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Ein Dorf im Dorf geschaffen

Tägerwilen – Im Bereich Kirche, Kind und Jugend der evangelischen Kirchgemeinden soll die Post abgehen. Deshalb hat die Kantonalkirche den Impulspreis lanciert. Das Hüttenbauprojekt der Evangelischen Kirchgemeinde Tägerwilen-Gottlieben belegt den zweiten Platz.

Die 90 Kinder bauten insgesamt sieben Hütten zusammen. (Bild: zvg)

Einmal selber eine Hütte bauen und darin übernachten. Dieses Ziel verfolgten die Kinder während der ersten Frühlingsferienwoche in den Kinderferientagen 2019. Diese Ferientage für Kinder vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse gibt es laut Dominik Murer, Jungscharleiter in Tägerwilen, schon seit einigen Jahren. Dabei werden die Kinder vormittags in der Kirche unterschiedlich beschäftigt, gehen zum Mittagessen wieder nach Hause und sind nachmittags fakultativ im Wald unterwegs. Doch für 2019 wurden die Kinderferientage erstmals genutzt, um unter Anleitung des angehenden Diakons Samuel Zaugg, selber Zimmermann, Hütten zu bauen. «Er hat uns Leiter bestens instruiert, damit wir die Arbeiten mit den Kindern einfach umsetzen konnten. Denn ich bin handwerklich nicht so begabt», sagt Dominik Murer lachend. So gelang es, dass die Teams mit vier bis fünf Kindern viele Arbeiten selbständig ausführen konnten. Eine detaillierte Anleitung, welches Material wie bearbeitet und wo eingebaut werden soll, war ausserdem äusserst hilfreich.

«Einfach und überzeugend»
Die 90 Kinder bauten insgesamt sieben Hütten zusammen. Eine tolle Leistung, die auch die Jury des Impulspreises beeindruckt hat. Dieser wurde erstmals von der Evangelischen Landeskirche Thurgau vergeben, um gute Beispiele engagierter Jugendarbeit auszuzeichnen. Als zweitplatziertes Projekt wird der Hüttenbau mit 1000 Franken belohnt. Thomas Alder von der Fachstelle Jungendarbeit betont: «Die Idee ist einfach und überzeugend: Kinder können in kleinen Gruppen ihre eigene Hütte bauen. Gleichzeitig ist das Ganze umrahmt von einem tollen Programm mit Geschichten, Singen, Spielen, Essen. Ein Traum für die Kinder mit einer nachhaltigen Wirkung im zweifachen Sinn: Viele Kinder fanden durch die Kinderwoche Zugang zu anderen Angeboten der Kirchgemeinde, und die Hütten beziehungsweise das Holz wurden verschenkt und weiterverwertet.» Neben dem Hüttenbauprojekt wurden auch Projekte der Jugendarbeit Neukirch an der Thur und Schönholzerswilen und der Jugendarbeit Weinfelden ausgezeichnet.

Viele Leute zusammengebracht
Heute stehen die Hütten nicht mehr auf der Wiese neben der Kirche in Tägerwilen, sondern in manch einem privaten Garten. «Ohne den hohen Freiwilligenanteil, der Leute aus ganz verschiedenen Gruppierungen für das Projekt zusammenbrachte, wären die Hütten Ende Woche nicht fertig geworden», ist Dominik Murer überzeugt. Es sah aus wie ein kleines Dorf im Dorf. Wenn auch der Aufwand gross war und Samuel Zaugg vorab sogar Probehäuser gebaut hat, so ist ihm das Aufrichtfest mit den Eltern in schöner Erinnerung geblieben.

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