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«In Kreuzlingen fehlt es an fast nichts»

Kreuzlingen – Bildung, Gesundheit, Wirtschaft, Sport, Kultur und Freizeit: Für den Kreuzlinger Stadtpräsidenten Thomas Niederberger kann sich die Stadt im nationalen Vergleich durchaus sehen lassen. Die Standortvorteile sind vielfältig und die Lebensqualität hoch.

Stadtpräsident Thomas Niederberger. (Bild: Kurt Peter)

Herr Niederberger, was sagen Sie einem Unternehmer, der sich in Kreuzlingen niederlassen will?
Thomas Niederberger: Dass er auf viele gut ausgebildete Arbeitskräfte in den Bereichen Handwerk und Dienstleistungen zählen kann. Das hat mit unserem regionalen Bildungsangebot zu tun, ein Angebot, das vom Kindergarten bis zur Universität alle Stufen umfasst. Ausserdem gibt es bereits viele interessante Firmen in der Gegend, es besteht ein umfangreiches Netzwerk. Ausserdem bieten wir, zusammen mit der Schule, eine Ganztages-Betreuung für Kinder an. Und wir haben hohe Lebensqualität.

Worauf beziehen Sie sich, wenn Sie von Lebensqualität sprechen?
Da gibt es viele Bereiche. Wir leben in einer Region, die viele landschaftliche Reize zu bieten hat. Vom See über die nahegelegenen Wälder und Nahrerholungsgebiete bis hin zu attraktiven Ortschaften. Wir bieten zahlreiche Freizeitmöglichkeiten an und wir haben ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl in der Stadt.

Wenn Sie die Kultur betrachten …
… dann gibt es in Kreuzlingen ein feines und vielfältiges Angebot. Und es sind einige Player, die für zahlreiche Veranstaltungen sorgen. Das Kult-X befindet sich in der Aufbauphase und überzeugt doch schon mit seinem Programm. Wir haben das Theater an der Grenze mit regelmässigen Veranstaltungen, der beliebte Horst-Klub, wir decken mit dem Z88 eine breite Palette an Kultur ab, das SeeBurgtheater hat sich eine grosse Bekannschaft erworben und das kutling-festival eine grosse Zahl Stammgäste. Das Symphonische Blasorchester hat nationale Bedeutung. Und wir haben interessante Museen. Dazu kommt, dass Konstanz mit dem Symphonie-Orchester und dem Stadttheater ein urbanes Bedürfnis deckt. Bei uns kommt jeder auf seine Rechnung.

Hohen Stellenwert geniesst auch der Sport
Wir stellen als Stadt eine Infrastruktur für zahlreiche Vereine zur Verfügung. Wir haben zwei Fussballclubs mit hervorrangender Nachwuchsarbeit, wir haben erfolgreiche Wasserballer und der Handballclub ist bei Damen und Herren in den obersten Ligen vertreten.

Es gibt immer wieder Erfolge im Karate. Mir fällt keine Sportart ein, die in der Stadt oder Region nicht angeboten wird.

Vor allem junge Leute beklagen sich aber über das Ausgehangebot
Ja, das stimmt. Trotz attraktiver Möglichkeiten ist für junge Menschen Konstanz eine attraktive Alternative, wenn es um das Nachtleben geht. Aber es gibt viele gute Restaurants in der Stadt, im Zentrum und am See. Ich denke, dass unsere Gastronomen trotz widriger Umstände eine grossartige Arbeit machen.

Über die städtischen Grenzen hinaus beliebt ist der Seeburgpark
Niemand könnte es sich heute vorstellen, dass der Park mit Häusern zugebaut wäre. Deshalb sind auch alle froh, dass das Gelände damals gekauft wurde. Heute ist die Anlage eine Oase, ein Juwel, ein Treffpunkt. Der Spielplatz wurde ja kürzlich als Fünftschönster der Schweiz ausgezeichnet. Mit dem Tierpark und der Minigolf-Anlage gibt es weitere Atraktionen für die ganze Familie.

Gehört der öffentliche Verkehr auch zum Standortvorteil?
Zweifellos und damit meine ich nicht nur die Stadtbuslinien. Wir sind mit dem ganzen Kanton gut angebunden. Es verkehren, neben den Regionallinien, Schnellzüge nach St. Gallen und Zürich. Übrigens soll diese Verbindung weiter ausgebaut werden. Der Halbstundentakt nach Zürich bedarf aber eines Perronausbaus im Hauptbahnhof, ich hoffe dass dies ab 2024/2025 umgesetzt werden kann.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird ja gross geschrieben
In der Regionalplanungsruppe und dem Verein Aggloprogramm Kreuzlingen-Konstanz erarbeiten wir derzeit ein strategisches Konzept, ein Zielbild. Diese geschieht natürlich grenzüberschreitend und beinhaltet die Bereiche Landschaft, Wirtschaft, Bildung und Gesundheit.

Dazu werden wir im September ein Symposium durchführen.

Die Stadt hat unter Corona insofern gelitten, dass die grossen Veranstaltungen abgesagt werden mussten
Ja und das ist schade. Diese Events wie das Gartenfest, die Spielstrasse, das Fantastical, das Chrüzlinger Fescht, die Jazzmeile aber auch das Löwenstrassenfest sind sehr beliebt und sie sorgen meiner Meinung nach auch für einem guten Zusammenhalt in der Bevölkerung. Ich hoffe, dass diese Veranstaltungen nächstes Jahr wieder stattfinden können, die Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger dürfen sich darauf freuen.

Übrigens, das Weihnachtszelt soll durchgeführt werden und 2022 feiern wir dann 75 Jahre Stadt Kreuzlingen – mit einem ganz grossen Fest.

Kurt Peter

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One thought on “«In Kreuzlingen fehlt es an fast nichts»

  1. Bruno Neidhart

    Es wäre zu präzisieren, dass der historische Seeburgpark, der sich damals in privater Hand befand, nur mit knapper Mehrheit angekauft wurde. Kurz darauf wollte der damalige Stadtrat schlossnahes Parkgelände massiv überbauen. Das wiederum vereitelte eine Unterschriftensammlung mit anschliessender Abstimmung. Geschichte wiederholt sich nicht – heisst es. Doch kann man daraus Lehren ziehen……

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