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Erster bestätigter Coronavirus-Fall im Kanton Thurgau

Kanton – Veranstaltungen wurden kurzfristig abgesagt, die kantonale Coronavirus-Hotline läuft heiss und in der Bevölkerung herrscht Unsicherheit. Der Coronavirus hält die Welt in Atem. Es gibt aber gewisse Verhaltensregeln, die man einhalten kann, um dem Virus Einhalt zu gebieten.

Hat man sich den Coronavirus eingefangen, bleibt einem nichts anderes übrig, als die Symptome zu behandeln, zuhause zubleiben und abzuwarten. (Symbolbild: Alexandr Litovchenko/Pixabay)

Bei der Person handelt es sich um eine 47-jährige Ärztin aus dem Raum Kreuzlingen. «Es geht ihr den Umständen entsprechend gut, sie zeigt leichte Symptome, eine Hospitalisation ist nicht notwendig. Die Frau muss jedoch 14 Tage zu Hause bleiben und hat Verhaltensinstruktionen erhalten», sagte Kantonsärztin Agnes Burkhalter an einer Medienorientierung.

Die Person hat sich im privaten Umfeld bei einer erkrankten Person in der Schweiz angesteckt. Der erste Test aus St. Gallen war positiv, ebenso wie das zweite Laborresultat des Referenzlabors für Viruserkrankungen (NAVI) in Genf. Ihre beiden Kinder wurden ebenfalls getestet. Deren Resultate waren negativ. Sie wohnen mit der Frau im selben Haushalt wohnen, weshalb sie sich entsprechend den Bundesempfehlungen für 14 Tage in Quarantäne begeben müssen.

Rund 30 enge Kontaktpersonen wurden informiert und werden sich ebenfalls für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Quarantäne bedeutet, dass die Leute im häuslichen Umfeld bleiben müssen, wenn möglich mit eigenem Zimmer, eigenem Bad, mit separaten Mahlzeiten und unter Einhaltung der Hygieneregeln des Bundes. Bei Symptomen müssen sie sich beim Hausarzt melden, dann erfolgt der Abstrich. Mit diesem Schritt soll die Ansteckungskette unterbrochen werden. Quarantäne wird als Vorsichtsmassnahme auch bei Personen verhängt, die keine Symptome einer Erkrankung zeigen.

Stand heute Morgen wurden im Kanton Thurgau 102 Personen negativ getestet, zwei
Fälle sind noch offen, ein Fall wurde positiv getestet.

Der erste bestätigte Fall im Kanton Thurgau ändert nichts an der medizinischen
Beurteilung. Weiterhin sollen die Hygienemassnahmen konsequent eingehalten
werden.

Veranstaltungen 

Der Bund hat seit vergangenen Freitag bis mindestens 15. März Veranstaltungen von mehr als 1000 Personen aufgrund der aktuellen Situation und der Ausbreitung des Coronavirus verboten. Veranstaltungen von über 150 Personen müssen vom Amt für Gesundheit (kantonsärztlicher Dienst) des Kantons Thurgau in Absprache mit den Veranstaltern beurteilt werden. Mehrere Veranstaltungen im Kanton mussten bereits abgesagt werden.

Der Bund hat die Situation in der Schweiz aufgrund des Coronavirus gemäss Epidemiengesetz als «besondere Lage» eingestuft. In den kommenden Wochen müssen deshalb auch im Kanton Thurgau Veranstaltungen abgesagt werden. Dies kann auch kurzfristig geschehen. Ansprechpartner für Fragen zur Durchführung von Veranstaltungen ist im Kanton Thurgau das Amt für Gesundheit (kantonsärztlicher Dienst). Dieser ist von 9 bis 11 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr unter Telefon 058 345 68 60 zu erreichen.

Aus ressourcentechnischen Gründen hat die zuständige Regierungsrätin Cornelia Komposch entschieden, dass der Fachstab Gesundheit auf den Kernstab des kantonalen Führungsstabes ausgedehnt wird. Dieser hat sich vergangenen Freitag bereits getroffen.

Thurgauer Hotline wegen Coronavirus

Seit Montagmorgen, 2. März, kann sich die Bevölkerungen mit allen Fragen zum Coronavirus, die den Kanton Thurgau betreffen, an eine eigens dafür eingerichtete Hotline 058 345 34 40 wenden. Die Hotline wird vorerst von Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 18 Uhr, in Betrieb sein, bei Bedarf können die Zeiten ausgeweitet werden. In der ersten Stunde gingen mehr als 100 Anrufe bei der Hotline ein.

Für Fragen, die das Coronavirus generell betreffen, soll sich die Bevölkerung weiterhin an die Infoline des Bundesamtes für Gesundheit wenden 058 463 00 00.

Der Kanton Thurgau informiert auch auf seiner Website in einem Fachdossier über die laufenden Veränderungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus: www.tg.ch/coronavirus.

Verhaltensregeln

  • Regelmässig die Hände mit Wasser und Seife waschen oder ein Hand-Desinfektionsmittel nutzen.
  • In ein Taschentuch niesen oder husten; oder wenn keines zu Handen ist, in die Armbeuge.
  • Kontakt mit Personen vermeiden, die Atembeschwerden oder Husten haben.
  • Bei grippeartigen Symptomen zu hause bleiben. So wird verhindern, dass die Krankheit weiter übertragen wird.
  • Gebrauchtes Taschentuch in einem geschlossenen Mülleimer entsorgen.
  • Händeschütteln vermeiden.
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation gehen.

Coronavirus und die saisonale Grippe im Vergleich

Eine abschliessende Bestätigung ist nur durch eine Laboranalyse möglich.

Krankheitsbild

Grippe: Plötzlich auftretendes hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten, Hals- und Schluckweh, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schwindel und Appetitverlust.

Coronavirus: Ähnlich wie bei einer Grippe treten ein unspezifisches Unwohlsein, Müdigkeit und Fieber auf. Es folgen meist Atemwegssymptome, typisch ist ein trockener Husten. Weniger häufige Symptome sind: Kopfschmerzen, selten Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Risikogruppen

Grippe: Vorwiegend Menschen mit einem erhöhten Risiko für Grippekomplikationen: Schwangere, Frühgeborene, ältere Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Coronavirus: Gleiche Risikogruppe wie bei der Grippe. Vor allem Menschen ab 60 Jahren sind gefährdet, einen schlimmeren Verlauf des Virus zu erleiden.

Ansteckungsgefahr

Grippe: Tröpfcheninfektion; Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Stunden bis drei Tage.

Coronavirus: Tröpfcheninfektion; Die Inkubationszeit kann vier bis 14 Tage betragen.

Verbreitung

Grippe: 0,9 bis 2,1 Personen steckt ein Kranker im Schnitt an.

Coronavirus: 1,5 bis 4,5 Personen steckt ein Kranker im Schnitt an.

Behandlung

Grippe: Eine Grippeimpfung ist im vorhinein möglich. Bei Ausbruch der Krankheit gibt es aber noch kein Medikament. Die Grippe kann nur symptomatisch behandelt werden.

Coronavirus: Gegen das Virus gibt es noch kein Medikament. Es können nur die Symptome behandelt werden.

 av/Infodienst TG/BAG/WHO

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