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Vom Präsenzunterricht zum Fernunterricht

Thurgau – Nach dem Entscheid des Bundesrates, wonach bis am 4. April wegen des Coronavirus alle Präsenzveranstaltungen an Schulen, Hochschulen und Ausbildungsstätten untersagt sind, erfolgten an heutigen Sitzungen die Detailabsprachen mit den Bildungsämtern und den Bildungsverbänden. Das Departement für Erziehung und Kultur des Kantons Thurgau hat entsprechende Entscheide erlassen. Die ersten Massnahmen betreffen die kommenden zwei Schulwochen bis zu den Frühlingsferien.

Die Schulen sind für die Schüler geschlossen. (Bild: Gerd Altmann/Pixabay )

Übergeordnetes Ziel der bundesrätlichen Massnahme ist es, die Weiterverbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dies geschieht durch das Einhalten der Verhaltensregeln gemäss Plakat des Bundesamts für Gesundheit, insbesondere auch durch das Distanzhalten. Grössere Gruppen von Jugendlichen und Kindern, die längere Zeit beieinander sind, sind zu vermeiden. Die Schulen im Kanton Thurgau werden verpflichtet, diejenigen Eltern zu unterstützen, die keine Betreuungsangebote sicherstellen können.

Volksschulen
Ab Dienstag, 17. März 2020, bis zu den Frühlingsferien stellen die Schulgemeinden ein Betreuungsangebot sicher. Es steht Familien zur Verfügung, welche die Betreuung der Kinder nicht selbst wahrnehmen können. Die Betreuungszeiten richten sich nach den Stundenplänen und sollen primär für Kinder des Zyklus I und II (Kindergarten bis 6. Primarklasse) gelten. Die Schulen erheben die Bedürfnisse der Eltern.

Mit dem Verbot für regulären Unterricht wird der Schulbetrieb (öffentliche und private Schulen) nicht gänzlich eingestellt. Die Schulpflicht besteht für die nächsten zwei Wochen, wenn auch in anderer Form. Die Schülerinnen und Schüler werden gemäss den Möglichkeiten der Schule und den Kindern in Form von «Distance Learning» unterrichtet. Es sollen kreative Lösungen mit altersgerechten Aufträgen möglich sein.

Der Montag, 16. März 2020, bleibt für die Schülerinnen und Schüler schulfrei, damit die
Schulen die entsprechenden Vorbereitungen treffen können. Zusammen mit dem
Verband der Schulgemeinden (VTGS), dem Verband Schulleiterinnen und Schulleiter
Thurgau (VSLTG) und Bildung Thurgau wurden die verschiedenen Regelungsbereiche
definiert. Die Umsetzung der Massnahmen liegt in der Verantwortung der Schulen.
Erste Anlaufstelle für schulspezifische Fragen ist die Schule vor Ort. Diese informiert
über ihre Kommunikationskanäle die Eltern und Schülerinnen und Schüler.

Sekundarstufe II
Auch auf der Sekundarstufe II wird der reguläre Klassenunterricht eingestellt, nicht aber
die Schulpflicht. Berufsfachschulen und Mittelschulen bleiben für Administration,
Arbeiten von Lehrpersonen, Sitzungen, Einzelgespräche und -prüfungen offen. Die
Mensen bleiben geschlossen.

Mittelschulen
Bis zu den Frühlingsferien wird der Schulbetrieb durch Fernunterricht aufrechterhalten.
Die Lehrpersonen sorgen dafür, dass der Kontakt zu den Lernenden während der
regulären Unterrichtszeiten sichergestellt ist. Sie vereinbaren vorgängig die
entsprechenden Kommunikationskanäle. Da die entsprechenden
Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden können, finden am Montag, 16. März
2020, und Dienstag, 17. März 2020, die mündlichen Aufnahmeprüfungen statt. Auch
Betreuungsgespräche zwischen Lehrpersonen und einzelnen Schülerinnen und
Schülern sind weiterhin möglich. Für Fragen zum Schulbetrieb wendet man sich an die
Rektorate der einzelnen Mittelschulen.

Berufsfachschulen
Der Präsenzunterricht wird durch Fernunterricht ersetzt. Dieser findet während des
üblichen Schultages statt. Lernende und Lehrpersonen stehen für den Kontakt mittels digitaler Mittel zur Verfügung. Der Fernunterricht findet in erster Linie zu Hause statt. In
Ausnahmefällen soll der Fernunterricht im Lehrbetrieb oder in der Berufsfachschule
stattfinden können. Die Lehrabschluss und Qualifikationsverfahren werden
durchgeführt. Alle Prüfungen, die schon geplant und angesagt sind und zu einem
anerkannten Abschluss führen, dürfen unter Berücksichtigung der bundesrätlichen
Schutzmassnahmen durchgeführt werden. Die Leitung Qualifikation des Amtes für
Berufsbildung und Berufsberatung ist für die Umsetzung zuständig. Die Lernenden und
Studierenden der Gesundheits- und Sozialberufe werden durch das Bildungszentrum
für Gesundheit und Soziales regelmässig in Zusammenarbeit mit den
Ausbildungsbetrieben zum aktuellen Vorgehen informiert.

Für Anfragen betreffend schulischer Bildung ist die Berufsfachschule zuständig.
Anfragen betreffend betriebliche Bildung sind an die Abteilung Betriebliche Bildung des
Amts für Berufsbildung und Berufsberatung an stefan.curiger@tg.ch, für
Qualifikationsverfahren an qv.abb@tg.ch zu richten.

Die Infrastruktur der Schulen (Zum Beispiel Sporthallen, Aula) kann weiterhin durch Externe
genutzt werden. Der Entscheid über die Durchführung der Anlässe und Trainings liegt in
der Verantwortung der Nutzer. Die bundesrätlichen Hygienevorgaben sowie die
Vorgaben betreffend die Durchführung von Veranstaltungen müssen eingehalten
werden.

Ende Woche wird die aktuelle Lage an einer weiteren Sitzung mit den Bildungsämtern
und den Bildungsverbänden besprochen und das weitere Vorgehen festgelegt. Dabei
werden auch Eventualplanungen für die Zeit nach den Frühlingsferien an die Hand
genommen. Anschliessend erfolgen weitere Informationen. Das Departement dankt
allen Akteuren und Involvierten für die aktive Mitwirkung zur Bewältigung dieser
ausserordentlichen Situation.

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