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NLB-Aufsteiger stellt Cheftrainer Marcel Keller frei

Handball – Die Führung des HSC Kreuzlingen hat auf die anhaltende Negativserie der NLB-Männer reagiert und hat gestern Cheftrainer Marcel Keller per sofort freigestellt.

Marcel Keller muss sich neu orientieren. (Bild: Mario Gaccioli)

Der Schritt kam nach der siebten Niederlage aus den letzten acht Spielen nicht mehr überraschend. Zuletzt verlor der HSCK nach überaus unbefriedigenden Leistungen beim Tabellenletzten in Genf (19:21) und zu Hause gegen die zuvor neun Mal erfolglose SG Yellow/Pfadi Espoirs (30:31). Ohnehin war bereits entschieden und dem Aufstiegstrainer so kommuniziert, dass man sich spätestens am Ende der NLB-Saison 2019/2020 von ihm und seinem Athletiktrainer Tobias Lingg trennen wird. Der 48-jährige Zürcher hatte Mitte März 2018 das Amt von Andy Dittert (heute TSV St. Otmar St. Gallen) übernommen und die HSC Kreuzlingen in der Saison 2018/2019 zum souveränen Aufstieg in die Nationalliga B geführt. Sämtliche Spiele in der Haupt- und Finalrunde sowie den Playoffs gegen Olten wurden gewonnen.

Die Mannschaft startete unter Keller auch sehr erfolgreich in die zweite NLB-Saison der Vereinsgeschichte. Von den ersten sechs Partien wurden deren fünf gewonnen. Zwischenzeitlich stand der Aufsteiger auf dem Ligapodest. Mitte Oktober fiel der HSCK jedoch in ein Tief, aus dem er bis heute nicht mehr nachhaltig herausgefunden hat. Aus den letzten elf Meisterschaftspartien resultierten acht Niederlagen – einige davon mit dem Prädikat «unnötig».

NLB-Aufstieg als Höhepunkt
«Wir danken Marcel Keller für seine ausgezeichnete Arbeit beim HSC Kreuzlingen. Wir durften unter ihm unvergessliche Momente wie den NLB-Aufstieg vor über 1000 Zuschauern in der Egelseehalle feiern. Schlussendlich sind wir aber in den vergangenen Wochen zur Überzeugung gelangt, dass wir seinen Vertrag nach Ablauf dieser Saison nicht mehr verlängern werden», sagt Clubpräsident Patrick Müller. Den nicht einfachen Entscheid habe er nach gründlicher Analyse aller Aspekte zusammen mit Sportchef Alex Mierzwa gefällt. Dass man sich nun sogar vorzeitig von Keller trenne, sei der Negativspirale geschuldet, in der sich die Mannschaft befinde. Um nicht noch unnötig in Abstiegsgefahr zu geraten, habe man deshalb bereits jetzt reagieren müssen. Gleichzeitig trennt sich der HSCK auch von Athletiktrainer Tobias Zingg.

Interimistische Lösung
Clubpräsident Müller weiter: «Interimistisch übernehmen Captain Valon Dedaj und Marcel Briegmann, Spielertrainer der 2. Mannschaft, die Trainingsgestaltung.» Physiotherapeut Max Claus ist neu auch für das Kraft- und Athletiktraining verantwortlich. Pal Kenyeres (Torhütertrainer) und Gabor Gacsalyi (Betreuer) bleiben in ihrem Amt. Das Coaching an den Spielen übernehmen Sportchef Alex Mierzwa und Marcel Briegmann. Man sei überzeugt, dass damit frischer Wind die Segel füllt und das HSCK-Schiff schnell einen sicheren Hafen erreicht. Will heissen: Der angestrebte Ligaerhalt soll ohne Zittern geschafft werden. So bald als möglich will der HSC Kreuzlingen den neuen Cheftrainer für die nächste Saison 2020/2021 präsentieren, damit dieser auch bei der Gestaltung des Spielerkaders Einfluss nehmen kann. Entsprechend werde man sein Engagement in diesem Bereich ab sofort intensivieren.

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