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Lieber Sportlehrer im Frauengefängnis

Kreuzlingen – Matthias Egersdörfer besucht Kreuzlingen nicht zum ersten Mal. Mit seiner Band «Fast zu Fürth» trat er bereits im Theater an der Grenze auf. Am 5. März kommt der hysterische Franke nun mit Solo-Programm.

Matthias Egersdörfer stattet dem Kreuzlinger Theater an der Grenze einen Besuch ab.  (Bild: zvg)

«Wenn ich als Kind zwei Kugeln Eis mit Sahne, einen Hund oder beispielsweise ein Maschinengewehr haben wollte, pflegte meine Mutter immer zu sagen, dies sei ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei erhob sie ihre Arme zum Himmel und versuchte bestürzt zu schauen. In diesem theatralischen Augenblick wusste ich, dass jetzt nur Sturheit und Gebrüll weiterhelfen konnten, um mein Ziel zu erreichen.» Diese Taktik hat sich Matthias Egersdörfer bis heute bewahrt. Am Donnerstag, 5. März, 20 Uhr, kommt der hysterische Franke nun mit Solo-Programm ins Theater an der Grenze an der Hauptstrasse 55a.

«Lustig bin ich überhaupt nicht», findet der fränkische Kabarettist. Viel lieber wäre er Sportlehrer in einem Frauengefängnis geworden. Doch dazu ist er wiederum zu unsportlich. Allerdings weiss Egersdörfer viel über Wurst zu erzählen, zum Beispiel wie ihm seine Mutter zu jedem Geburtstag «Saure Zipfel» kochte. Oder wie ihm eine Familie aus der Nachbarschaft mit Kindern, die den ganzen Tag Schokoladenschleim in sich reinfressen, einmal eine für ihn abgegebene Wurst unterschlagen wollten. Leberwurst aus «Qualfleisch» rührt der Connaisseur allerdings nicht an. Da ist er rigoros.

«Vor einiger Zeit dachte ich mir: Du müsstest mal wieder ein neues Programm auf die Bühne bringen. Kaum hatte ich zu Ende gedacht, erhob ich im Zimmer die Arme zum Himmel, schaute leicht konsterniert und rief laut: ‹Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!› Meine Frau, die auf dem Sofa sass und gerade in den Fernseher schaute, in dem ein älterer Mann den Wert einer Kaffeekanne feststellen wollte, drehte sie sich zu mir um und sagte: «Genau diese Worte denke ich mir, wenn ich dich gelegentlich ansehe.»

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