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Grosses Echo auf die Online-Aktionen von thurgaukultur

Thurgau – Was macht ein Online-Kulturportal in Zeiten des Veranstaltungsverbotes? Richtig, es nutzt ihre digitale Agenda und das Magazin, um Akteure und Publikum auch in dieser Zeit zu vernetzen. Die Vorlesereihe «Das literarische Solo» ist mittlerweile zu einem Projekt mit über 20 Geschichten/Kurzvideos für Gross und Klein angewachsen und die Kulturagenda umfasst über 50 «Kultur-Streams» aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. thurgaukultur verhilft so der Kultur auch in Zeiten der Coronakrise zu Aufmerksamkeit, agiert über die Grenzen hinaus und schafft erst noch eine neue Community.

Mittlerweile hat sich um #dasliteratrischesolo eine richtige Community gebildet. (Bild: Yuri_B auf Pixabay)

Die digitalen Angebote, die das Kulturportal thurgaukultur.ch in der Coronakrise eigens geschaffen hat, heissen #dasliterarischesolo, #deinebühne und #kulturstreams. Was abstrakt klingt, sind einfache Videobeiträge von Kurzlesungen, Konzerten oder Gesprächen sowie Veranstaltungshinweise. Und sie haben einen konkreten Nutzen: das Schaffen von mehr Sichtbarkeit für die Kultur in Zeiten des Veranstaltungsverbotes. Dass die Angebote auf fruchtbaren Boden fallen, zeigt die hohe Resonanz.

«Das literarische Solo»: Die besondere Vorlesereihe
Erfreulich ist vor allem das Echo auf die Vorlesereihe «Das literarische Solo». Bei dieser Reihe stellen bekannte Menschen aus dem Thurgau und der Region ihre Lieblingsbücher vor. Kulturschaffende und Autorinnen sind dabei, aber auch Journalisten, Politikerinnen und Politiker.

Vorgelesen wird nicht nur im Bett, sondern auch im Pferdestall
Das Spektrum der Bücher ist breit: Vom Kinderbuch über Texte von zeitgenössischen Autorinnen und Autoren bis zum Klassiker ist alles dabei. Und auch die Orte, die die Vorlesenden bisher gewählt hatten, könnten unterschiedlicher nicht sein: Im Bett, im Pferdestall, im Garten oder einfach im Wohnzimmer wird vorgelesen. «Es sind ganz zauberhafte, sehr lustige, aber auch berührende Momente entstanden», sagt thurgaukultur-Redaktionsleiter Michael Lünstroth. Öffentlich seine Lieblingsgeschichte vorzulesen hat etwas sehr Intimes und braucht Mut. Doch die Aktion zeigt: Das Vorlesen als besonderes, gemeinschaftliches Erlebnis funktioniert auch über eine digitale Plattform.

Eine Aktion für Alle
Mittlerweile hat sich um #dasliteratrischesolo eine richtige Community gebildet. Die Aktion ist zu einem Grossprojekt angewachsen: die über 20 Videobeiträge von Vorlesenden verzeichnen bis jetzt um die 10’000 Views. Das gemeinsame Erleben dieser Vorlesung hilft in der schwierigen Krise, meint Redaktionsleiter Michael Lünstroth: «Am Anfang stand die Idee: Lasst uns in dieser Coronakrise etwas gemeinsam machen. Etwas, das uns hilft, diese merkwürdige Zeit ein bisschen besser zu ertragen.» So ist die Aktion nicht nur etwas für Prominente, sondern für Alle. Auch die Leserinnen und Leser von thurgaukultur sind eingeladen, aus ihren Lieblingsbüchern vorzulesen. Das Kulturportal nimmt jederzeit weitere Beiträge an und veröffentlicht sie online.

Die Kurzlesungen (alle maximal 20 Minuten) #dasliterarischesolo sind hier versammelt:
https://www.thurgaukultur.ch/magazin/das-literarische-solo-4368

«Kultur-Streams»: die Kulturagenda in Zeiten von Corona
Trotz der Coronakrise ist die Kulturagenda von thurgaukultur momentan gut gefüllt. Aus der Not hat die Online-Plattform eine Tugend gemacht: «Zwar sind alle kulturellen Veranstaltungen abgesagt, trotzdem bringt thurgaukultur auch jetzt Künstlerinnen und Publikum zusammen – garantiert virenfrei», meint Sarah Lüthy, Geschäftsleiterin von thurgaukultur. Kurzerhand hat sie die Agenda für den gesamten deutschsprachigen Raum geöffnet. Dort können die Veranstalter alle Online- und Streaming-Angebote veröffentlichen.

Angebote aus dem gesamten deutschsprachigen Raum versammelt
Bereits sind über 50 Angebote in der Agenda von thurgaukultur zu finden, diese können nach Sparten, Altersklassen und Interessen gefiltert werden. Ob Vorlesestunde für Vorschulkinder, Live-Übertragungen aus dem Opernhaus, Interviews mit Kulturakteuren, Premieren-Ausschnitte aus brandneuen Programmen, Museumsrundgänge oder Film-Streaming-Plattformen. Das Angebot ist breit. «Wohl für die meisten Interessen, Sparten und Altersklassen gibt es bereits ein passendes Angebot zu finden», meint Sarah Lüthy.

«Deine Bühne»: Liveübertragungen
Die Auswahl wird laufend erweitert. Nicht zuletzt durch die eigenen Aktionen wie «Das literarische Solo» oder die Live-Stream-Aktion «Deine Bühne». Mit dieser Aktion bietet das Portal all jenen Kulturschaffenden eine Bühne, die in diesen Tagen und Wochen eigentlich Konzerte, Aufführungen oder Ausstellungen realisieren wollten und jetzt nicht können, sagt Michael Lünstroth. «Wir wollen nicht, dass das Thurgauer Kulturleben hinter dem Corona-Vorhang für viele Wochen verschwindet, wir wollen es sichtbar halten.» So hilft er mit seinem Reporter-Team, reist mit Smartphone-Kamera und Mikrofon vor Ort und überträgt Konzerte, Gespräche oder Museumsführungen mittels Livestream. So nutzt thurgaukultur auch in der Coronakrise die technischen Möglichkeiten der digitalen Plattform und versucht, Menschen in Zeiten von Corona mit Kultur zusammenzubringen.

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