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«Jetzt das Gewerbe ankurbeln»

Tägerwilen – «Gewerbe und Bevölkerung müssen zusammenhalten», sagt Dominik Holderegger. Der Leiter der Raiffeisenbank Tägerwilen setzt deshalb zusammen mit Fabian Wyser, Präsident des Gewerbevereins Tägerwilen auf eine Wirtschafts-Solidaritätsaktion: Sie hilft lokalen Firmen, die Coronasituation als Chance zu nutzen und durchzustarten.

Bankleiter Dominik Holderegger (links) und Gewerbepräsident Fabian Wyser machen mit ihrer Spenden- und Gut-scheinaktion Gewerbetreibende und Einwohner in der Region zu «Lokalhelden». (Bild: zvg)

Raiffeisen hat das schweizweite Spendenportal «lokalhelden.ch» auch für die Förderung von Klein- und Mittelunter-nehmen (KMU) geöffnet. Weil Fabian Wyser von dieser Möglichkeit gehört hat, griff er zum Telefonhörer und fragte Dominik Holderegger, welche Optionen in Tägerwilen angedacht werden könnten. Er stiess auf offene Ohren, denn der Bankleiter ist überzeugt: «Jetzt sind alle gefordert, das lokale Gewerbe anzukurbeln.» Wyser selber sieht sich in der glücklichen Lage, dass sein Geschäft für Wohntextilien und Bootsdecken in Tägerwilen nicht auf Förderungsmassnahmen angewiesen sei. Als Präsident des Gewerbevereins lägen ihm aber alle Gewerbetreibenden am Herzen: «Das ist eine einmalige Chance, sofort zu helfen, wo Hilfe dringend gebraucht wird.»

Spenden und Gutscheine verdoppelt
Die Raiffeisenbank Tägerwilen setzt sogar noch eins oben drauf: Sie fordert nicht nur zum Spenden für Firmen in ihrem Einzugsgebiet auf, sondern verdoppelt beziehungsweise erhöht alle eingehenden Spenden um maximal 50 Franken. Firmen, die auf «lokalhelden.ch» ein Projekt präsentieren, profitieren auch doppelt, wenn Kundinnen und Kunden auf der Plattform einen Gutschein bestellen: Wer beispielsweise einen 50-Franken-Gutschein auswählt, hat Anspruch auf Dienstleistungen oder Produkte der entsprechenden Firma für diesen Betrag. Weitere 50 Franken zahlt die Raiffeisenbank direkt an das Projekt. Pro Projekt beträgt die Obergrenze der zusätzlichen Raiffeisen-Beiträge 2000 Franken. Mit den maximal 20‘000 Franken im Spendentopf werden Projekte im ganzen Geschäftsgebiet unterstützt. Fabian Wyser ist begeistert, denn viele KMU könnten so bekannter werden und für interessante Projekte einfach zu einem Startgeld kommen.

Signalwirkung für Solidarität
Viel wichtiger ist für ihn aber die Signalwirkung, die von der Spendenverdoppelung der Bank ausgeht: «Dahinter steckt sehr viel Goodwill, und die Aktion zeigt, dass wir alle nun Vollgas geben müssen.» Wyser räumt ein, dass es aussergewöhnlich sei, für Firmen zu spenden. Aussergewöhnliche Situationen erforderten aber aussergewöhnliche Massnahmen. Es sei nun wichtig, dass möglichst viele Firmen kreative Initiativen ergreifen und sich auf der Plattform eintragen: «Das ist kein Armutszeugnis und braucht etwas Überwindung.» Die Bevölkerung könne darüber hinaus mit konsequenten Einkäufen in der Region zur Ankurbelung des Gewerbes beitragen: «Es ist ein Geben und Nehmen, und ich habe die Hoffnung, dass die Solidarität anhält – die Frage ist, wie lange.»

Kreativ die Chance packen
Holderegger erläutert, dass Gewerbetreibende kostenlos und einfach Projekte zur Mittelbeschaffung auf www.lokalhelden.ch aufsetzen können. Es gehe darum, mit kreativen Ansätzen die Krise solidarisch als Chance zu nutzen. Erste Firmen haben bereits Initiative entwickelt: So kann man sich jetzt schon den Computersupport für die Zukunft sichern, Fahrstunden vorausbezahlen oder ein Restaurant unterstützen. Holderegger betont, dass die Raiffeisenbank selber ein KMU sei und deshalb ihre KMU-Kunden wirkungsvoll mitunterstützen möchte. Die bereits eingereichten Projekte zeigen am Praxis-beispiel, wie’s geht: Über die Plattform können Wertgutscheine angeboten und Spendengelder gesammelt werden. «So erhalten Gewerbetreibende jetzt Einnahmen, um ihre Kosten zumindest teilweise ohne die Aufnahme von Kredi-ten zu decken», sagt Holderegger.

Projektübersicht: www.lokalhelden.ch/projekte

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