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«Night of Light» – eine Branche machte sich sichtbar

Region/Schweiz – Gestern Montag fand die «Night of Light» statt. In einer aussergewöhnlichen landesweiten Aktion haben sich in der Schweiz sämtliche Verbände der Veranstaltungsbranche solidarisiert und gemeinsam Farbe bekennt.

Conny Land. (Bild: Andrea Vieira)

Es war ein stiller, aber sehr emotionaler Hilfeschrei von tausenden Menschen, die im Veranstaltungsgeschäft tätig sind und von der Politik immer noch nicht genügend gehört werden. Durch die «Night of Light» kamen die berechtigten Anliegen der Branche ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit.

Blaues Haus Event Style Bar. (Bild: Sandro Zoller)

Mehr als 1300 Supporter, über 1100 Objekte
Schweizweit haben sich mehr als 1300 Locations, Veranstaltende, Event-Agenturen, Messegesellschaften, Messebauer, Caterer, Standbetreiber, Technikdienstleister, Dekorationsfirmen, Kulturschaffende, Managements, Produktionsfirmen und Einzelunternehmungen an dieser einmaligen Solidaritätsaktion beteiligt. In diesem Rahmen wurden gestern in allen Landesteilen als flammender Appell der Veranstaltungsbranche gesamthaft 1100 Objekte ROT angeleuchtet. Darunter war der Jet d’Eau in Genf, viele Objekte in Lausanne, das Château de Chillon, der Bundesplatz und das Wankdorf-Stadion Bern, das KKL Luzern, die Messe Basel, das Opernhaus Zürich, das Hallenstadion Zürich oder der Kybunpark St.Gallen. Schweizweit strahlten unzählige prestigeträchtige Gebäude bis ins Bündnerland, aber auch im Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein in ROT – über alle Sprach- und Kulturgrenzen hinaus. Aber auch viele kleinere Clubs, Firmensitze und Privatgebäude erschienen in rot und zeigen die Breite und Tiefe der Verankerung der Veranstaltungsbranche in der Schweiz.

Beleuchtung der Event Crew GmbH, Löwenstrasse. (Bild: Sandro Zoller)

Hintergrund
Die «Night of Light» war eine Aktion der gesamten Veranstaltungsbranche, die ursprünglich in Deutschland lanciert wurde. In der Schweiz haben sich erstmalig sämtliche Branchenverbände und unzählige weitere Akteure hinter einer gemeinsamen schweizweiten Aktion versammelt.

Das Ziel war einerseits die Sichtbarmachung der ganzen Branche, andererseits die Tragweite der aktuellen Situation, denn im Veranstaltungssektor herrscht Alarmstufe dunkelrot. Trotz anfänglichen Zusicherungen des Bundesrats fühlen sich insbesondere die KMU sowie die Selbständigen der Branche im Stich gelassen. Durch die Streichung der Kurzarbeit für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie der Änderungen im Erwerbsersatz für Selbständige verschlechtern sich die Aussichten dieser Akteure noch einmal deutlich. Hier ist eine Weiterführung der Unterstützung bis zum Normalbetrieb dringend nötig, ansonsten droht bereits innert den nächsten Monaten eine massive Konkurswelle.

Ebenso fordert die gesamte Branche mehr Planungssicherheit für die Zeit ab dem 1. September 2020 und ein Bewusstsein für die Zeithorizonte im Veranstaltungsgeschäft. Es wird noch Monate dauern, bis in der Kulturbranche wieder Normalbetrieb herrscht. In unserer global vernetzten Branche dauert der Vorlauf für einen Neustart je nach Veranstaltung zwischen vier und acht Monaten. Bis wir wieder Fahrt aufgenommen haben, wird es bis weit ins nächste Jahr dauern.

Events bis 1000 Personen sind mit den entwickelten Sicherheits- und Hygienekonzepten seit gestern Montag wieder erlaubt. Das ist zwar ein Lichtblick, aber die Wirtschaftlichkeit von Veranstaltungen wird auch mit den heutigen Lockerungen vielerorts nicht gegeben sein. Es wird sich zuerst zeigen müssen, was die neu kommunizierten Vorgaben in der Umsetzung bedeuten. Erschwerend kommt hinzu, dass der Bund die Verantwortung wieder vermehrt den Kantonen übergeben hat, was zu kantonal unterschiedlicher Handhabung führen kann. Unverändert bleibt somit, dass die Branche die Auswirkungen der Covid-19-Krise auch bei einer weiteren Lockerung der Massnahmen noch über Monate spüren wird.

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