/// Rubrik: Region

Urologische Innovation in Zeiten von Corona

Münsterlingen – Die Spital Thurgau AG hat erstmalig Anfang April 2020 erfolgreich das im vergangenen Jahr neu erworbene DaVinci X System im Rahmen einer dringenden Urologischen Tumoroperation im Kantonspital Frauenfeld eingesetzt.

(Bild: zvg)

Der daVinci Operationsroboter kommt bereits seit zwei Gerätegenerationen in der Urologie der Spital Thurgau AG erfolgreich in der minimalinvasiven, sogenannten «laparoskopischen» Chirurgie des Prostata- und Nierenkrebses zum Einsatz. Im Zuge der Planung für eine zukünftige interdisziplinäre minimal-invasive Tumortherapie im Thurgau wurde im vergangenen Herbst entschieden, ein Gerät der neuesten Generation, das DaVinci X System anzuschaffen, um es in Zukunft an beiden Standorten im Thurgau, den Kantonspitälern Frauenfeld und Münsterlingen, zu betreiben. Das neue Gerät wurde der Öffentlichkeit bereits im Januar, am Tag der offenen Tür des Neubaus «Horizont» in Frauenfeld vorgestellt.

Die Vorteile des neuen Systems gegenüber der älteren Generation der OP-Roboter stellen die bessere Sicht im Operationsfeld durch eine 3-D Kamera mit detailreicherer Auflösung der neuesten Generation sowie die verbesserte Handhabung der Operationsinstrumente mit noch feinerer Beweglichkeit dar. Zudem ermöglicht das neue Gerät auch im Rahmen von ausgedehnteren Operationen, die bisher in der offenen Technik durchgeführt wurden, eine verbesserte Ansteuerung von verschiedenen Regionen in der Bauchhöhle. So wird zukünftig die Durchführung auch noch komplizierterer Operationen ermöglicht.

Vor dem nun erstmalig durchgeführten dringenden Eingriff mit diesem neuen Operationsroboter fanden aufwendige Schulungen sowohl des OP Personals als auch der ärztlichen Mitarbeiter statt. Die Weisung des Bundesrates vom 16. März 2020, dass alle Gesundheitseinrichtungen per sofort auf alle nicht dringend angezeigten medizinischen Eingriffe verzichten müssen, hat uns die Gelegenheit geboten, eingehende Tests mit dem neuen Da-Vinci X System durch zu führen. Nach dieser wohlvorbereiteten Test- und Evaluierungsphase konnte nun die Premiere Anfang April erfolgreich durchgeführt werden.

Der Patient, welcher an einem aggressiven Prostatakrebs litt, konnte bereits drei Tage nach erfolgreicher Operation wieder entlassen werden. Auch während der Corona Pandemie durften und mussten chirurgische Therapien von bösartigen Tumoren und dringliche Eingriffe stattfinden.

Zukünftig werden wie bisher neben der Therapie von Prostatakrebs- und Nierentumoren auch die Blasenkrebsoperationen, bei der die gesamte Blase entfernt und ein neues Urinreservoir (Ersatzblase) minimalinvasiv durchgeführt werden, mit dem Operationsroboter durchgeführt. Im Thurgau benötigen pro Jahr ca. 20 – 25 Patienten eine solche Therapie.

Das onkochirurgische Team der Urologie mit einer Expertise von nun insgesamt mehr als 3000 onkologischen Eingriffen, hiervon mehr als 1800 minimalinvasiv, ist somit höchsten Qualitätsansprüchen entsprechend zur Behandlung unserer Patienten aufgestellt.

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