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Stadtrat wendet sich an den Bundesrat

Kreuzlingen – Um die Situation an der Kunstgrenze zu entschärfen, wandte sich der Stadtrat an den Bundesrat mit der Bitte, Massnahmen für die spezielle Situation in unserer Grenzregion zu prüfen.

Der zweite Zaun an der Kusntgrenze brachte Spannungen hervor. (Bild: zvg)

Die Corona-Pandemie macht deutlich, wie eng die Menschen in der Grenzstadt Kreuzlingen-Konstanz verbunden sind. Nachdem Deutschland die Schweiz als Risikogebiet einstufte, installierte die Deutsche Bundespolizei Mitte März einen Zaun entlang der Kunstgrenze. Ab diesem Zeitpunkt war der ungehinderte Grenzübertritt unter anderem auch im Klein Venedig nicht mehr möglich. Um den Kontakt dennoch aufrecht zu halten, trafen sich Familienmitglieder, Freunde und Bekannte, um sich am Zaun auszutauschen. Auch dem schönen Wetter geschuldet, nahm die Anzahl von Menschen, teilweise aus anderen Kantonen angereist, kontinuierlich zu, sodass die Hygienemassnahmen gemäss der COVID-19 Verordnung 2 nicht eingehalten wurden. Die Kontrolltätigkeit durch die Kantonspolizei, die Grenzwache und die Sicherheitsdienste gestaltete sich sehr schwierig. Für zahlreiche Menschen verhindert die Grenzschliessung das Zusammentreffen mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten. Diese Situation ist für die Betroffenen äusserst bedauerlich und schwierig.

Um jedoch die Pandemie-Massnahmen des Bundes zum Schutz der Bevölkerung gewährleisten zu können, suchte die Stadt gemeinsam mit der Kantonspolizei, der Grenzwache und dem Regionalen Führungsstab nach einer Lösung, um die geforderten Abstände zwischen Personen einhalten zu können, ohne dass die Polizei Bussen erteilen muss. Aus diesem Grund wurde am letzten Freitag auf Anordnung des Kantonalen Führungsstabs auf Kreuzlinger Seite mit einem Abstand von rund zwei Metern zum bestehenden, ein weiterer Zaun aufgebaut. Diese Massnahme löste in der Bevölkerung zahlreiche, teils heftige Reaktionen aus. Insbesondere für Familien, die getrennt in Kreuzlingen und Konstanz leben, ist die Situation äusserst schwierig. Stadtpräsident Thomas Niederberger betont «die Zäune kommen nach dem Lockout ebenso schnell wieder weg, wie sie aufgebaut wurden. Alle Massnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind äusserst einschneidend und bedauerlich. Der Stadtrat versteht die Ängste und Reaktionen aufgrund der einschneidenden Massnahmen.» Jeder einzelne von uns steht jedoch in der Verantwortung zum Schutz der eigenen Gesundheit und der Gesundheit seiner Mitmenschen, alle Corona-Regeln einzuhalten.»

Zudem reagierte der Stadtrat umgehend und wandte sich an den Bundesrat. «Wir haben die zuständige Departementsvorsteherin Karin Keller-Sutter gebeten Massnahmen zu prüfen, um die Situation in unserer Grenzstadt zu entschärfen», erklärt Stadtpräsident Thomas Niederberger. Bisher ist noch keine Antwort erfolgt.

Stadtpräsident Niederberger lobt in diesem Zusammenhang die Bevölkerung, die sich bereits am vergangenen Wochenende vorbildlich an die Verhaltensregeln hielt. Nur wenige Personen beachteten sie nicht, kooperierten jedoch sofort, nachdem sie vom Sicherheitsdienst angesprochen wurden. Der Stadtrat dankt der Bevölkerung und bittet, sich auch während den Ostertagen daran zu halten.

Aufgrund des schönen Wetters verstärken die Sicherheitsdienste ihre Patrouillen. Falls sich die Lage in Bezug auf das Verkehrs- und Besucheraufkommen verschärfen sollte, sind Signalisations-Massnahmen nicht auszuschliessen. «Wir setzten alles daran, die Lage in Kreuzlingen ruhig und überschaubar zu halten – wir bitten Sie uns dabei zu unterstützen», appelliert Stadtpräsident Thomas Niederberger. Der Stadtrat wünscht allen trotz der Coronakrise schöne Ostertage.

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