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Auch die Mutter hat etwas gelernt

Region – Die Familie Kalbitz kommt nach sieben Wochen School@home ohne Blessuren heraus. Mutter und Sohn beschimpfen sich zwar noch immer nicht, dennoch war die Schulzeit in den eigenen vier Wänden alles andere als entspannt und einfach.

Gabi Kalbitz half ihrem Sohnemann Andrin auch nach sieben Wochen School@home immer noch gerne bei den Aufgaben. (Bild: Andrea Vieira)

«Hör endlich auf damit und mach deine Schulaufgaben!» In vielen Familien lagen die Nerven blank und der Geduldsfaden riss öfters als gewohnt. Nicht so bei Familie Kalbitz. Nach sieben Wochen School@home ist Mutter Kalbitz immer noch die Ruhe selbst. «Ich wollte schon vor der Krise die fertigen Hausaufgaben von Andrin sehen», sagt Gabi Kalbitz. So empfand sie es als keine Wahnsinns-Belastung während des Unterrichts zu Hause die Aufgaben des Sprösslings zu korrigieren. «Nur in der ersten Unterrichtswoche zu Hause war es schwierig, ihn zum Lernen zu bewegen», sagt Kalbitz. Was es in einer Woche für Aufgaben gab, erhielt Kalbitz per Mail mit den Lösungsaufgaben von der Lehrerin. Aber die Mutter konnte trotzdem nicht alles bewerten. «Zum Beispiel bei Aufsätzen oder Schätzfragen wusste ich nicht, ob das Geschriebene oder die Antwort von Andrin gut genug ist», sagt Kalbitz. Das sei zum Glück nur in der ersten Woche so gewesen. Danach habe die Lehrerin die Aufgaben wieder selbst korrigiert. Für Kalbitz sei es fast wieder so gewesen, wie vor dem Unterricht im Wohnzimmer. Dank einer Schulsoftware kommunizieren die Schüler mit der Lehrerin.

Mittendrin anstatt nur Kontrolleurin
In jedem Fach der fünften Klasse des Sohnes habe sie sogar etwas dazugelernt. «Zu meiner Schulzeit war Pluto noch ein Planet», sagt die 51-jährige Mutter und muss lachen. Auch sonst findet sie es spannend, im Schulunterricht «mittendrin» zu sein. Dabei war sie von etwas sehr überrascht: «Die Schüler müssen so schnell ein Thema bearbeiten. Bei dem Tempo kommt sicher nicht jedes Kind mit.» Selbst das PC-Programm konnte nicht immer mithalten: «Es kam schon vor, dass das Programm bei der 20. Antwort von Andrin abstürzte. Die Antworten waren aber nicht immer gespeichert. In solchen Situationen musste ich ihm dann schon gut zureden, dass er es nochmals macht.»

Zurück im Klassenzimmer
Es wirkt so, als sei es für Kalbitz keine grosse Herausforderung, ihren Nachwuchs ständig um sich zu haben. Sie ist aber doch froh, dass der Unterricht im Klassenzimmer wieder losging. «Es ist zwar einfacher mit Unterricht, als wenn Andrin einfach frei hat und nur zuhause hocken müsste. Aber gegen etwas mehr Abstand zueinander habe ich auch nichts.» Andrea Vieira

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