/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

«Das wahre Glück ist gross … doch leise»

Kreuzlingen – Am Sonntag, 23. Februar, 17.30 Uhr, findet in der Rudolf Steiner-Schule Kreuzlingen eine Stunde des Erinnerns für den Musiker und Menschenfreund Hartmut Wendland statt.

In Erinnerung an Hartmut Wendland. (Bild: zvg)

«Wird ein Musiker nachlässig, richtet er letztlich genauso viel Schaden an, wie ein unaufmerksamer Chirurg.» «Mit dieser provokanten These konfrontierte mich Hartmut Wendland in einem Gespräch vor über 20 Jahren», sagt Tobias Engeli. Messerscharf begründete er seinen Gedanken mit der Eloquenz eines Schriftstellers, der soziologischen Sicht eines Menschenfreundes und dem Herzen eines Musikers. Seine Liebe zur Musik und den Menschen war ausserordentlich.

Mit dieser Liebe war er ein Mitgestalter der Musikszene in und um Kreuzlingen. 1994 übernahm er die Leitung der Kreuzlinger Musikschule und begann leise und stetig die musische Ausbildung der Kinder und Jugendlichen zu fördern.

Endlich bekam die Schule ein eigenes Gebäude mit einer immer wachsenden Infrastruktur. Die Zahl der Schüler stieg an und bald gründete er das Thurgauer Jugendsinfonieorchester, wo der musikalische Nachwuchs grosse, prägende Momente erleben durfte.

Es lag ihm am Herzen, dass die Musik nachhaltig in der Bevölkerung verankert wird, dass sie ganz selbstverständlich zur Gesellschaft gehört, dass sie Menschen in einen Dialog führt. Regelmässig komponierte er Werke für sein Orchester und bereicherte das Kreuzlinger Kulturleben gar mit eigenen Musicals. Er schrieb Bücher und Gedichte und war ein wundervoller Redner. Leidenschaftlich, vielseitig, und im Zentrum immer die Liebe zum Menschen.

In diesem Sinne erklingen am Erinnerungskonzert Musik und Worte von Wendland selbst. Am Sonntag, 23. Februar, lesen Sonny Walterspiel, Simon Engeli und Hartmuts Bruder Benedict Gagelmann. Es spielen Freunde und Bekannte wie Tobias Engeli, Martin Bauder, Barbara Gisler, Dominique Polich, Heidi Gramatic, Marcel Maij und viele mehr. Weiter wird Klaviermusik von Brahms und Piazzolla mit seinen letzten Schülern Aron und Tarek Alakmeh zu hören sein. Jazz-Darbietungen und Kammermusik von Schubert und Brahms stehen auf dem Programm.

«In jenem Gespräch vor über 20 Jahren äusserte Hartmut den mir damals seltsam anmutenden Wunsch, dass – wenn es denn soweit sei – sein Tod mit Schuberts langsamen Satz, aus dessen Streichquintett begleitet werden möge», sagt Engeli.

Dieser Wunsch soll nun am Sonntag in Erfüllung gehen.

Tobias Engeli

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.