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Die Grünen schneiden die «Zündschnur» durch

Region – Das grenzenlose Geballer und Gepfeife von Feuerwerkskörpern ist den Grünen ein Dorn im Auge. Sie wollen es nicht verbieten aber eine Begrenzung erwirken. Dazu hat die Bezirkspartei die Petition «Feuerwerk Grenzen setzen» lanciert.

(v.o. im Uhrzeigersinn) Hundevereinspräsident Stefan Borkert, Ornithologe Edgar Kaeslin, Kantonsrat Jost Rüegg, Arzt Walter Lang, Kantonsrätin Brigitta Engeli, Kantonsrat Peter Dransfeld und Monika Bäriswyl.  (Bild: Andrea Vieira)

«Es gibt viel zu viel, das Ganze überbordet langsam. Wir wollen zurück zu einem vernünftigen Gebrauch», sagt Kantonsrat Jost Rüegg. Er ist einer der Initianten der Petition «Feuerwerk Grenzen setzen». Sie wollen Raketen oder Vulkane nicht verbieten, aber einschränken. Dies zum Wohle der Tiere, Umwelt und Menschen, teilen sie an einer Medienkonferenz mit. Dieses Ziel wollen die Grünen des Bezirks Kreuzlingen mit einer Petition erreichen. Diese reichen sie Ende März mit den gesammelten Unterschriften bei den Gemeinden des Bezirks Kreuzlingen ein. «Nach Erhalt der Petition werden wir im Stadtrat die Anliegen aus der Petition prüfen und diskutieren, was umsetzbar ist und was nicht», sagt Stadtpräsident Thomas Niederberger auf Nachfrage der Kreuzlinger Zeitung. Wie die Umsetzung aussehen soll, lassen die Grünen aber noch offen. «Wir wollen Vorschläge machen», sagt Kantonsrätin Brigitta Engeli. Zum Beispiel könnten am 1. August und an Silvester Zonen eingerichtet werden, in denen zu einer bestimmten Zeit die «Zösler» ihre Raketen zum Abschuss bringen dürfen. «Wir möchten mit den Gemeinden die für sie passende Massnahme finden.» Münsterlingen sei bereits einen Schritt weiter. Die Gemeinde habe eine Beschränkung für das Zünden von Feuerwerk seit 2017 im Gemeindereglement festgehalten, so der Arzt und Initiant Walter Lang. Unabhängig von der Petition hakt der Stadtrat die erste Massnahme selbst ab. «In der Medienmitteilung zur diesjährigen 1. Augustfeier werden wir die Bevölkerung ermuntern, mit dem Zünden eines Feuerwerks zurückhaltender zu sein», sagt Stadtpräsident Niederberger. Dies insbesondere zum Schutz der Tiere und der Umwelt, so Niederberger.

Gespräche sind noch offen

Kantonsrat Rüegg schlägt auch vor, an grösseren Anlässen wie am Fantastical eine Lichtshow mit Drohnen einzustudieren, anstelle ein Feuerwerk zu zünden. «Aber ansonsten muss man dem OK ein Kränzchen winden. Bezüglich der Abfallentsorgung und ÖV-Anschlüsse sind sie sehr gut unterwegs», sagt Rüegg. Sie könnten aber noch mehr tun. Er werde das Gespräch mit den Organisatoren suchen. Mit den Gemeinden im Bezirk Kreuzlingen haben die Initianten auch noch nicht gesprochen. «Die Petition ist ein erster Schritt das Ausarten der Feuerwerke zu stoppen», sagt Hundevereinspräsident Stefan Borkert.

Mehr als die Hälfte fehlt noch

«Es scheint ein Thema zu sein, das die Bevölkerung beschäftigt. Im Schnitt haben wir innerhalb von einer Stunde elf Unterschriften gesammelt. Was für eine Strassenaktion viel ist», erläutert die Kantonsrätin Brigitta Engeli. Auf Unterschriftenjagd sind die Grünen auch online. Dort herrscht in der Kommentarspalte zwar seit einem Monat Ruhe, aber dafür tröpfeln Tag für Tag weitere Unterschriften hinein. Bisher seien rund 400 von 1000 Unterschriften zusammengekommen.

Zur Petition

Mehrere Gründe waren der Auslöser für die Petition der Grünen des Bezirks Kreuzlingen. Unter anderem verstöre das ohrenbetäubende Geballer und Gepfeife des Feuerwerks die Tiere. Auch der Rauch sei ein Problem für die Lungen von Tier und Mensch. Zudem bleiben in den Quartieren die Überreste der abgefeuerten Vulkane, Batterien und Raketen liegen. «Feuerwerk wird hauptsächlich in China und Indien produziert. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen. Nicht nur das, meist arbeiten Kinder in den Fabriken», sagt Kantonsrätin Brigitta Engeli.

www.openpetition.eu/ch/petition/online/feuerwerk-grenzen-setzen

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