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«Planung ist auch Überzeugungsarbeit»

Kreuzlingen – Genau 15 Jahre lang stand Heinz Theus an der Spitze der Kreuzlinger Bauverwaltung, Ende Februar wird er pensioniert. Einige Projekte konnten umgesetzt werden andere, vor allem im Zentrum, übergibt Theus an seinen Nachfolger Michael Schmidt.

Heinz Theus war 15 Jahre lang Chef der Kreuzlinger Bauverwaltung, Ende Februar wird er pensioniert. (Bild: Kurt Peter)

Am 1. Februar 2005 trat Heinz Theus sein Amt als Kreuzlinger Bauverwalter an. Damit erfüllte er sich auch einen lang gehegten Wunsch: «Leben und Arbeiten am Bodensee war mir ein Anliegen, denn seit der Kindheit kannte und schätzte ich die Region». Seine Mutter stammte aus Amriswil, die Sommerferien verbrachte die Familie in Kesswil am Bodensee. In Basel betreute Theus im Planungsamt während zehn Jahren ein Projekt, mit dem Ziel, das Areal des deutschen Güterbahnhofs zu einer Wohnzone zu entwicklen. «Bevor mir danach eine neue Aufgabe zugewiesen wurde, bewarb ich mich in Kreuzlingen als Nachfolger von Christian Winterhalter. Ich wurde vom Stadtrat gewählt und bekam die Stelle in meiner Traum-Destination.»

«GP Löwen»: Eine unendliche Geschichte
Die Hauptaufgabe des neuen Kreuzlinger Bauverwalters, so erinnert er sich, lag darin, blockierte Gestaltungspläne auf den Weg zu bringen.

«Und davon lagen einige auf dem Tisch», sagt er. Wie etwa der Gestaltungsplan «Zentrum Schäfli» zwischen Sonnenweg, Hauptstrasse, Schützenstrasse und Sonnenstrasse. Im «Bellevueareal», erklärt Theus weiter, habe es den Konflikt zwischen den Schutzobjekten entlang der Hauptstrasse und den geplanten Neubauten im Park gegeben. «Leider wurde hier nicht das beste Projekt umgesetzt».

In den vergangenen 15 Jahren sei es auch nicht gelungen, den wichtigen Gestaltungsplan «Löwen» zur öffentlichen Auflage zu bringen. Für ihn ist dieses Projekt ein klassisches Beispiel dafür: «wie Grundeigentümer ihre einseitigen, aus ihrer Sicht berechtigten Interessen, wahrnehmen.»

Inzwischen komme der Gestaltungsplan, nach fünf Jahren Überzeugungsarbeit, wohl noch dieses Jahr zur Auflage. Es sei aber die Frage offen, ob er nach bestehendem Baureglement oder erst nach der Ortsplanungsrevision bewilligt werden könne.

Vom Schreibtisch auf den See
Städtebauliche Akzente könnte für ihn auch der Gestaltungsplan «Post» setzen. Aber auch hier stellte sich aufgrund des Hochhauses die Frage, ob die Ortsplanrevision abgewartet werden müsse. «Grenzüberschreitend haben wir mit Konstanz ein städtebauliches Grundkonzept für das Gebiet Klein Venedig erarbeitet», erklärt Theus. Von einem Kanal, wie es das Europan-Projekt vorgesehen habe, sei aber nicht mehr die Rede. In diesem Gebiet habe es ohnehin zahlreiche hochfliegende Pläne gegeben, die glücklicherweise aber alle wieder in der Schublade verschwunden seien. «Bis auf die Kunstgrenze, das ist ein grosser Meilenstein, ein Verdienst des damaligen Stadtammanns und des Konstanzer Bürgermeisters».

Auf seinen Nachfolger Michael Schmidt komme im Bereich der südlichen Zentrumsgestaltung noch viel Arbeit zu. Der blockierte Verwaltungsneubau auf der Festwiese sei «ein städtebaulich zentrales Element». Dringend sei auch die Neugestaltung der Löwenstrasse, hier habe ein Workshop zu guten Ergebnissen geführt. «Der Erhalt des Dreispitzparks und die Schaffung eines Grünraums entlang des Sallamanschen Hauses bis über das Kirchgemeindehaus hinaus bilden ebenfalls Kernpunkte bei der Zentrumsgestaltung. Und schliesslich gibt es eine gute Lösung für den vergrösserten Bushof.» Alle diese Arbeiten werde er aber nicht mehr vom Schreibtisch aus verfolgen: «Ich habe endlich einen Liegeplatz für mein Segelboot, ab März bin ich also öfter auf dem See anzutreffen». 

Kurt Peter

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