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Zum Gedenken an Hermann Strauss, Stadthistoriker

Kreuzlingen – 50. Todestag am 14. März. Wer sich in die Geschichte der Stadt Kreuzlingen vertieft, kommt nicht um einen Namen herum: Hermann Strauss (22. Mai 1880 bis 14. März 1970).

Stadthistoriker Hermann Strauss. (Bild: zvg)

Gesundheitshalber musste Hermann Strauss seinen Posten als kaufmännischer Direktor einer Rheintaler Fabrik schon einige Jahre vor seiner Pensionierung aufgeben. Aufgewach-sen an der Bernrainstrasse in Emmishofen kehrte er in seine Heimat zurück und liess sich am der Hauptstrasse im Haus des damaligen Park Café (heute David’s Mode) nieder.
Nun nützte er die Zeit, seine Leidenschaft, das historische Forschen und Schreiben zu pflegen. Er wurde zum wichtigsten Initianten für die Gründung eines Heimatmuseums, die 1938 zusammen mit Gleichgesinnten erfolgte. Von seiner sorgfältigen dokumentarischen Arbeit zeugen zahlreiche Eingangsbelege von Schenkungen und Ankäufen für die Samm-lung. Diese Dokumente sind eine Fundgrube für Recherchearbeiten im Archiv des Muse-ums Rosenegg.
Die 15 Hefte zur Ortsgeschichte, die im Laufe der Jahre entstanden, wurden den Mitglie-dern des Heimatmuseums jeweils als Jahresgabe überreicht. Die Hefte decken breitgefä-cherte Themen der Stadtgeschichte ab. Heft Nummer 1 beschreibt die über 40 Torkel auf dem Gemeindegebiet. Deren sorgfältige Beschreibung ist auch heute noch geeignet, die Standorte und zum Teil noch bestehende, wenn auch umgenutzte und kaum mehr als sol-che erkennbaren Gebäude aufzufinden. Weitere Hefte widmen sich den folgenden The-men:

Die Emmishofer Fasnacht
Die Herrschaftshäuser
Kreuzlinger Häuser 1
Das Waaghaus in Gottlieben
Die Schulen von Kreuzlingen
Emmishofen
Kreuzlinger Häuser 2
Die Gyrsberge von Emmishofen
Kurzrickenbach
Kreuzlingen und Umgebung
Seeburg und Hörnliberg
Gottlieben
Kreuzlinger Burgen
Alt- Kreuzlingen

Mit unglaublichem Fleiss, hohem Zeitaufwand und grosser Sachkenntnis muss Hermann Strauss Archive durchstöbert, alte Handschriften und Protokolle gelesen und Zeitzeugen befragt haben. Nahezu alle Schriften sind im Buch Kreuzlinger Mosaik von 1991, von der Stadt Kreuzlin-gen zum 700 Jahrjubiläum der Eidgenossenschaft herausgegeben, neu aufgelegt und zu-sammengefasst worden. Dies darf durchaus als später Dank und Anerkennung gesehen werden für einen Mann, der zwar die Ehrenmitgliedschaft des Vereins Heimatmuseum er-halten hat, dem aber das überaus verdiente Ehrenbürgerrecht der Stadt versagt blieb.

In grosser Dankbarkeit erinnere ich mich an den gepflegten weisshaarigen Herrn, dem ich in meinen jungen Jahren in der Stadt begegnen durfte und von dessen Liebe zur Stadt ich soviel profitieren konnte. Heidi Hofstetter-Sprunger, ehemalige Museumsleiterin

Der Nachlass von Hermann Strauss befindet sich im Staatsarchiv in Frauenfeld und bietet durchaus noch Inhalte für künftige Stadthistoriker.

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