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Sportnetz professionalisiert

Kreuzlingen – Die Dachorganisation der Sportvereine der Region Kreuzlingen will Mandate für Projektarbeiten vergeben.

(V.l.) Präsident Ruedi Herzog, Vize-Präsidentin Isabelle Wepfer und Mandatsträger Andreas Schreiber. (Bild: Inka Grabowsky)

«Alle im Vorstand haben noch eine Funktion in unseren eigentlichen Sportvereinen», sagt Ruedi Herzog, der Präsident des Sportnetzes und der Nachwuchs-Chef der Wasserballer. «Ausserdem gibt es ja noch den Beruf – es fehlen also Ressourcen insbesondere für das Organisieren von Anlässen.» Gerade die Anlässe aber würden das Sportnetz bekannt machen und den Sportlern der Region viel nützen. Man wolle davon also zukünftig eher mehr als weniger bieten. «Wir brauchen jemanden, der auch tagsüber – zusätzlich zur ehrenamtlichen Arbeit des Vorstandes – an Projekten schaffen kann. Das wollen wir zwei Jahre lang ausprobieren.» Die Funktionäre haben die Hoffnung, dass ein Profi es leichter schafft, Sponsoren zu überzeugen. Er würde sich damit quasi selbst finanzieren. Das Vorstandsmitglied Andreas Schreiber – Präsident des Tennisclubs – stellte sich für die Aufträge zur Verfügung. Es ist kein Zufall, dass das Sportnetz für den Versuch ein Kostendach von 5000 Franken pro Jahr vorgibt. Ungefähr diese Summe würde 2020 gemäss Budget erwirtschaftet, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert.

Genau das dräut allerdings bei der Sportler-Nacht, die für den 27. März geplant ist. Die Behörden werden erst wenige Tage vor dem Datum Bescheid geben, ob die Veranstaltung bewilligt ist oder wegen der Corona-Krise abgesagt werden muss. Im vergangenen Jahr hatte das Sportnetz mit der Gala ein Plus von rund 5000 Franken erwirtschaftet. Wenn diese Einnahmequelle versiegt, muss der Verein an seine Reserven. Doch das ist nicht der Grund, weshalb die Organisatoren auf die Bewilligung hoffen: «Unser Sportler haben verdient, für ihre Leistungen eine Bühne zu bekommen», sagt OK-Leiter Schreiber. Sollte die Sportlernacht ausfallen, würde ihm in seiner neuen Funktion als bezahlter Mandatsträger trotzdem nicht langweilig. Unter anderem wird das Sportnetz am 19. September wieder bei der Spielstrasse auf dem Boulevard mitmachen, und am 31. Oktober soll der Grossanlass «Super X-Kampf – reloaded» stattfinden. «Den mussten wir vergangenes Jahr mangels Anmeldungen absagen. Jetzt wollen wir uns überlegen, wie wir den eigentlich so lässigen Wettkampf wieder attraktiv machen.»

Das Sportnetz ist als Lobby der regionalen Sportvereine in den Bauprojekten zur Infrastruktur beteiligt, weshalb der Präsident kurz auf die Entwicklungen einging. Für die Bodenseearena warte man auf das Betriebskonzept der Stadt. «Nach dem Rückzug des Schweizer Fernsehens steht derzeit die Arena vermehrt den Sportlern zur Verfügung, was aus Sicht des Sportnetzes an sich begrüssenswert ist, aber auch wir haben ein Interesse daran, dass die Halle langfristig finanzierbar ist.» Der Umbau des Egelsee-Bades sei auf Kurs: «Nach den Sommerferien könnte das Vergabeverfahren beginnen, so dass dann bald Kostensicherheit entsteht. Wahrscheinlich kann das Bad 2022 in Betrieb gehen.» Beim neuen Rasenspielfeld am Döbeli sollten die wesentlichen Arbeiten im Herbst beginnen. «Im Frühling 21 soll das Spielfeld fertig sein und sollte länger und intensiver genutzt werden können als das, was derzeit besteht.»

Inka Grabowsky

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