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Mehr Freiheit und Kreativität

Kreuzlingn –Alex Nauva ist Frontmann bei der Kreuzlinger Band OGMH. Während OGMH vor den letzten Gigs seiner Release-Tour steht, stellte Nauva vor kurzem seine Single «Power» online.

lex Nauva veröffentlichte seine neue Single Power. (Bild: Sandro Zoller)

Am 14. Februar kam die erste Singleauskoppelung, der in den Startlöchern stehenden EP (Extended Play), auf den Markt. Trotz Bandarbeit mit OGMH, arbeitet Alex Nauva seit drei Jahren an seiner eigenen musikalischen Entwicklung. «Man kann mit der Band nicht alles machen, was man will», erklärte Nauva. Die grosse Freiheit soll Bestand haben. Deshalb legte er sich auch bei der Art seiner Musik nicht fest. Eine Konstante hat der Musiker dann doch: «Der Fokus liegt auf elektronischen Elementen.»

Freude am Experimentieren
Der Stil seiner Songs entstand durch seine Experimentierfreudigkeit. Ziel war stets, dass seine Musik nicht wie jeder klassische Song klingt. «Wenn ich bei anderen Künstlern Inspiration suche, dann nur wegen dem Spass am Ausprobieren», sagte Nauva. So wie der Stil seiner Lieder mit der Zeit entstand, war es auch mit dem Thema seiner EP. «Ich fasste kein Thema ins Auge, sondern schrieb auf, was für mich gerade aktuell schien», erklärte Nauva seine Vorgehensweise. In der Single Power geht es um Reue, Abhängigkeit und das Hinterfragen des Ich. Dies nahm er auch in den anderen Songs auf. Seine musikalischen Schöpfungen folgen zwar keiner Thematik, ihnen liegt dennoch eine gewisse Botschaft zugrunde sagte der Musiker: «Ich halte die Lieder einfach, um aufzuzeigen, dass es für gute Musik nicht zwingend viele Geräte braucht.»

Fokus auf Melodie
Texte und Melodien gehen bei Nauva nicht Hand in Hand, sondern sind zwei voneinander losgelöste Elemente, die nicht unbedingt zueinander passen müssen. Er legt den Schwerpunkt auf den instrumentalen Teil. Erst danach kümmert er sich um die Worte. Deshalb wird die EP «Yume» auch Stücke ohne lyrischen Inhalt haben. In der Band steuert er einfach Ideen bei, die im Kollektiven zu einem Songtext geformt werden. «Ich habe viele offene Projekte irgendwo in der Schublade. Hauptsächlich schaffen es aber nur Texte zu einer Veröffentlichung, die in einem Zug entstanden», sagte der Kreuzlinger Musiker.

Wenn alles wie geplant über die Bühne geht, dann sollte einem Release der EP Ende März nichts im Weg stehen. «Zusammen mit Yume soll noch eine weitere Single veröffentlicht werden», so Nauva über seine Pläne.

Nur für die Internetwelt
Es sind keine Auftritte geplant. Nicht weil der Musiker keine passende Orte findet, sondern weil er keine proaktiv sucht. «Wenn jemand mich anfragt, dann ziehe ich einen Gig in Erwägung. Ansonsten ist die Veröffentlichung im Internet eine bewusste Entscheidung. Damit soll es etwas Spezielles bleiben», verrät der Kreuzlinger. Dementsprechend ist seine Musik auch nicht analog zu erwerben. Ein weiterer Grund dafür ist auch, dass für ihn der kommerzielle Ertrag keine tragende Rolle spielt. Etwas aus der physischen Welt wird die EP dann doch noch haben: Das Cover wird anlog aufgenommen.

Die Anzahl der Songs und dadurch die Wahl der EP ist eine bewusste Entscheidung. «Ein Album wäre ein zu grosser Aufwand gewesen und eine Single dann doch zu klein», sagte Nauva.

Kassette im Zeitalter von Musikplattformen
Wer auf Spotify eine kostenlose Vorbestellung von Yume aufgab, nahm automatisch an einer Verlosung teil. Die glücklichen Gewinner erhalten eine von drei Kassetten aus Valencia, die der Künstler, mit den Lieblingsliedern aus der eigenen Feder, überspielte.

Nauva setzt den Fokus auf die Bandarbeit, wo auch regelmässig Auftritte stattfinden. Das soll aber nicht heissen, dass seine Solokarriere nur ein künstlerisches Experiment ist. Vielmehr sind es die Gegebenheiten seiner Kompositionen, die einen Auftritt im gewünschten Rahmen erschweren. Während bei anderen Musikern und Produzenten die verschiedenen Instrumente und Sounds digital erstell werden, nutzt der Kreuzlinger dafür physische Geräte wie etwa einen Synthesizer. «Für vergangene Shows musste ich die Lieder extra neu arrangieren und die diversen Song-Elemente so vorbereiten, dass ich sie im richtigen Moment ablaufen lassen kann», verdeutlichte Nauva seine Motive gegen Auftritte.

Eine Frage zu seiner Band wollte am Schluss doch noch beantwortet werden. Weder auf der Band-Homepage noch auf sonstigen Musikseiten steht etwas über die Bedeutung des Namens OGMH. Jemand schrieb sogar, dass die Buchstaben willkürlich sind. «Wir hängen es nicht an die grosse Glocke, aber OGMH steht für ocean grove memorial home. Das ist ein Begräbnisinstitut in New Jersey. Uns gefiel die Abkürzung davon. Unsere Musik richtet sich aber nicht nach der Stimmung, die dieses Institut ausstrahlt», klärte Nauva mit einem Lächeln auf.

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