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Das Ei – ein Wunderwerk

Damit ein Ei auch ein richtiges Ei ist, müssen die Hühner glücklich sein. Dies ist dann der Fall, wenn ökologische Standards eingehalten werden und das Futter frei von Gentechnik ist. Die beste Geschmacksentwicklung erhält das Ei zudem erst nach einer gewissen Anzahl an Tagen.

Eine Henne legt bis zu 300 Eier pro Jahr. (Bild: Sandro Zoller)

Seit 1991 ist in der Schweiz die Käfighaltung verboten. Somit leben Hennen nun seit 29 Jahren in Volieren. Da können sie nach Körner picken und sich zum Schlafen und Eierlegen zurückziehen. Die meisten «Damen» haben Zugang zu einem geschützten Aussenklimabereich, wo sie vor Raubvögeln wie auch Wind und Wetter geschützt sind. Über 90 Prozent der Produzenten halten ihre Hennen «besonders tierfreundlich». Bereits drei Viertel haben jeden Tag die Möglichkeit, sich auf der Weide zu vergnügen und nach Würmern zu scharren. Dies nennt man dann Freilandhaltung. Für Bio-Eier gelten noch striktere Anforderungen. So sind die Herden kleiner als in der konventionellen Haltung, die Tiere haben mehr Platz und das Futter stammt aus biologischem Anbau. Aber ob Bio oder nicht, Schweizer Tierhalter befolgen weltweit die strengsten Regeln.

Auf das richtige Futter kommt es an
Hühner essen Proteine und Fette tierischer und pflanzlicher Herkunft. Schweizer Hühner dürfen aber nur pflanzliches Futtermittel fressen. Zudem erhalten sie nur genetisch unveränderte Getreidesorten zum Picken. Damit die Tiere nicht nur gesund sind, sondern auch leistungsfähig, benötigen sie einwandfreies Futter. Es muss deshalb nach Art, Alter, Halterungsart und Leistung der Hennen speziell zusammengesetzt sein. Über den Tag isst ein Huhn rund 120 Gramm Mais, Weizen und Soja.

Was für ein Einsatz
Sage und schreibe 300 Eier legt eine Henne pro Jahr. In Spitzenzeiten bedeutet dies ein Ei am Tag. Die Produktion übertrifft Ende Jahr das Zehnfache ihres eigenen Gewichts.

Bereits beim Eisprung ist der wichtigste Teil des Eis komplett. Denn der Dotter wächst schon am Eierstock voll heran. Im Eileiter wird dann das Eiklar angelagert und in der Eileiterenge die Schalenhaut. Die meiste Zeit benötigt die Schale – ganze 20 Stunden. Dank einem ausgeklügelten und mehrstufigen System ist das Ei während 21 Tagen so gut geschützt, dass Keime weder eine Chance haben hineinzugelangen, noch sich dort zu vermehren.

So halten Eier länger
Die Eier immer mit der Spitze nach unten an einem kühlen und dunklen Ort lagern. Nur so sind sie länger geniessbar. Da die Schale porös ist, lässt sie leicht Fremdgerüche hinein. Deshalb ist es ratsam Produkte mit einem starken Eigengeschmack, wie Zwiebeln oder Zitronen, an einem anderen Platz zu verstauen. Wird das Ei roh verzehrt, ist strikte Hygiene angesagt. Die Hände müssen deshalb sorgfältig gewaschen sein. Die leere Eierschale darf zudem nicht mit den Fingern ausgestrichen werden. Denn sonst gelangen leicht Keime in die Eimasse. Gewusst? Am besten schmeckt ein Ei, wenn es sieben bis 14 Tage alt ist. Im Kühlschrank hält es zudem ohne Probleme vier bis fünf Wochen.

Der Kauf von frischen Eiern direkt im Hofladen ist nicht nur ein Erlebnis, sondern auch informativ. Denn da bietet sich oft die Gelegenheit, einen Blick ins Gehege der Hühner zu werfen und sich über dessen Wohlbefinden ein Bild zu machen.

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