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Ausstellungsprojekt «Thurgauer Köpfe» Eröffnung

Arenenberg – Am Samstag, 6. Juni ist es soweit: Die sechs kantonalen Museen öffnen die Tore zu ihrem gemeinsamen Ausstellungsprojekt «Thurgauer Köpfe». Hinter den Köpfen verbergen sich Frauen, Männer, Tiere oder Pflanzen. Sie sind das Herzstück einer Premiere im Thurgau: Historisches Museum, Ittinger Museum, Kunstmuseum, Museum für Archäologie, Naturmuseum und Napoleonmuseum lancieren zum ersten Mal ein gemeinsames Projekt mit Ausstellungen an vier Standorten.

(Plakat: zvg)

Die Idee ist bestechend, das Konzept überzeugt: Die sechs kantonalen Museen des Thurgaus greifen jeweils auf unterschiedliche Sammlungen und unterschiedliches Wissen zurück, um ein Thema in den Fokus zu rücken. Die Zusammenarbeit macht einen mehrfachen Perspektivenwechsel möglich und vernetzt die Erfahrung zu einem Ganzen. Der themenübergreifende Ansatz dehnt Erfahrungsräume aus, erweitert die Wissensvermittlung und verdichtet das Erleben. Das Napoleonmuseum, das Museum für Archäologie und das Ittinger Museum stellen mit der Kaiserin Eugenie, dem Archäologen Karl Keller-Tarnutzer und dem Gutsherrn Victor Fehr je eine historische Persönlichkeit ins Zentrum der Ausstellungen. Das Naturmuseum fragt, welche Tier- und Pflanzenköpfe die Natur des Thurgau prägen. Im Kunstmuseum wird die Hierarchie der Köpfe in der Kunst auf den Kopf gestellt, indem für einmal Frauen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Das Historische Museum erörtert wiederum grundsätzlich die Frage, wer denn warum in welchem Moment zu einem Thurgauer Kopf wird. Insgesamt wird fern der gängigen Stereotypen das, was den Thurgau ausmacht, aus je unterschiedlichen Perspektiven sichtbar gemacht.

Das Coronavirus hat den Fahrplan der «Thurgauer Köpfe» gehörig
durcheinandergebracht. Statt Ende April werden die sechs Ausstellungen erst am 6. Juni eröffnet, was aber der Besonderheit des Projekts keinen Abbruch tut.
Vom geplanten, vielfältigen Veranstaltungsprogramm zu «Thurgauer Köpfe» können allerdings aufgrund der besonderen Voraussetzungen nur Bruchstücke umgesetzt werden. Der zur Eröffnung geplante Tag der offenen Tür und weitere grössere Veranstaltungen fallen leider aus. Anstelle der Veranstaltungen planen die sechs Museen aber Aktionswochen während der Sommerferien mit Angeboten, bei denen die Gruppengrössen klein bleiben und die Abstandsregeln eingehalten werden können. Informationen zum Programm finden sich zeitnah auf der Homepage www.museenthurgau.ch.

Pünktlich zur Eröffnung der «Thurgauer Köpfe» erscheint auch eine Safarikarte für die jungen Besucherinnen und Besucher. Es gilt, in jedem der sechs Museen eine Aufgabe zu lösen und damit den eigenen Museumslöwenpass zu vervollständigen. Spannung ist hier garantiert!

Einem individuellen Besuch der «Thurgauer Köpfe» steht ab dem 6. Juni nichts mehr im Wege. Die Verteilung der sechs Museen über den Kanton wird für einmal sogar zu einem Vorteil, kann doch der Weg zu den Ausstellungen selbst zum Erlebnis werden. Die von den kantonalen Museen herausgegebene Karte «Mit Thurgauer Köpfen durch den Kanton» bietet vielfältige Vorschläge, wie und wo auch ausserhalb der Museumsmauern die Spuren von Thurgauer Köpfen zu finden sind. So öffnen sich vielfältige Möglichkeiten, mit dem Velo oder zu Fuss oftmals unbekannte kulturelle Schätze vor der eigenen Haustüre zu entdecken. Die Karte lädt zu einer Reise durch den Thurgau ein, von Frauenfeld über Ittingen auf den Arenenberg oder gar weiter durch den ganzen Kanton. Sie ist online unter www.museenthurgau.ch einzusehen oder aber kostenlos bestellbar unter museenthurgau@tg.ch.

Das sechsteilige Ausstellungsprojekt kann bis zum 18. Oktober im Historischen Museum, Ittinger Museum, Kunstmuseum, Museum für Archäologie, Naturmuseum und Napoleonmuseum besucht werden. Ausserdem ist ein illustrierter Katalog entstanden, der die verschiedenen Herangehensweisen der Ausstellungsmacherinnen und -macher zum Thema «Thurgauer Köpfe» veranschaulicht. Das Buch kann ab 6. Juni in den Shops der beteiligten Museen oder im Buchhandel bezogen werden.

Die Museen Thurgau freuen sich auf ihre Besucherinnen und Besucher. Bitte beachten Sie, dass in allen Museen aufgrund der Vorgaben des Bundes Besucherzahlbeschränkungen sowie weitere Schutzmassnahmen für Besuchende und Mitarbeitende gelten. Wir empfehlen Ihnen, sich vor Ihrem Besuch auf den Webseiten der Museen zu informieren.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.museenthurgau.ch.

Napoleonmuseum Thurgau
Erster Ausstellungsteil:
Thurgauer Köpfe – Eine Kaiserin bringt Kohle
Eugénie de Montijo war ab 1855 an der Seite Napoleons III. Kaiserin von Frankreich. Bis heute gilt sie als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit und als Stilikone. Politisch konservativ und ungeschickt agierend, lebte sie nach dem deutsch-französischen Krieg (1870/71) im Exil. 1906 stiftete sie das Schlossgut Arenenberg, das Elternhaus ihres verstorbenen Mannes und ihr persönlicher Sommersitz, dem Kanton Thurgau unter der Auflage, darin ein Museum zu unterhalten.

Die Schenkung bestand einerseits aus der Liegenschaft, andererseits aus wertvollen Sammlungen, die der Öffentlichkeit mangels Räumlichkeiten kaum bekannt sind. Sie stehen im Zentrum des ersten Ausstellungsteils.

Ausgewählte Einzelstücke zeigen wie umfangreich, vielschichtig und kostbar die Stiftung der Kaiserin ist. Die Exponate repräsentieren ein Stück des Thurgauer Staatsvermögens.

Napoleonische Geschichte spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Erzählt wird aber von den Sammlungen des Museums, die als weltweit nachgefragte Ausstellungsstücke beste Botschafter für den (kulturellen) Reichtum des Kantons sind.

Ohne Kaiserin Eugénie und ihre Schenkung wäre der Thurgau im doppelten Sinne «ein gutes Stück ärmer»!

Zweiter Ausstellungsteil in der Parkanlage:
Thurgauer Köpfe – Gärtner schaffen Reichtum
Der Arenenberg verfügt über eine jahrhundertealte Tradition des Garten- und Weinbaus. Noch heute fühlen sich seine Besucherinnen und Besucher mehr als reich beschenkt. Vor 200 Jahren fielen sie vor lauter Glück sogar noch in Ohnmacht! Was aber macht den vielzitierten «Zauber des Arenenbergs» aus? Wer schuf ihn? Wer sorgte generationsübergreifend dafür, dass im Schlosspark Spuren aller Gartenepochen zu finden sind?

Die Personen und ihren Einfluss lernen die Besucherinnen und Besucher bei einem Spaziergang durch die Arenenberger Gartenwelt näher kennen. Wer alle Stationen erwandert, versteht, was es mit dem Zauber des Arenenbergs und seinem gärtnerischen Reichtum auf sich hat.

Der zweite Ausstellungsteil schlägt eine Brücke zwischen der Landesgartenschau Baden-Württemberg 2020 in Überlingen und den Angeboten der Gemeinschaftsausstellung der kantonalen Museen im Thurgau.

Das Kuratorenteam Dominik Gügel/Christina Egli über die Ausstellung
«Wenn heute über den Arenenberg gesprochen wird, denken die meisten nur an eine kantonale Liegenschaft. Je nach Blickwinkel meint man das Bildungs- und Beratungszentrum für Landwirtschaft bzw. Musikinstrumentenbau oder das Napoleonmuseum. Kaiserin Eugénie, die Stifterin, kennt kaum noch jemand. Und dass die Monarchin mit ihrer Schenkung weit mehr als ein Schlossgut hinterlassen hat, gerät völlig in Vergessenheit.

Deshalb widmet sich unsere Ausstellung genau diesem `mehr´: den unbekannten Schätzen und den Personen dahinter.»

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