Offensive der ganzen Liga stellten, erwischten vor allem im Abschluss einen rabenschwarzen Tag. Bester war noch Topscorer Lucius Graf, der aber nach einer guten ersten Halbzeit (fünf Tore) in den zweiten 30 Minuten ebenfalls abbaute beziehungsweise von der Kreuzlinger Abwehr besser kontrolliert wurde.

Gossauer Fehlstart
In einem hart umkämpften Derby sah sich Gossaus Trainer Oliver Roth schon nach gut elf Minuten zu einem Time-out gezwungen. Sein Team startete fahrig und lag zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:6 zurück. Drei Kreuzlinger Ausschlüsse innerhalb von knapp fünf Minuten ermöglichten es den Fürstenländern aber wieder, bis auf 8:7 (16. Minute) aufzuschliessen. Der HSCK verhinderten den Geichstand jedoch hartnäckig. Der starke Tahirukaj und der ehemalige Gossauer Attila Kun legten wieder vor und gaben diesen Vorteil in einer insgesamt fehlerhaften Partie mit nur noch sieben Treffern in einer Viertelstunde nicht mehr ab. Der Gastgeber ging mit einer 12:10-Führung in die Kabine.

Nahe dran, aber nie auf Augenhöhe
Die Abwehrreihen und Torhüter prägten auch den Beginn der zweiten Halbzeit. Für die Thurgauer traf Tahirukaj vom Penaltystrich erst nach knapp sieben Spielminuten erstmals wieder. Die wegweisende Szene spielte sich gut eine Viertelstunde vor Schluss ab. Zuerst blockierte Ersatzkeeper Beco Perazic beim Stand von 15:13 einen Penaltywurf von Yannik Harder und wenig später zeichnete sich Perez bei einem Gossauer Gegenstoss erneut aus. Die Paraden des Brasil-Keepers zeigten offensichtlich Wirkung beim Tabellendritten. Zwar kamen die kämpferischen Gossauer nochmals auf 18:17 (51.) heran, doch drei weitere Treffer der Thurgauer in Serie stellten die Weichen in diesem Derby endgültig. Der Aufsteiger brachte den wichtigen Heimsieg in der Schlussphase ohne zittern über die Distanz.

Aufsteigerduell in Genf
In der Rangliste verbesserte sich der HSC Kreuzlingen zwar nur um einen Rang, viel wichtiger ist jedoch der Blick zurück. Auf die Abstiegsplätze beträgt die Reserve jetzt doch schon zehn Punkte. Elf Spieltage vor Saisonende ist das nervenschonend. Ganz anders sieht die Lage für den nächsten Gegner vom kommenden Sonntag aus. Chênois Genf befindet sich bereits mitten im Abstiegskampf und ist im Aufsteigerduell zwingend auf eine erfolgreiche Revanche für die 20:40-Klatsche im Hinspiel am Bodensee angewiesen. Zu Hause sind die Calvinstädter deutlich stärker einzustufen, weshalb es ganz sicher nicht zu einem Selbstläufer für die Thurgauer wird.

HSC Kreuzlingen – TSV Fortitudo Gossau 24:19 (12:10)
Egelsee. – 303 Zuschauer. – Sr. Keist/Winkler.
Strafen: Sieben mal zwei Minuten plus Rote Karte (56. Heim) gegen Kreuzlingen, 3-mal 2 Minuten plus Rote Karte (56. Amman) gegen Gossau.
Kreuzlingen: Perez (1.-60./18 Paraden), Perazic (für 2 Penalties, 1 Parade); Tahirukaj (10/5), Dedaj, Wipf, Tsamesidis, Bär (3), Heim (3), Mettler, Kun (4), Gasser, Schneider (1), Gyuris, Zeller (3).
Gossau: Haupt (1.-30./5 Paraden), Busa (31.-60./2 Paraden); Osterwalder, Waldburger, Zehnder (1), Amman (2), Mächler, Schiller (2), Bucher (2), Harder (3/1), Würth (2), Graf (7/2), Xhafolli, Lind.
Penaltystatistik: Kreuzlingen 5 von 5, Gossau 3 von 4 (41./15:13 Harder scheitert an Peraciz).
Time-outs: 11./6:2 Gossau, 26./12:9 Kreuzlingen, 47./16:13 Gossau, 58./22:18 Gossau.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Meisinger (verletzt); Gossau ohne Thür (rekonvaleszent).

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.