/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Der Chef hat immer recht

Leserbrief – Peter Dransfeld aus Ermatingen nimmt zwei Institutionen unter die Lupe, die in jüngerer Vergangenheit durch die eigene Führung in Schieflage geraten sind.

Leserbrief

(Bild: Christine Sponchia/Pixabay)

In jüngerer Vergangenheit sind zwei Institutionen des Kantons, zuerst die Pädagogische Hochschule und dann das Veterinäramt, durch die eigene Führung in Schieflage geraten. In beiden Fällen gab es frühe Warnungen, die übersehen wurden, in beiden Fällen gingen viel Geld, Vertrauen und Schlüsselpersonen verloren. In beiden Fällen wurde zu wenig auf das Personal gehört, wurden die Chefs auch dann noch verteidigt, als sie schon grossen Schaden angerichtet hatten. Im ersten Fall durften sie noch über ein Jahr lang im Amt bleiben, im zweiten Fall musste der Verantwortliche – er ist weniger gut vernetzt – schon etwas früher seinen Sessel räumen. In beiden Fällen schien sich unsere Regierung weniger an den Missständen zu stören als daran, dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. In beiden Fällen müssen nun die Nachfolger viel Versäumtes nachholen und verlorenes Vertrauen wieder aufbauen. Haben die Chefs immer recht? Ich bin da nicht so sicher. Es lohnt sich, auch weniger Ranghohe ernst zu nehmen, um frühzeitig Probleme zu erkennen und gute Lösungen dafür zu finden. Wurde das versäumt, dann wäre eine Entschuldigung des Regierungsrats ein sympathisches Zeichen der Einsicht, ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem engagierten Personal und eine gute Voraussetzung für die Rückkehr zu einem erfolgreichen Betrieb.

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