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Station «Sägenösch» bewährt sich

Bottighofen – Der Tierschutzverein Kreuzlingen blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Spuren hinterlassen hat dabei die Inbetriebnahme der Station «Sägenösch», in der auch sogenannte Exoten untergebracht und gepflegt werden.

Giuseppe Parchitelli, Elsbeth Eberle und Rosmarie Brönnimann wurden geehrt. Präsident Heinz Lienhard führte durch die Versammlung. (Bild: Kurt Peter)

Präsident Heinz Lienhard konnte am Mittwochabend im Dorfzentrum zur 66. Generalversammlung des Tierschutzvereins Kreuzlingen und Umgebung begrüssen. Der Verein blicke auf ein Jahr zurück, welches der Präsident in seinem Bericht als «normal und von schlimmen Tierschutzfällen verschont» beschrieb. «2019 war auch das Jahr, in dem unsere Station Sägenösch mit einem Team von kompetenten Tierpflegerinnen, Helferinnen und Helfern in Betrieb genommen werden konnte». Die Dienstleistungen des Vereins seien erbracht worden, diese reichten von Meldungen, Klagen, Information und Beratung bis zu Problemen mit betroffenen Haustieren, die mit den Sozialbehörden gelöst worden seien.

Rekordzahl an Erdkröten gesammelt
Im Ressort «Hunde» hätten sich die Einsätze im Vorjahr leicht reduziert, erklärte Heinz Lienhard. Es gab zwei Notfalleinsätze, vier entlaufene Hunde konnten in Obhut genommen und die Besitzer ermittelt werden, fünf Hunde wurden auf Weisung der Behörden aufgenommen. Im Ressort «Katzen» mussten 19 Tiere aufgrund von aussergewöhnlichen Umständen und Verzicht übernommen und neu platziert werden. Zehn zugelaufene Katzen konnten platziert werden, bei elf entlaufenen Katzen konnten die Besitzer ermittelt werden.

Viel Arbeit gab es bei der Amphibien-Rettung. Der Bericht von Marion Gessner und Sandra Kneubühler enthält beeindruckende Zahlen. «Die in Ermatingen gesammelte Zahl an Erdkröten erreichte mit über 5’300 Tieren eine Rekordhöhe», heisst es darin. An den kritischen Stellen sammelten die ehrenamtlichen Helferequipen 966 Grasfrösche, 6’211 Erdkröten und elf Molche. Allerdings heisst es im Bericht auch, dass «kein einziger Laubfrosch festgestellt wurde»

Hobbyhaltung von Exoten macht Probleme
In der Station «Sägenösch» wurden neben den europäischen Schildkröten auch Exoten gepflegt. Es handelte sich dabei unter anderem um Rotwangen-Schmuckschildkröten, Gelbwangen-Schmuckschildkröten, Florida-Rotbauchschildkröten und um eine Chinesische Dreikielschildkröte. Probleme bereite dem Tierschutzverein die Hobbyhaltung von exotischen Reptilien. Neben der Vernachlässigung müssen immer mehr Exoten von den Behörden beschlagnahmt werden. Dies betraf im vergangenen Jahr einen Steppenwaran, zwei Sandboas und zwei Kornnattern. Aufgenommen wurden zudem Bartagamen, Königspythons, Teppichpythons, Angolapythons und Leopardengeckos.

Der Kassenbericht von Andrea Schönholzer wies einen Gewinn von 28’400 Franken auf. «Zwar hat der Betrieb der Station Sägenösch zu Mehrkosten von 50’000 Franken geführt, doch auf der Ertragsseite konnte der Verein vor allem Dank Nachlässen und Trauerspenden deutlich höhere Zahlen verbuchen». Mit einem Vermögen von 740’000 Franken «haben wir eine gesunde finanzielle Basis, eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages ist nicht nötig», ergänzte Heinz Lienhard.

Für eine weitere Amtszeit von vier Jahren wurde Alice Elgnerova gewählt, erstmals konnte der im verganenen Jahr gewählte Beisitzer Guiseppe Parchitelli an der Versammlung teilnehmen. Für die langjährige Mitarbeit im Verein wurden abschliessend Rosmarie Brönnimann, die die Meldestelle 35 Jahre lang betreut hatte, und Elsbeth Eberle für elf Jahre Mitarbeit in der Wildvogelstation geehrt.

Kurt Peter

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