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Kinder auf der schwarzen Liste

Leserbrief – Charis Kuntzemüller-Dimitrakoudis aus Kreuzlingen wirft am 15. März die Liste 10 ein.

Leserbrief Fülllfederhalter

(Bild: Samuel F. Johanns/Pixabay)

Als einziger Kanton der Schweiz setzt der Thurgau Kinder von säumigen Prämienzahlern auf eine schwarze Liste. Bedeutet, sie werden nur im Notfall behandelt und somit von allen anderen medizinischen Untersuchungen und Behandlungen, inkl. Impfungen, ausgeschlossen.

Der Bundesrat rügte im vergangenen Herbst, dass diese Praxis in Widerspruch zur UN- Kinderrechtskonvention (Art. 3 und Art. 24, Abs.2) steht. Dennoch hält der Regierungsrat weiterhin an diesem Vorgehen fest. Zuvor hatte der Grosse Rat eine Motion der SP, die diese umstrittene Praxis aufgehoben hätte, abgelehnt. Ich lege daher am 15. März diejenige Liste ein, die sich weiterhin vehement gegen dieses Vorgehen einsetzt und somit allen Kindern die gleichen Chancen gewähren will.

Die Liste 10 der SP/Gew.

 

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One thought on “Kinder auf der schwarzen Liste

  1. Ammann Reto, Kantonsrat GLP

    Liebe Charis Kuntzemüller-Dimitrakoudis,

    Die Schwarze Liste für unmündige Kinder, welche hier für Versäumnisse der Eltern eine starke medizinische Einschränkung erfahren ist tatsächlich nicht zu verstehen, noch zu akzeptieren. Zwar geht die Schwarze Liste einher mit einem offenbar gut funktionierenden Case Management in den Gemeinden, was gemäss Aussagen der Regierung gut greift. Dennoch, was für die Erwachsenen gilt, heisst nicht, dass dies auch für die mit betroffenen Kindern Anwendung finden soll. Das ist wirklich nicht zu akzeptieren. Einfach als kleine Präzision des Leserbriefes. Die Motion vom 2. Mai 2018 haben 56 Parlamentarier in der Abstimmung auch unterstützt. Aus fast allen Parteien. Es ist aber kein SP Anliegen. Es ist ein Anliegen für die schwächsten der Gesellschaft einzustehen und mit Augenmass und nicht mit dem Zweihänder zu handeln. Die Motion wurde als Erstunterzeichnerin von der mir persönlich geschätzten Kämpferin Barbara Kern eingereicht. Abgestimmt und zusammen mit Vertretern aus gleich vier anderen Parteien. Die glp, die grünliberalen haben in der Abstimmung übrigens geschlossen dafür gestimmt, dass die Kinder von der Schwarzen Liste entfernt werden. So wie in anderen Kantonen, auch wenn diese anderen Kantone kein mitlaufendes Case Management haben. Also: Wer will, dass Kinder von der Schwarzen Liste gestrichen werden, der soll breit wählen, nicht einfach eine Partei. Ganz einfach deshalb, da Anliegen nur aus einer Parteienecke im Grossen Rat zum Schweitern verurteilt sind. Es braucht Mehrheiten und Menschen, welche ausserhalb der Parteikategorie denken, da nur dann auch die Kinder von der Schwarzen Liste verschwinden. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Herzlicher Gruss Reto Ammann Kantonsrat GLP

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