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Im Dorf, für das Dorf

Ermatingen – Es gibt nur einen Tisch, dafür einen grossen: «Wy&Kafi» im Ermatinger Mesmerhaus hat sich seit der Eröffnung zu einem beliebten Treffpunkt für Gäste aus der nahen und ferneren Region entwickelt.

Peter Dransfeld (links) und Markus Geiger ziehen eine positive 100 Tage-Bilanz im «Wy&Kafi».  (Bild: Kurt Peter)

100 Tage nach der Eröffnung im November 2019 ziehen Architekt Peter Dransfeld und Geschäftsführer Markus Geiger eine sehr positive Bilanz. Die Beiz im Keller des Mesmerhauses, «Wy&Kafi», habe sich besser entwickelt, als für die Startphase anzunehmen gewesen sei, sagen beide.

«Wir haben weit über 1000 Besucher gezählt, ein Spitzenwert, wenn man bedenkt, dass das Restaurant nur von Freitag bis Montag und nur von 14 bis 20 Uhr geöffnet ist», erklärt Peter Dransfeld. Und Markus Geiger ist sich sicher, dass das Motto «im Dorf, für das Dorf» aufgeht. Die meisten Gäste seien aus Ermatingen und der näheren Umgebung, aber «wir begrüssen auch Menschen aus der weiteren Region, wie aus Kreuzlingen und Frauenfeld».

Im Sommer ein kühler Treffpunkt

Das Konzept mit nur einem Tisch, dafür einem grossen, das ausschliesslich regionale Angebot und die zentrale Lage mitten in Ermatingen tragen nach Meinung der beiden zum Erfolg bei. «Wir hatten bisher nur wenige Tage, an denen wir wenig Betrieb feststellen mussten, beliebt ist die Lokalität inzwischen auch für Feiern und Anlässe ausserhalb der regulären Öffnungszeiten», blickt Geiger auf die ersten 100 Tage zurück. Gespannt ist er auf den Sommer. Wenn es richtig heiss werde, dann sei der Keller im Mesmerhaus wohl der richtige kühle Ort zur Entspannung.

Für Architekt Dransfeld ist der Umbau des Mesmerhauses inzwischen abgeschlossen, er ist selbst in eine Wohnung eingezogen, die anderen sind vermietet. «18 Monate Bauzeit und 20‘000 investierte Arbeitsstunden liegen hinter den Beteiligten, das Resultat kann sich wirklich sehen lassen». Das Haus sei ein Null-Energie Baudenkmal, dessen Kern 400 Jahre alt sei. «Die Herausforderungen waren die hohen Mehrkosten und vergleichsweise niedrigen Förderbeiträge», erklärt der Architekt.

Strom für Heizung und Warmwasser

Das Mesmerhaus produziert auf seinem östlichen Anbau mit der Sonne jährlich soviel Strom wie es für Heizung und Warmwasser braucht. «Möglich ist das durch eine konsequente Dämmung und Abdichtung der Gebäudehülle und durch eine ausgeklügelte Haustechnik». Innovation, Nachhaltigkeit, Sozial und Regional seien für ihn beim Projekt immer im Vordergrund gestanden, so Dransfeld weiter. Die motivierten und kompetenten Handwerker, die meisten aus der Region, hätten auch unkonventionelle Lösungen möglich gemacht.

Ein anderes wichtiges Ziel wurde ebenfalls erreicht: «Das Gebäude sollte nach Abschluss der Bauarbeiten nicht im neuen Glanz erstrahlen, sondern seine Geschichte ablesbar machen». Vieles sei erhalten, darunter die Tragstruktur des Kernbaus, aber auch Wandmalereien aus der Entstehungszeit seien sorgfältig restauriert worden. Als er 2013 das Haus von der katholischen Kirchgemeinde erworben habe, sei sein Projekt vor allem während der Planungsphase gewachsen. «Es war wichtig und ist verdankenswert, dass die Gemeinde konstruktiv in den Bereichen Ortsbild, Verkehr, Energie und Gastronomie mitarbeitete», sagt Dransfeld rückblickend.

Kurt Peter

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